Elmshorn : 250 Jahre Wehrmannsches Haus

Gruppenbild auf Klostersande beim großen Verwandtschaftstreffen vor dem historischen Stammsitz der Familien Wehrmann, Prüß und Seger.
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Gruppenbild auf Klostersande beim großen Verwandtschaftstreffen vor dem historischen Stammsitz der Familien Wehrmann, Prüß und Seger.

Große Geburtstagsfeier mit mehr als 110 Familienmitgliedern. Und für jeden gab es einen rostigen Nagel.

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19. Juni 2014, 12:15 Uhr

Elmshorn | Zu einem sehr großen und fröhlichen Familientreffen ist der 250. Geburtstag des Wehrmannschen Hauses auf Klostersande geworden. Das Besondere Kulturdenkmal aus dem Jahre 1764 ist in 7. Generation in Familienbesitz und die jetzigen Bewohner, Architekt Thomas Wehrmann und seine Frau Angela Hildebrandt-Wehrmann, hatten deshalb alle Verwandten eingeladen, die vom Urgroßvater Johann Hinrich Wehrmann (1846-1935) abstammen.

Mehr als 110 Frauen, Männer, Jugendliche und Kinder sind am Sonnabend auf Klostersande eingetroffen, um das Jubiläum des Familienstammsitzes zu feiern. Sie reisten aus allen Teilen Deutschlands, aber auch aus Schweden, Norwegen und den USA an.

Älteste Teilnehmerin war Margit Prüß. Die 90-jährige ehemalige Lehrerin an der Schule Hafenstraße war denn auch eine begehrte Gesprächspartnerin und musste immer wieder aus der Vergangenheit berichten. Die jüngsten Gäste waren noch im Säuglingsalter.

„Viele haben in Erinnerungen geschwelgt und es wurde ganz viel geklönt“, so Gastgeber Thomas Wehrmann erfreut. Gemeinsam habe man tagsüber im Garten auf Klostersande und abends beim Ruderclub Elmshorn an der Krückau gesessen und dann bis in den nächsten Morgen mit Musik und Tanz den Hausgeburtstag und das Wiedersehen der Verwandten gefeiert. Und alle haben sich in ein großes, in Leder gebundenes Buch eingetragen: Das „Rechen Buch von allerhand Haus und Kaufmans Rechnungen“ ist seit 1769 in Familienbesitz, wurde bis 1831 als solches genutzt und dient mit seinen noch leeren Seiten seit 50 Jahren als Gästebuch. Darin hat sich auch schon Elmshorns früherer Bürgermeister Kurt Semprich eingetragen – anlässlich des 200. Geburtstages des Hauses im Jahre 1964.

Übrigens: Jeder Gast ging mit einem kleinen Stück des historischen Gebäudes nach Hause. Wie das geht? Der Hausbesitzer und seine Frau sind seit 1992 dabei, ihr Heim denkmalgerecht zu restaurieren und zu erhalten. Die dabei angefallenen, nicht wieder zu verwendenden historischen Nägel haben sie aufbewahrt, jeweils mit einer kleinen roten Schleife versehen und mehr als 110 Stück davon zum 250. Hausgeburtstag an ihre Gäste als Erinnerungsstücke verschenkt. Auch dafür waren die vielen Verwandten dankbar.

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