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Viel Applaus für „VielHarmonie“ : 20 Jahre Blasorchester Elmshorn

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Elmshorner Blasorchester feiert 20-jähriges Bestehen mit Konzerten in der EBS. Gute Stimmung trotz norddeutscher Zurückhaltung.

Elmshorn | „Ab diesem Stück geht’s los. Fühlen Sie sich frei!“ Dafür lagen auf den Besucherstühlen Knicklichter, Fähnchen und Tröten bereit. Mit diesen Utensilien sollten sich die rund 400 Zuhörer bei den beiden letzten Stücken des Konzerts aufführen wie das Publikum bei der legendären „Last Night of the Proms“, wenn in der Londoner Royal Albert Hall das Publikum zu patriotischen Liedern außer Rand und Band gerät. Die Elmshorner erwiesen sich als disziplinierter, aber immerhin blinkte es bunt, trötete ab und zu und die Fähnchen wurden geschwenkt. Der Text zu „Land of Hope and Glory“ lag zwar aus und wurde vom Chor vorgesungen, aber die Norddeutschen blieben zurückhaltend; ist ja auch nicht ihre Hymne.

Das Finale der „Last Night of the Proms“ in Elmshorn nachzuspielen, diese Idee gehörte zum 20-jährigen Bestehen des Elmshorner „VielHarmonie“ Orchesters. Mit zwei Konzerten feierten die Musiker am vergangenen Wochenende ihr Jubiläum beim traditionellen Herbstkonzert. Am Sonnabend waren die Reihen in der Aula der Elsa-Brändström-Schule mit rund 400 Besuchern gut gefüllt.

„Wir pflegen die Blasmusik anders als andere Blasorchester“, stellte Dirigent Wolf Tobias Maximilian Müller in seiner Moderation klar. Vor allem das Orchestrale betonten die Amateurmusiker in ihrem Programm: Ravels „Bolero“, die olympische Fanfare oder die englischen Stücke kennt man eher von Sinfonieorchestern. Ungewohnt ist es schon, wenn statt der Violinen Bläser im „Bolero“ tönen, aber an Macht können sie es mit den Streichern allemal aufnehmen.

Natürlich fehlte auch der Swing nicht; „New York, New York“ und „My Way“, „I  got Rhythm“ oder ein Glenn-Miller-Medley waren auch vertreten. Das spielen die „VielHarmoniker“ schon seit 30 Jahren. Dass sie trotzdem erst ihr 20-Jähriges feierten, hat organisatorische Gründe: 1994 trennten sich die Musiker vom Sportverein und firmieren seither als eigener Verein.

Breites musikalisches Spektrum begeistert

Zum Geburtstag hatten die Musiker den Popchor „Tuxedo Junction“ eingeladen. „Der Chor ist jetzt Liza Minelli, auch die Männer“, führte Dirigent Müller die Sänger ein, die bei „New York, New York“ auftraten, vier Stücke ohne Orchester sangen und dann zusammen mit dem Blasorchester „Music“ von John Miles aufführten.

„Ich habe sie letztes Jahr erlebt in der Elbmarschenhalle, ich war schon damals angetan vom breiten Spektrum“, lobte Besucher Wolfgang Müller aus Uetersen das Programm: „Die kommen unheimlich professionell rüber, aber auch charmant.“ Ralf Jähnig aus Ahrensburg zeigte sich „sehr beeindruckt“ vom Konzert und lobte die Publikumsnähe in der Schulaula. Anja Henkelmann aus Elmshorn fand die Moderationen des Dirigenten „sehr interessant, aber nicht langatmig“.

Müller erzählte zu jedem Stück dessen Hintergrund oder eine Anekdote; so wissen die Konzertbesucher jetzt, dass Maurice Ravel seinen „Bolero“ hasste und George Gershwin sich mit seiner Frau ums Klopapier stritt. Für den 23-Jährigen mit der Wuschelmähne war es das zweite Jahreskonzert mit der „VielHarmonie“. Er übernahm das Pult vor anderthalb Jahren vom langjährigen Leiter Ralf Hagens. Mit Erfolg, bescheinigte ihm Zuhörer Wolfgang Müller: „Ein fantastischer Dirigent.“ Fazit von Claudia Budor aus Sommerland: „Mir hat es gut gefallen.“

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erstellt am 11.Nov.2014 | 16:00 Uhr

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