zur Navigation springen
Elmshorner Nachrichten

14. Dezember 2017 | 01:28 Uhr

568 Fahrräder gestohlen

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Kaum ein Täter wird erwischt / Auch Einbrecher werden selten festgenommen / Viele stammen aus dem Ausland

„Elmshorn liegt zum Glück etwas weiter weg“, findet Dietmar Engelhorn. Weiter weg von Hamburg, am Rand des Speckgürtels – aus Sicht des Elmshorner Kripo-Chefs hat das einen entscheidenden Vorteil: In Elmshorn wird nicht so oft eingebrochen wie in Schenefeld, Rellingen oder Halstenbek.

Trotzdem: 97 Mal stiegen 2015 Diebe in Häuser oder Wohnungen ein. „Das ist jedes Mal ein heftiger Einschnitt in die Privatsphäre“, erklärte Engelhorn vor dem Elmshorner Polizeibeirat, einem Gremium des städtischen Hauptausschusses. Einige Betroffene litten anschließend unter posttraumatischen Belastungsstörungen. Und Hoffnung, dass die Täter geschnappt werden, gibt es kaum: Die Aufklärungsquote liegt bei mageren sieben Prozent.

Ausschussmitglied Karl Holbach wollte vom Fachmann wissen, was es mit den „Gaunerzinken“ auf sich habe, Markierungen an Häusern, die oft für Zeichen von Verbrechern gehalten werden. Für Engelhorn sind das allerdings Märchen: „Wir haben da noch nie etwas festgestellt“.

Was die Polizei weiß: Viele Einbrecher stammen aus dem Ausland, werden professionell angeworben, reisen ein, stehlen und verschwinden wieder. Damit sind sie schwer zu fassen. Engelhorn riet als Abhilfe zur Aufmerksamkeit unter Nachbarn: „Was tut sich, wer bewegt sich da?“ Suspekte Beobachtungen sollten sofort über den Notruf 110 gemeldet, Verdächtige nicht angesprochen und damit verscheucht werden.

Häufiger als in Wohnungen wurde im vergangenen Jahr in Autos eingebrochen: 113 Mal. Engelhorns Rat: „Nichts im Auto liegen lassen“.

4 666 Straftaten erfasst die Statistik für Elmshorn 2015. Das bedeutet einen leichten Anstieg und macht Elmshorn, gemessen an der Einwohnerzahl, zur Stadt mit der höchsten Kriminalität im Kreis. Die Zahlen liegen nur knapp hinter denen Kiels oder Lübecks. Aufgeklärt wurden in Elmshorn 53 Prozent der Straftaten.

Knapp die Hälfte der Delikte waren Diebstähle. 568 Fahrräder wurden geklaut – Aufklärungsquote: Fünf Prozent. 268 Ladendiebstähle wurden aufgenommen. Bei denen liegt die Aufklärungsquote bei stolzen 90 Prozent.

Betrogen wurde in Elmshorn 835 Mal, dazu zählt auch Internetkriminalität. 533 Mal ging es brutal zu, die Rohheitsdelikte umfassen Raub, Körperverletzung, Freiheitsberaubung, Nötigung und Bedrohung. Um gut 20 Prozent ging die Zahl der gefährlichen Körperverletzungen – dabei kommt eine Waffe oder ein anderer Gegenstand zum Einsatz – zurück auf 87 Fälle.

Die Polizisten ermittelten im vergangenen Jahr 1920 Tatverdächtige. Drei Viertel von ihnen waren Männer, die Hälfte stammte aus Elmshorn selbst. Elf Prozent der Verdächtigen waren Jugendliche, zwölf Prozent Heranwachsende. Insgesamt sehen die Zahlen für 2015 ganz ähnlich aus wie im Jahr davor, erklärte Engelhorn. Seine Einschätzung der Daten: Elmshorn liegt bei der Kriminalität „eigentlich im Normalbereich“.


zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen