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Brücke im Liether Wald : Abriss quasi beschlossen

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Die Politik lehnt einen Neubau ab - und die Sanierung ist ausgeschlossen. Eine Demontage ist wahrscheinlich.

Seit Jahren verschlechtert sich der Zustand der Teichbrücke im Liether Stadtwald. Sie ist zurzeit gesperrt. Nun scheint sogar das Ende des Überwegs besiegelt zu sein. Die Politik hat jüngst entschieden, das Bauwerk nicht durch einen Neubau zu ersetzen oder eine Sanierung anzustreben. Vielmehr soll die Verwaltung prüfen, ob mit den angesetzten 20 000 Euro Aufwendungen für einen Abriss vielleicht doch noch Schönheitsreparaturen durchgeführt werden können, um die Nutzung der maroden Brücke zu verlängern. Kaum machbar, erklärt das zuständige Amt. Der Abriss ist somit quasi beschlossen – eine neue Querung zurzeit nicht geplant.

Nach monatelangem Hin und Her sind die letzten Tage der Liether Teichbrücke gezählt. Leicht haben sich Elmshorns Kommunalpolitiker die Entscheidung allerdings nicht gemacht. Insgesamt sieben Varianten haben sie mit der Verwaltung geprüft, um letztlich doch festzustellen, dass eine Brücke menschlich wünschenswert sei, wirtschaftlich jedoch im Haushalt der Stadt nicht vertretbar widergespiegelt werden könne.

Hierzu zählen: Variante 1 – ersatzloser Abbruch kostet 20 000 Euro. Variante 2 – der Neubau einer Hängebrücke hätte 120 000 Euro gekostet. Variante 3 – Neubau einer Brücke mit Aluminiumüberbau für 130 000 Euro. Variante 4 – Neubau einer Pontonbrücke für 85 000 Euro. Eine Teilsanierung hätte etwa 12 000 Euro gekostet. Für eine Nutzungsdauer von grob zwei Jahren sei dies zu teuer. Eine Gesamtinstandsetzung wäre für rund 100 000 Euro zu haben gewesen. Die siebte Variante sah anstelle einer Brücke einen Damm mit Durchflussrohr vor. Auch dieser Vorschlag wurde verworfen. Durch Erosion im Uferbereich würde solch ein Überweg nur mit hohem Instandhaltungsaufwand realisierbar sein. Kosten? Unbekannt.

Bürgermeisterin Brigitte Fronzek brachte in der jüngsten Sitzung des zuständigen Ausschusses die Meinungen der meisten Fraktionsvertreter auf den Punkt: „Ich sehe nicht, dass eine Brücke erforderlich ist. Wer auf die andere Seite des Sees möchte, kann einen kleinen Umweg in Kauf nehmen.“ Lediglich die SPD-Fraktion verfolgte bis zum Schluss die Brückenlösung. „Wir möchten eine Querungsmöglichkeit auf jeden Fall erhalten“, sagte Hans Joachim Seiffert.

Gegen die anderen Stimmen im Ausschuss konnten sich die Genossen aber nicht durchsetzen. Der Wunsch nach einem Überweg sei verständlich, jedoch viel zu teuer, so das Fazit. Jetzt wird geprüft, ob mit den 20 000 Euro der Abriss oder eine Schönheitskur finanziert wird. Die Zeichen stehen aber eher auf Demontage.

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erstellt am 21.Sep.2013 | 12:00 Uhr

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