Für 254.000 Euro : Grundschule Kölln-Reisiek soll eine Lüftungsanlage bekommen

Avatar_shz von 01. Dezember 2021, 07:00 Uhr

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Die Gemeinde Kölln-Reisiek möchte die Schule mit Lüftungsanlagen ausstatten.
Die Gemeinde Kölln-Reisiek möchte die Schule mit Lüftungsanlagen ausstatten.

Der Gemeinderat entschied sich einstimmig für das Vorhaben, doch bis zur Fertigstellung kann es noch einige Zeit dauern. Der Bund fördert das Projekt.

Kölln-Reisiek | „Das war der schnellste Bescheid, den ich in den letzten 42 Jahren erlebt habe“, sagt Birger Paulsen (SPD), Vorsitzender des Bau- und Planungsausschusses in Kölln-Reisiek. Etwa 80 Prozent der Kosten für die Lüftungsanlage, die in der Grundschule eingebaut werden soll, werden durch einen Zuschuss des Bundes finanziert. Nur 10 Tage habe die Gemeinde auf eine Antwort auf den entsprechenden Förderantrag warten müssen, berichtet Paulsen. Zur Wahl standen drei verschiedene Varianten Mit dem Thema haben sich die Kommunalpolitiker nun schon einige Wochen beschäftigt. Zunächst wurde ein Experte mit einer Machbarkeitsstudie beauftragt, der die Vor- und Nachteile von drei verschiedenen Optionen austarierte. Die Gemeindevertreter entschieden sich am Ende für Lüftungsanlagen, die in den Klassenräumen unter den Decken installiert werden. Anders als bei einem mobilen Gerät, werde die Luft nicht nur gefiltert, sondern von außen nach innen ausgetauscht. Weiterlesen: Luftfilter in Schulen: Was können sie leisten – was nicht? Ein entscheidender Vorteil gegenüber dem klassischen Lüften sei dabei vor allem bei großen Temperaturunterschieden zu finden. „Wenn im Winter 3 Grad draußen sind und 20 Grad im Klassenraum und dann gelüftet wird, wird es kalt in den Klassenräumen“, erläutert Paulsen. Das Gerät sauge die warme, verbrauchte Raumluft an, die dann sogenannte Metalllamellen im Gerät erwärmt. Dann saugt das Gerät Luft von außen an, führt diese über besagte Lamellen und erwärmt sie so. Dieser Vorgang passiert im laufenden Wechsel. Außerdem kann die Luftfilteranlage mit Filtern ausgerüstet werden. Das Ganze hat zwei Vorteile: Die Kinder müssen nicht frieren und es wird Energie gespart. Der Wärmeverlust bei diesen Anlagen betrage nur etwa 8 Prozent, führt Paulsen aus. Auch im Sommer seien die Anlagen ein Gewinn für die Schule: Immerhin könne man die Fenster der Schule nicht einfach über Nacht offen lassen, um das Gebäude runter zu kühlen. Die Lüftungsanlage könne jedoch sehr wohl eingeschaltet werden. Nicht zuletzt spreche auch die Installation unter der Decke für diese Variante. „Unsere Klassenzimmer – außer die im Neubau – sind recht klein. Ein Gerät auf dem Boden nimmt Raum weg und ist eine unnötige Stolpergefahr“, sagt Paulsen. Nicht zuletzt seien mobile Luftfilter noch nicht so gut erforscht wie die Lüftungsanlage, für die sich die Gemeinde nun entschieden hat. Eine Viertelmillionen Euro haben wir als Gemeinde auch nicht mal ebenso über. 254.000 Euro sollen die Lüftungsanlagen für die 13 Räume kosten – inklusive Planungskosten. 203.000 Euro werden vom Bund getragen. Über den Bescheid hätten sich die Gemeindevertreter sehr gefreut: „Eine Viertelmillionen Euro haben wir als Gemeinde auch nicht mal ebenso über“, sagt Paulsen. Bis die Anlagen jedoch in Betrieb genommen werden, könnte es noch eine ganze Weile dauern. Planungsauftrag soll noch dieses Jahr vergeben werden Es sei schwer, ein geeignetes Planungsbüro zu finden. Diejenigen mit Erfahrungen in dem Bereich hätten viel zu tun, den Büros mit Kapazitäten fehle es jedoch meist an Expertise in dem Thema, berichtet Paulsen. „Wir wollen kein Versuchsobjekt werden.“ Trotzdem: „Wir hoffen, noch dieses Jahr den Planungsauftrag zu vergeben.“ Paulsen geht nicht davon aus, dass die Anlagen vor Ende der Sommerferien 2022 installiert sind. Dass sich das Thema bis dahin erledigt haben könnte, glaubt der Gemeindevertreter vor allem nach den Entwicklungen in den vergangenen Woche nicht. „Das wird uns wohl noch ein wenig länger begleiten“, sagt der Gemeindevertreter. ...

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