zur Navigation springen

Elmshorner Nahverkehr : 2,15 Millionen Fahrgäste – Rekord

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Bus und Bahn sind beiden Bürgern in Elmshorn immer beliebter. Die Forderung nach mehr Service am Sonntag lehnt die Politik allerdings ab.

Benzin ist teurer, Parkplätze sind rar: Immer mehr Menschen verzichten deshalb aufs Auto und steigen auf Bus und Bahn um. Und in Elmshorn explodieren die Fahrgastzahlen geradezu. So nutzten laut aktuellen Angaben 2012 so viele Menschen wie noch nie den öffentlichen Stadtbusverkehr in Elmshorn. Die Zahl der Fahrgäste stieg gegenüber 2011 um 6,4 Prozent auf insgesamt 2,15 Millionen, teilten Stadt und beteiligte Unternehmen mit.

Seit 2004 steigen die Nutzerzahlen der innerstädtischen Linien kontinuierlich an. Bereits im vergangenen Jahr hatte der Verkehrsverbund die damalige Ausgangszahl von 990 000 Fahrgästen auf 2,02 Millionen mehr als verdoppelt. Und der Strom der Nutzer reißt nicht ab. Ein Rekord jagt den nächsten.

„Wir freuen uns sehr über das gute Ergebnis des öffentlichen Personen-Nahverkehrs in Elmshorn. Dieses Ergebnis bestätigt die Kommunalpolitiker, die schon vor Jahren entschieden haben, das Angebot qualitativ und quantitativ auszubauen und erheblich mehr Geld für diesen Bereich auszugeben“, erklärt Bürgermeisterin Brigitte Fronzek.

Ein Grund für den anhaltenden Erfolg liege vor allem in dem kontinuierlichen Ausbau des örtlichen ÖPNV-Angebots. „Die im Oktober 2011 umgesetzte und 2012 erstmalig ganzjährig wirkende Verdichtung der Buslinie 6502 ins Industriegebiet Süd spielt dabei die Hauptrolle und zeichnet maßgeblich für diesen deutlichen Zuwachs verantwortlich“, schreiben Stadt und Busunternehmen in einer gemeinsamen Mitteilung.

Die große Nachfrage trifft aber auch auf allen anderen Strecken zu. Im Tagesdurchschnitt nutzten 2012 somit täglich fast 5900 Menschen die Linien 6500, 6501, 6502, 6503 und 6504 – insgesamt also 2,15 Millionen.

Als eine „bemerkenswerte Entwicklung, die ihresgleichen sucht“, stellt Claudius Mozer, Verkehrsplaner der Südholstein Verkehrsgesellschaft, fest. Ganz offensichtlich sei in Elmshorn „sehr viel richtig gemacht worden“. Allerdings gibt es diese Service nicht zum Nulltarif. Die Stadt bezuschusst den ÖPNV zurzeit mit rund 800 000 Euro jährlich.

„Für die Stadt ist die anhaltende Beliebtheit ein Ansporn, den Service auszubauen. Die Stadt möchte für Menschen, die nicht mehr Auto fahren wollen, die Mobilität gewährleisten“, sagt Fronzek. Ein Mehr an öffentlicher Verkehrsmittelnutzung ist jedoch nicht an jeder Stelle gewünscht. So ist die Forderung von Bürgern nach einer Ausweitung des Fahrplans an Sonn- und Feiertagen zurzeit politisch nicht gewollt. So erklärt Andreas Hahn (CDU), Vorsitzender des zuständigen kommunalen Ausschusses für Stadtentwicklung: „Die Nachfrage ist einfach noch zu gering.“ Das hätten Tests auf einzelnen Streckenverläufen ergeben. Gänzlich verschließen wolle man sich Forderungen der Fahrgäste aber nicht. Nur wichtiger sei die viel frequentierten Zeiten weiter zu optimieren. „Das hilft mehr Leuten als am Sonntag“, sagt Hahn. Außerdem müsse vorsichtig mit Finanzen umgegangen werden.

Angesichts des Angebots des Stadtbusbetreibers „die linie“ für jährlich etwa 5000 Euro den Sonntagsfahrplan auf den beiden Hauptlinien 6501 und 6502 bereits am Morgen statt wie bisher erst gegen Mittag zu beginnen, erschließt sich die Begründung betroffenen Fahrgästen wenig. Busunternehmer Lutz Rathje von „die linie“ formuliert: „Wenn jemand bestellt, fahren wir.“

Claudius Mozer dazu: „Dies ist ein Segment, das man noch im Blick haben sollte.“ Mozer spricht sich für eine Ausgewogenheit im Angebot mit zum Beispiel der Bahn an. Diese fahre zu jeder Tageszeit und bediene somit auch den gestiegenen Freizeitgedanken vieler Fahrgäste, in den Abendstunden wegzufahren, ohne das eigene Auto zu benutzen. Mozer: „Hier hat Elmshorn noch Potenzial für eine weitere Steigerung der ÖPNV-Nutzung.“ Ein Stück mehr Lebensqualität bekäme Elmshorn so hinzu.

Auch wenn an einigen Stellschrauben des ÖPNV noch gedreht werden kann, das Erfolgsmodell Stadtbuslinie Elmshorn nimmt weiter seinen Lauf. So rechnet Claudius Mozer auch für dieses Jahr mit einem neuen Fahrgastrekord.

zur Startseite

von
erstellt am 05.Okt.2013 | 12:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen