Nordakademie : 300 Elmshorner Schüler testen Landespolitiker

<p>SPD-Landtagsabgeordnete Beate Raudies im Gespräch mit den Schülern.</p>
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SPD-Landtagsabgeordnete Beate Raudies im Gespräch mit den Schülern.

Der Elmshorner Kinder-, Schüler- und Jugendvertretungsbeirat hatte Landespolitiker zur Diskussion mit 300 Schülern in die Nordakademie eingeladen. Am Ende gab es eine Testwahl. Wer überzeugen konnte - und wer nicht.

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01. März 2017, 12:00 Uhr

Elmshorn | Am 7. Mai wählen die Schleswig-Holsteiner einen neuen Landtag. Dann dürfen auch 16-Jährige ihre Stimme zum ersten Mal abgeben. Viele Jungwähler stellen sich die Frage: Was haben die Parteien eigentlich zu bieten? Antworten gab es gestern im Audimax der Nordakademie. Der Elmshorner Kinder-, Schüler- und Jugendvertretungsbeirat (KSJVB) hatte zur Diskussion eingeladen. Insgesamt 300 Schüler sprachen mit Landespolitikern von SPD, CDU, FDP, den Grünen und der Linken. Eine Testwahl zeigte, wer bei den Schülern punkten konnte.

<p>Grünen-Politikerin Eka von Kalben</p>
Knuth Penaranda

Grünen-Politikerin Eka von Kalben

Keine leichte Aufgabe für die Polit-Profis. Deshalb hatten die Parteien auch prominente Wahlkämpfer an den Start geschickt. Für die SPD war die Elmshorner Landtagsabgeordnete Beate Raudies gekommen und für die die CDU die Elmshorner Landtagskandidatin Birte Glißmann. Die FDP vertrat der Landesvorsitzende Heiner Garg und die Grünen Eka von Kalben, Fraktionsvorsitzende im Landtag. Von der Linken war Kreissprecher Klaus-Dieter Brügmann am Start.

Auch zwei andere Parteien hatten zugesagt. Aber die Piraten mussten krankheitsbedingt absagen und die AfD war, laut Veranstalter, einfach nicht erschienen.

Fast ein halbes Jahr lang hatten der KSJVB, ein Zusammenschluss aus dem Kinder-und Jugendbeirat und den Schülervertretungen Elmshorner Schulen, die Veranstaltung vorbereitet. „Wir wollten Jugendlichen bewusst machen, was Wahlen eigentlich bedeuten und was sie bewirken können“, sagte Cedric Müller (19) vom Organisationsteam. Der Schülersprecher der Erich Kästner Gemeinschaftsschule (KGSE) ist zufrieden: „Die Teilnehmer haben die Politiker ganz schön in die Mangel genommen.“ Themenbereiche wie Bildung, Integration, Extremismus und ganz einfach die Frage: Was macht so ein Berufspolitiker eigentlich? bestimmten die Gesprächsrunden.

<p>Klaus-Dieter Brügmann (Die Linke)</p>
Knuth Penaranda

Klaus-Dieter Brügmann (Die Linke)

Nach einer kurzen Vorstellung diskutierten die Parteienvertreter in wechselnden Gruppen mit den Schülern. Ihre Gesprächspartner waren Jugendliche der 10. und 11. Jahrgänge der KGSE und der Bismarckschule.

„Die Schüler waren sehr interessiert und haben intensiv nachgebohrt. Ich bin begeistert“, sagte Eka von Kalben (Grüne). Auch CDU Kandidatin Birte Glißmann registrierte großes Interesse in den Diskussionsgruppen. „Die jungen Leute sind erstaunlich breit aufgestellt“, sagte sie.

„Keine Spur Politikverdrossenheit und großes Engagement“ attestierte FDP-Landes-Chef Heiner Garg den Elmshorner Schülern. Schade sei jedoch, so Garg, dass die AfD-Vertreter „gekniffen“ hätten.

Beate Raudies von der SPD lobte die Initiative des KSJVB. Sie habe die Veranstaltung dafür genutzt, die jungen Teilnehmer von Werten und Zielen der SPD zu überzeugen. Geduldig beantwortete Klaus-Dieter Brügmann (Linke) die Fragen der Schüler. Sein Fazit: „In den Gesprächen ging es immer um glaubwürdige Inhalte“.

<p>FDP-Politiker Heiner Garg</p>
Knuth Penaranda

FDP-Politiker Heiner Garg

Und die Schüler selbst, wie kamen die Landespolitikeer bei ihnen an? Für Judith Hellerich (16) vom Bismarck,-Gymnasium ist Politik spannender geworden. „Ich wusste nicht wen ich wählen soll. Jetzt bin ich offener für die Wahlen“, sagte sie. Lukas (18), Schüler der KGSE: „Die Veranstaltung ist viel zu kurz. Sie müsste noch umfassender sein. Ansonsten ist das eine sehr interessante Veranstaltung.“

Ob die Politiker die Jungwähler mit ihren Argumenten und Programmen überzeugen konnten zeigten Testwahlen. Vor und nach den Diskussionsrunden wurde abgestimmt. Das Ergebnis (siehe Infokasten) macht eines klar: Die Jugendlichen haben genau zugehört und ihre Eindrücke direkt in ein klares Votum umgesetzt.

Ergebnisse: Abstimmung in Prozent

Abgestimmt wurde vor und nach der Diskussion mit den Politikern

Erste Schülergruppe (vormittgs):

Vorher: CDU 32;  SPD 43; FDP 7; Grüne 11; Linke 4.

Nachher: CDU 28;  SPD 34;   FDP 13; Grüne 17;  Linke 3.

Zweite Schülergruppe (nachmittags):

Vorher: CDU 23; SPD 10; FDP 5; Grüne 15; Linke 15.

Nachher: CDU 26; SPD 31; FDP 11; Grüne 18; Linke 14.

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