Kibek-Pläne : Absage in Ahrensburg

Das Stammhaus von Kibek am Franzosenhof: Von hier aus bedient das Unternehmen Versand-Kunden auf der ganzen Welt.  Foto: Planer
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Das Stammhaus von Kibek am Franzosenhof: Von hier aus bedient das Unternehmen Versand-Kunden auf der ganzen Welt. Foto: Planer

Unternehmer Frank Sachau zieht Angebot für Fachmarktzentrum an Kommune zurück. In Elmshorn soll Zentrallager ausgebaut werden.

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19. Februar 2013, 09:29 Uhr

Elmshorn | Neue Standorte, neue Konzepte, neue Zielgruppen - das größte Teppichhaus der Welt "Teppich Kibek" ist auf Expansionskurs. Im süddeutschen Fürth entsteht zurzeit das 15. Haus des Elmshorner Unternehmens. In Elmshorn sollen die Lagerkapazitäten deutlich ausgebaut werden, um die Nachfrage im Versandhandel bedienen zu können. "Wir kommen gut zurecht", erklärt Kibek-Chef Frank Sachau. Allerdings herrscht bei aller Euphorie über gute Geschäfte nicht überall eitel Sonnenschein. Gerade erst musste Sachau einen empfindlichen Rückschlag hinnehmen. Die Ahrensburger Ratsversammlung erteilte ihm eine Abfuhr. Sachaus geplantes Fachmarktzentrum am dortigen Autobahnzubringer zur A1 kommt nicht zustande.

Im vergangenen Jahr stellte Sachau den Ahrensburgern seine Pläne vor. Es folgten heftig diskutierte Sitzungen in diversen Ausschüssen. Ein Gutachten wurde erstellt. Sachaus Ideen fanden nicht so recht politischen Rückhalt. In der Sitzung des Ahrensburger Bauausschusses wurde nun jüngst das endgültige Aus für die Ansiedlungspläne des Elmshorner Unternehmens Teppich Kibek besiegelt. Einstimmig lehnten die Mitglieder des Ausschusses das Vorhaben von Kibek ab, an der Autobahn A 1 ein Fachmarktzentrum unter anderem mit einem Elektronikmarkt und einem Sportgeschäft zu eröffnen. Die Sortimente stünden nach Meinung der Politiker im Widerspruch zum Einzelhandelskonzept. Mit ihm will die Stadt die Geschäftsleute im Zentrum schützen.

Das erstellte Einzelhandelskonzept der Stadt, das Ende 2012 beschlossen wurde, sieht sehr strenge Regeln für Gewerbe-Ansiedlungen außerhalb des Zentrums vor. "Die Hürden für eine Ansiedlung sind zu hoch", sagt Kibek-Chef Frank Sachau. "Ich ziehe mein Angebot zurück." Der politische Rückhalt für das ansässige Innenstadtkaufhaus in Ahrensburg war seiner Ansicht nach höher als ursprünglich gedacht. Dennoch gibt Sachau seine Pläne nicht auf, im Osten der Hansestadt Hamburg eine Niederlassung von Teppich-Kibek umzusetzen. "Wir haben nach wie vor Interesse an der Region und stehen mit mehreren Standorten in engem Kontakt", sagt Sachau auf Nachfrage unserer Zeitung.

Zunächst aber werde im April mit dem Bau des 15. Kibek-Hauses in der Nähe von Fürth (Bayern) begonnen. Auf 14 000 Quadratmetern Verkaufsfläche soll der Verkauf bereits zum Jahresende beginnen. In unmittelbarer Nachbarschaft entsteht an einem Autobahnzubringer ein Fachmarktzentrum ähnlich wie am Elmshorner Franzosenhof und wie in Ahrensburg geplant. "Wir haben uns lange um diesen Ort bemüht", sagt Sachau. Umso mehr freue er sich, dass endlich mit dem Bau begonnen werden könne. In Fürth vertreten sind Möbel Höffner und ein Baumarkt, die im Gegensatz zu Elmshorn ihre Bauten selber finanzieren. Am Franzosenhof tritt Sachau hingegen als Vermieter der genutzten Immobilien auf. Mit 20 000 Quadratmetern Verkaufsfläche bleibt das Kibek-Stammhaus in Elmshorn auch weiterhin das größte Teppichhaus der Welt.

Und hier will Sachau ebenfalls bauen. "Wir wollen unser Zentrallager erweitern", sagt er. Denn: Vor allem das Direktgeschäft im Versand laufe hervorragend. Um der Nachfrage gerecht zu werden, komme er um eine Erweiterung der Lagerkapazitäten am Franzosenhof nicht mehr lange herum. "Im gewissen Umfang könne Herr Sachau auf seinem Gelände noch eine Lagerhalle errichten", sagt Silke Faber, Stadtentwicklung. Das gebe der Bebauungsplan her. Wie groß die Erweiterung ausfallen wird, darüber grübelt Kibek-Chef Sachau noch. "Unsere Kapazitäten im Lager sind schneller eng geworden, als die Berechnungen angaben, von denen wir bei der Planung des Hauses ausgegangen sind", sagt Sachau.

"Wir importieren sämtliche Waren selber und haben die Lieferkette in eigener Hand. Die Waren benötigen Platz, da auch die Räume in den Filialen an die Kapazitätsgrenzen stoßen." Im Stammhaus Elmshorn gebe es bauliche Möglichkeiten, um Lagerflächen zu erweitern und das Versandgeschäft weiterhin zentral von einem Ort bedienen zu können.

"Menschen und Märkte ändern sich. Wir müssen uns deshalb stetig an neue Gegebenheiten anpassen, sonst verlieren wir den Anschluss", so Sachau. Dennoch und etwas plump formuliert: Sachau bleibt auf dem Teppich und will nicht in Teufel-komm-raus-Manier immense Kapazitäten aufbauen und ein Haus nach dem anderen eröffnen. "Wir wachsen - mit der notwendigen unternehmerischen Vorsicht erweitern wir entsprechend den Marktgegebenheiten", argumentiert Sachau seinen Expansionskurs.

Eine Niederlage wie in Ahrensburg gehöre da auch zum Geschäft dazu. Davon gehe seine Teppichwelt noch lange nicht unter. Was das aber alles kostet, wie viel Geld sein Geschäft abwirft, darüber schweigt der Unternehmer.

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