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Elmshorner Nachrichten

17. August 2017 | 08:13 Uhr

6000 Euro für mehr Busse am Sonntag

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

SPD und Grüne wollen ÖPNV-Angebot ausbauen

Mehr Busse am Sonntag – es scheint beschlossene Sache zu sein. SPD und Grüne wollen mit ihrer Mehrheit einen Probebetrieb von mindestens einem Jahr durchsetzen. Das haben SPD-Fraktionschef Ulrich Lenk und Grünen-Vertreter Rainer Naske im Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt am Donnerstagabend klar gemacht. Die Busse des Elmshorner Stadtverkehrs würden dann in Zukunft sonntags nicht mehr erst zwischen 12 und 13 Uhr anrollen, sondern bereits um 9 Uhr. Bevor eine Entscheidung im Stadtverordnetenkollegium fällt, soll die Verwaltung zur nächsten Ausschusssitzung eine Beschlussvorlage erarbeiten. Denn am Donnerstag wurde erst einmal nur beraten.

Über Vor- und Nachteile einer Ausweitung des Fahrplans hatte im Ausschuss Claudius Mozer, Geschäftsführer der Südholstein Verkehrsgesellschaft, berichtet. Sein Unternehmen berät Kommunen in Fragen des öffentlichen Personen-Nahverkehrs (ÖPNV). Er machte deutlich, dass andere ÖPNV-Angebote in Elmshorn sonntags auch deutlich früher beginnen. Die Regionalbahn fahre ab 6 Uhr, die AKN ab 7  Uhr. „Im Nahverkehr braucht man ein stimmiges Gesamtkunstwerk. Mit dem Ausbau des Sonntagsangebots wird die Attraktivität gesteigert, man erschließt zusätzliche Kundenpotenziale“, betonte Mozer. Erdrutschartige Gewinne seien durch die Ausweitung nicht zu erwarten. Sie sei aber gut fürs Image. Die Option, das Angebot auf den Morgen auszuweiten, habe sich die Stadt im Vertrag mit dem Betreiber des Stadtverkehrs, der „linie“, bereits gesichert. Kosten: etwa 6000 Euro.

Der Seniorenrat der Stadt begrüßte die Haltung von SPD und Grünen. „Wir haben viele Anfragen. Wir Senioren sind eine große Nutzergruppe des Stadtverkehrs“, sagte Ursula Kleinert vom Seniorenrat im Ausschuss. Auch Bürgermeister Volker Hatje (parteilos) hält den Probebetrieb für sinnvoll. Auf Anfrage sagte er gestern unserer Zeitung: „Es macht Sinn. Ein Ausbau des ÖPNV-Angebots wäre aus meiner Sicht zu begrüßen.“ Die Ausweitung des Fahrplans sei zudem zu einem geringen Preis zu haben. Die 6000 Euro seien nur ein Bruchteil der Gesamtkosten, die die Stadt jedes Jahr für den Stadtverkehr aufbringen muss. Diese liegen bei rund 740 000 Euro. Vor allem für Besucher des Krankenhauses und Bahnfahrer würde der vorgezogene Start Vorteile bringen.

Während SPD und Grüne sich klar positioniert haben, blieb die Haltung von CDU und FDP offen. Andreas Hahn (CDU) forderte eine genaue Bedarfsanalyse, da es schließlich darum gehe, Steuergelder auszugeben. Er bezweifelte, dass es am Sonntagmorgen einen großen Bedarf gebe. Er betonte aber auch: „Den ÖPNV in Elmshorn weiter zu verbessern ist in unser aller Sinne.“ Es gehe aber darum, einen höchstmöglichen Komfort zu angemessenen Preisen zu bieten.

SPD-Chef Lenk und Naske von den Grünen sehen dagegen keinen Bedarf für eine genaue Analyse. „Wir sollten den Mut haben, das jetzt zu machen“, so Lenk. Er schlug einen Probebetrieb von mindestens einem Jahr vor. Diesem Vorschlag schloss sich Naske an.

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erstellt am 15.Feb.2014 | 16:00 Uhr

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