Konzerte und Ausfahrten : Elmshorn: Auf der Klostersande soll bald wieder gefeiert werden

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Dafür war während der Pandemie reichlich Zeit: Jürgen Beick repariert in der Bordwerkstatt eine Handpumpe für die Toilettenspülung auf dem Schiff.
Dafür war während der Pandemie reichlich Zeit: Jürgen Beick repariert in der Bordwerkstatt eine Handpumpe für die Toilettenspülung auf dem Schiff.

Die Corona-Zeit haben sie für Arbeiten am Schiff genutzt. Jetzt hoffen die Klostersande-Aktiven, dass sie bald wieder Programm machen können: Konzerte, Ausfahrten, Feiern.

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30. Juli 2021, 07:00 Uhr

Elmshorn | „Wenn das jetzt langsam losgeht, dann werden wir es überstanden haben.“ Der Fördervereinsvorsitzende Martin Beckmann sieht Zeichen, dass es wieder losgeht auf der Klostersande: „Wir haben die ersten Geburtstage hier“. Bands fragen an, die im ehemaligen Laderaum des Schiffs auftreten wollen. Die Elmshorner Money Brothers würden gern wieder die Konzertsaison eröffnen, Irin Lisa Canny will Anfang November kommen. Zwei Fahrten der Klostersande nach Hamburg stehen schon auf dem Programm.

Während Corona waren kleine Konzerte möglich

Anderthalb Jahre mit mehr oder weniger strengen Corona-Auflagen: Das ist auch am Förderverein MS Klostersande nicht spurlos vorbeigegangen. Aber: „Wir haben gut gewirtschaftet“, sagt Beckmann. Ein Vereinsmitglied arbeitet in einer Hamburger Verwaltung und hat die Ehrenamtler laufend mit den aktuellen Bestimmungen versorgt: „Wir haben immer das gemacht, was ging“, im vergangenen Herbst dann eben Konzerte im kleinen Rahmen veranstaltet.

Michel Petersen (rechts) übergibt einen Scheck der Raiffeisenbank Seestermühe an den Klostersande-Vorsitzenden Martin Beckmann.
Jann Roolfs
Michel Petersen (rechts) übergibt einen Scheck der Raiffeisenbank Seestermühe an den Klostersande-Vorsitzenden Martin Beckmann.

Die Klostersande ist trotzdem nicht vergessen. Michel Petersen bringt eine Spende an Bord: 500 Euro schenkt die Raiffeisenbank Seestermühe dem Verein. Davon werden Crew-Sweatshirts gekauft, erklärt Martin Beckmann: „Der erste Satz ist verschlissen, wir haben neue Mitglieder“, begründet er den Bedarf. „Die Klostersande gehört zur Region“, erklärt Michel Petersen die Spende. „Wir finden die Idee toll, das Schiff instand zu halten.“

Es ist hier nie zum Erliegen gekommen. Martin Beckmann, Vorsitzender Förderverein MS Klostersande

Rund 150 Mitglieder zählt der Förderverein inzwischen; das bedeutet laut Beckmann ein Wachstum um 50 Prozent in den vergangenen drei Jahren. Wer das Schiff für eine Feier nutzen will, muss Mitglied im Verein werden; viele bleiben dem 53 Jahre alten Schiff dann treu.

Auf der Klostersande war immer was zu tun

Trotz aller Auflagen: „Es ist hier nie zum Erliegen gekommen“, betont Beckmann. Malen und Rost Klopfen kann man auf 55 Metern Schiffslänge gut mit Abstand erledigen. Rund ein Dutzend Leute kümmern sich ehrenamtlich darum, die Klostersande in Schuss zu halten. Sechs andere bilden das „Ausschank-Team“; die hatten in den vergangenen Monaten wenig zu tun. Jetzt „scharren sie schon mit den Hufen“, beschreibt der Zweite Vorsitzende Jürgen Tillmann die Motivation.

Martin Beckmann, Vorsitzender des Fördervereins MS Klostersande.
Jann Roolfs
Martin Beckmann, Vorsitzender des Fördervereins MS Klostersande.

Ihr aller Ziel lautet, die Klostersande fahrfähig zu halten. Das ist nicht nur Vereinszweck, sondern auch nötig fürs Vereinsleben: „Das ist die Faszination und Motivation für die Mitglieder“, ist sich Martin Beckmann sicher. „So anspruchsvoll das ist“.

Finanziert wird das Schiff vor allem mit Konzerten und privaten Feiern – an Bord kann auch geheiratet werden. Aber es braucht auch Fachleute wie Christian Bumann, der in Altenmoor eine Landmaschinen-Werkstatt betreibt und sich in seiner Freizeit um die Maschine des Frachters kümmert. Im vergangenen Winter hat er die Ruderanlage überholt. Allein drei Elektriker aus dem Verein kümmern sich um die Installationen auf dem Schiff.

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