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Rita Süssmuth als Gast in Elmshorn : 30. Frauenempfang ins Rathaus ein

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Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Die Stadt Elmshorn lädt am 31. Januar zum 30. Frauenempfang ins Rathaus ein. Das Thema: Diskussion über die Pille.

shz.de von
erstellt am 13.Jan.2016 | 16:00 Uhr

Elmshorn | Sie ist 55 Jahre alt und hat in dieser Zeit eine Revolution ausgelöst, einen Papst gegen sich aufgebracht und das Leben zahlloser Frauen verändert. Die Rede ist von der Anti-Baby-Pille. Das hormonelle Verhütungsmittel ist das Thema des 30. Frauenempfangs der Stadt Elmshorn am 31. Januar.

„Das Thema ist gerade sehr aktuell“, begründet die Landtagsabgeordnete Beate Raudies (SPD) die Auswahl. Weil die Gleichstellungsbeauftragte Maren Schmidt erkrankt ist, übernimmt Raudies die Moderation beim Frauenempfang. In der Pressekonferenz erklärt sie die Themenauswahl detaillierter: „Mit der Erfindung der Pille ging in den 68ern die sexuelle Revolution einher und damit eine selbstbestimmte Familienplanung, die der heutigen Generation selbstverständlich vorkommt.“ Das sei aber keineswegs so, denn obwohl in Deutschland jede zweite Frau die Pille nimmt, hätten weltweit 220 Millionen Frauen keinen Zugang zu Verhütungsmitteln. Außerdem seien weder die Pille noch Kondome in den Hartz IV- und Asylbewerberleistungen enthalten. „Und in diesen Tagen werden die ersten Prozesse wegen der gesundheitlichen Risiken der Pille geführt.“ Die Frage: „Pille – Segen oder Fluch?“ werde gesellschaftlich so kontrovers geführt wie schon lange nicht mehr.

Als Gastrednerin konnte das Vorbereitungsteam, bestehend aus Frauen aus dem Stadtverordnetenkollegium, die ehemalige Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth gewinnen. „Sie ist eine unglaublich spannende Frau, war vor 30 Jahren Bundesministerin für Gesundheit und Vorkämpferin für Frauenrechte“, erklärt Silke Pahl von den Grünen. „Frau Süssmuth hat sich immer für die Belange von Frauen eingesetzt und unterstützte zum Beispiel auch die Initiative zur Liberalisierung des Abtreibungs-Paragraphen, ,Mein Bauch gehört mir’.“ Süssmuth setzte sich auch für die Enttabuisierung von Aids ein und initiierte Aufklärungskampagnen. „Das ist eine Frau mit Format und sie hält brillante Reden“, sagt Raudies. „Es wird Spaß machen, ihr zuzuhören.“

In den 30 Jahren, in denen es den Frauenempfang schon gibt, ist es dem Vorbereitungsteam immer wieder gelungen, interessante Gastredner zu gewinnen. Es kamen zahlreiche Landes- und Bundesministerinnen, es gab aber zum Beispiel auch einen Vortrag zum Thema Mode. „Wir haben viele tolle Frauen dagehabt“, fasst Beate Raudies zusammen.

Den ersten Empfang gab es 1987, kurz nachdem die SPD die Schaffung einer Stelle für eine Frauenbeauftragte durchgesetzt hatte. Damals wie heute ging es vorrangig darum, dass sich Frauen aus den verschiedenen Verbänden und Vereinen der Stadt vernetzen. „Das erste Thema damals war Sexualität am Arbeitsplatz“, erinnert sich Traute Röhrs (SPD). „Die Frauen von der CDU und auch die Kirchenfrauen haben erst protestiert, weil keine Männer eingeladen waren. Später waren dann alle begeistert von dem Konzept.“ Im zweiten Jahr, mit einer Ausstellung zur Hexenverfolgung, habe der Frauenempfang seinen Durchbruch gehabt. Mittlerweile kommen jedes Jahr etwa 300 Besucherinnen. In diesem Jahr wird Detlef Witthinrich-Kohlschmitt, Vorsitzender des Ausschusses für Gleichstellung, den Frauenempfang eröffnen. Das musikalische Begleitprogramm gestaltet der Chor Tuxedo Junction. Zum Empfang am Sonntag, 31. Januar, von 11 bis 14 Uhr, sind alle Interessierten ins Elmshorner Rathaus eingeladen.

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