Elmshorn : 6 Millionen Euro für die Kindergärten

Bis zum Jahr 2020 sollen möglichst 60 Prozent der Kinder von ein bis drei Jahren in Elmshorn mit einem Platz in einer Kindertagesstätte oder in einer Tagespflegestelle versorgt werden können.
Bis zum Jahr 2020 sollen möglichst 60 Prozent der Kinder von ein bis drei Jahren in Elmshorn mit einem Platz in einer Kindertagesstätte oder in einer Tagespflegestelle versorgt werden können.

Die Betreuung der Kinder wird für die Stadt immer teurer.

shz.de von
06. Mai 2015, 10:00 Uhr

Elmshorn | Eltern, die ihr Kind in einer Tagesstätte betreuen lassen wollen, haben in Elmshorn dazu beste Gelegenheiten. Die Kehrseite der Medaille: Die Stadt muss immer tiefer in ihre ohnehin fast leeren Kassen greifen. Fast sechs Millionen Euro sind für dieses Jahr eingeplant. Genau 22 Kindertagesstätten gibt es momentan in Elmshorn. In insgesamt 111 Gruppen wird dort der Nachwuchs betreut. Für die Drei- bis Sechsjährigen bietet die Stadt eine Versorgungsquote von rund 98 Prozent.

Dafür muss Elmshorn viel Geld bezahlen. „Fast sechs Millionen Euro kostet uns das dieses Jahr. Das ist schon ein finanzieller Kraftakt“, sagt Bürgermeister Volker Hatje während eines Gesprächs mit sozialdemokratischen Politikern. Und die Tendenz sei steigend. Etwa 200.000 bis 500.000 Euro kämen pro Jahr dazu. Auch die große Zahl der Flüchtlinge erhöhe den Bedarf an Kita-Plätzen. Rund ein Drittel von ihnen seien Kinder, erläutert die SPD-Landtagsabgeordnete Beate Raudies. In diesem Jahr rechnet die Stadtverwaltung mit rund 300 weiteren Asylbewerbern.

Das Betreuungsgeld spielt bei den Eltern offensichtlich keine nennenswerte Rolle. Zahlen für einzelne Landkreise oder gar Städte gibt es nicht. Das Kieler Sozialministerium hat lediglich Daten für ganz Schleswig-Holstein. Doch danach erhielten (Stand 31. Dezember 2014) gerade einmal 11693 Eltern landesweit den staatlichen Zuschuss für die Erziehung ihrer Kinder.

148 Euro für einen halben Tag

Das ist der Grund für den hohen finanziellen Aufwand der Stadt Elmshorn bei den Kindergärten: Die Eltern zahlen nur einen Teil der tatsächlichen Kosten, die die Betreuung ihrer Kinder verursacht. Für einen Halbtagsplatz (vier Stunden an fünf Tagen) müssen Mütter und Väter 148 Euro monatlich hinblättern, für einen Ganztagsplatz 296 Euro.

Wie viel die Stadt Elmshorn genau pro Platz zuschießen muss, sei nicht genau zu sagen, so Heike Rosemann, Leiterin des Amts für Kinder, Jugend, Schule und Sport. Denn die Träger hätten unterschiedliche Gebühren, und es gebe mittlerweile eine Vielzahl von unterschiedlichen Angeboten für die Eltern. Es sei im Amt aber einmal ganz grob überschlagen worden, welche Summe Elmshorn pro Platz zuzahlen müsse. Das liege im Bereich der Drei- bis Sechsjährigen zwischen etwa 1900 und 3000 Euro (Ganztagsplatz) pro Jahr. 

Noch viel teurer wird es bei den Krippenplätzen für Ein- bis Dreijährige. Hier muss die Stadt pro Platz jährlich zwischen rund 3500 und 7000 Euro (Ganztagsplatz) zubuttern. Die Eltern zahlen monatlich für eine täglich sechsstündige Betreuung ihrer kleinen Sprösslinge 330 Euro, für einen Ganztagsplatz lediglich 444.

Kein Wunder, dass der Bürgermeister stöhnt: „Die Finanzierung der Kita-Betreuung ist ein finanzieller Brocken.“ In den nächsten Jahren wird die Stadt noch mehr berappen müssen. Denn Elmshorn verfolgt ehrgeizige Pläne: Demnach sollen bis zum Jahr 2020 möglichst  60 Prozent der Kinder von ein bis drei Jahren mit einem Platz in einer Kindertagesstätte oder in einer Tagespflegestelle versorgt werden können. Zudem soll für alle Kinder im Alter von drei Jahren bis zum Schuleintritt ein Platz in einer Kindertagesstätte oder Tagespflegestelle geschaffen werden.

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