Elmshorn : Abfischen in Sibirien

Bereiten alles für das Abfischen vor: Jens Harder und Sohn Michael packen seit Jahren mit an.
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Bereiten alles für das Abfischen vor: Jens Harder und Sohn Michael packen seit Jahren mit an.

Familie Thormählen rechnet mit Spiegelkarpfen, Wildkarpfen, Zandern und Schleien. Fische werden direkt am Teich verkauft.

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14. November 2014, 16:00 Uhr

Elmshorn | Das Abfischen hat in Sibirien eine jahrzehntelange Tradition. In den vergangenen Jahren ist dieses Ereignis allerdings ein wenig eingeschlafen. Abgefischt wurde, aber nicht öffentlich. Jetzt soll der alten Tradition wieder neues Leben eingehaucht werden. Die Familie Thormählen lädt für morgen zum großen Abfischen ein. „Jeder Fischzug ist ein Abenteuer“, sagt Heike Thormählen, Inhaberin der Gaststätte Sibirien und des anliegenden Teiches und Waldes. Denn es ist unklar, wie viele Fische am Ende des Tages im Netz landen. Im Gegensatz zum Volksfest am Bokeler See, wird im Teich in Elmshorn nicht der Stöpsel gezogen. In Sibirien wird also noch richtig gefischt und der Fisch nicht einfach aus dem leeren See geerntet. „Bei uns haben die Fische eine Chance. Sie können übers Netz springen, durch Löcher entkommen oder sich im Grund vergraben“, sagt Anette Thormählen, Schwester der Inhaberin.

Los geht das Abfischen um 13 Uhr, dann wird zum ersten Mal das speziell für den See gemachte Netz durch den Teich gezogen. Zum Teil noch mit echter Muskelkraft. „An der einen Seite des Netzes ziehen Menschen, auf der anderen fährt ein Traktor“, erläutert Anette Thormählen. Bis zum Einbruch des Dunkelheit wird gefischt. „Wir machen kein Volksfest daraus. Die Menschen können vorbeikommen und einfach zuschauen. Das macht Spaß“, so Anette Thormählen. Natürlich kann der frische Fisch auch sofort gekauft werden. Ab 14.30 Uhr wird der Fang am Teich verkauft. Erwartet werden Spiegelkarpfen, Wildkarpfen, Zander und Schleie. „Bei uns gibt es keine Zufütterung. Die Fische ernähren sich ausschließlich aus der Natur. Dadurch erhalten sie ihren besonders aromatischen Geschmack“, so Anette Thormählen. Die Nachhaltigkeit sei ihrer Familie bei der Bewirtschaftung des Teiches wichtig. Deshalb werden fortpflanzungsfähige und kleine Fische zurück in den anderthalb Hektar großen See gesetzt, um den Bestand zu sichern.

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