zur Navigation springen

Holsteiner Fohlenauktion : 40 Tiere für 345.000 Euro

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Knapp 800 Besucher waren in diesem Jahr bei der Fohlenauktion in Elmshorn zu Gast - einige mit dicken Brieftaschen.

Die Stimmung an dem runden Tisch ist gut. Gerade haben die drei Damen und der Herr ein Holsteiner Fohlen ersteigert. Wie viele sie heute schon gekauft haben? Die Frau in der braun gemusterten Wolljacke deutet auf die Sektflasche mit blau-weiß-roter Schleife am Hals, die auf dem Tisch steht. Pro ersteigertem Fohlen gibt es vom Verband eine solche Flasche, also sind es jetzt zwei. Mehr sollen es auch nicht werden, schließlich haben die Gäste aus Bayern schon knapp einen fünfstelligen Betrag investiert.

Damit tragen die Oberpfälzer ihren Teil bei zu der Zahl, die für den Holsteiner Verband die entscheidende ist: 40 Fohlen wurden am Sonntag bei der jährlichen Auktion in Elmshorn für insgesamt 345 000 Euro verkauft; macht im Schnitt pro Fohlen 8 625 Euro. „Ein gutes Ergebnis“ ist das für Peter Glisic, Verkaufsleiter beim Holsteiner Verband: „Die Züchter haben ihre Pferde topp in Schuss, das macht sich bezahlt.“

Rund 800 Besucher waren zur Auktion in die Halle gekommen. VIP-Kunden durften an Tischen neben dem Pult des Auktionators Uwe Heckmann Platz nehmen, die anderen saßen auf der Tribüne.

Die vier Bayern hatten sich angemeldet, ihr Kaufinteresse genügte offenbar für einen Platz mit Bedienung. Ihre Namen wollen sie lieber nicht in der Zeitung lesen; zwei von ihnen, Mutter und Tochter, bringen das Geld mit, die beiden anderen, ein Ehepaar, das Know-how: Er reitet professionell, sie managt den Stall, zusammen züchten sie Pferde und bilden sie aus. Für sie sind die beiden Fohlen eine Investition, die sich auszahlen soll, wenn aus den wenige Monate alten Tieren erfolgreiche Sportpferde geworden sind oder sie es wenigstens zur Körung schaffen, der ersten Stufe zum Zuchthengst.

„Ohne Leidenschaft würde man das nicht tun“, die Mutter legt Wert darauf, dass der emotionale Aspekt nicht zu kurz kommt. Schließlich verspüre sie „schon immer“ Liebe zu Pferden, ihre Tochter Antonia bekomme seit zehn Jahren Reitunterricht und habe Pferdewirtin gelernt, vielleicht werde das ein berufliches Standbein für sie. Mutter und Tochter besitzen je ein Pferd für Ausritte, die Tochter außerdem zwei Turnierpferde und jetzt sind noch zwei Fohlen dazu gekommen, die Tiere stehen beim beratenden Ehepaar.

„Wir schätzen die Tradition, die Blutlinien“, sagt die Bayerin. „In erster Linie die Abstammung“ bestimmt auch bei ihrer Beraterin, der Stallmanagerin, die Auswahl der Favoriten. Dieses Bedürfnis befriedigen die Veranstalter: Eigene Namen haben die Fohlen noch nicht, im Katalog laufen sie unter den Namen des Vaters und des Großvaters mütterlicherseits. Gute Namen genügen dem Auktionator schon für seine Werbung: „Wer will die Siegerstute von morgen kaufen?“

Bis dahin vergehen noch ein paar Jahre, erstmal dreht das junge Tier an der Seite seiner Mutter ein paar Runden in der Halle. Einige Fohlen vollführen Bocksprünge, andere laufen neugierig umher, wieder andere wirken eher verunsichert. Eins haben sie alle gemeinsam: Unter 3 000 Euro geht keins weg. Bei drei Tieren findet sich kein Bieter, der Höchstpreis betrug am Sonntag 31 000 Euro. „Sehr viele ausländische Kunden“ registriert Peter Glisic, die Fohlen werden nach Schweden, Brasilien, Peru oder in die USA verkauft. Oder nach Bayern; als Investition, die Rendite bringen soll und mit Leidenschaft getätigt wird.

Karte
zur Startseite

von
erstellt am 01.Okt.2013 | 12:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen