188 Jahre im Dienst der Bürger

Sie haben viele Jahre ehrenamtlich Politik für den Kreis Pinneberg und seine Bürger gemacht. Diese Kreistagsabgeordneten wurden nun verabschiedet.
Sie haben viele Jahre ehrenamtlich Politik für den Kreis Pinneberg und seine Bürger gemacht. Diese Kreistagsabgeordneten wurden nun verabschiedet.

Kreispräsident würdigte 19 ausgeschiedene Kreistagsabgeordnete/ Dietrich Anders war 44 Jahre lang im Kreistag

shz.de von
31. August 2018, 16:00 Uhr

Zusammen haben sie 188 Jahre und acht Monate im Kreistag gearbeitet. 188 Jahre und acht Monate ehrenamtliche Arbeit im Dienst und zum Wohl der Bürger im Kreis Pinneberg. Aus ganz unterschiedlichen Gründen sind sie im neuen Kreistag nicht mehr vertreten. Nun wurden sie in der Pinneberger Landdrostei feierlich verabschiedet.

So lange wie der SPD-Politiker Dietrich Anders hat es von den Ausgeschiedenen keiner im Kreistag ausgehalten, dem höchsten politischen Gremium des Kreises Pinneberg: 44 Jahre lang! Die Funktionen, die er in der langen Zeit übernommen hat, sind kaum aufzählbar. Herausragend war die Zeit von 1998 bis 2003 als Anders Kreispräsident war. Der aktuelle Kreispräsident Helmuth Ahrens, der die offizielle Verabschiedung der Kreistagsabgeordneten übernommen hatte, würdigte die Verdienste von Anders deshalb ganz besonders: „Der Kreis Pinneberg ist Ihnen aufgrund ihrer geleisteten Verdienste zu tiefem Dank verpflichtet.“

Dem Sozialdemokraten steht der FDP-Politiker Klaus G. Bremer kaum nach. Er brachte es auf 36 Jahre im Kreistag. Bremer war unter anderem Vorsitzender des Finanzausschusses. Er wurde, wie Anders, 1974 erstmals in den Kreistag gewählt, war jedoch acht Jahre lang nicht in dem Gremium vertreten. Bremer wäre erneut Kreistagsabgeordneter gewesen, doch weil er nicht wieder zum Fraktionschef gewählt worden war, nahm er sein Mandat nicht an. „Im Namen des Kreises Pinneberg bedanke ich mich mit großem Respekt bei Ihnen, sehr geehrter Herr Bremer, für Ihren langjährigen, unermüdlichen Einsatz zum Wohle der Menschen in unserer Region“, sagte Ahrens.

Wenngleich kein anderer Abgeordneter auch nur annähernd die Vielzahl an Kreistagsjahren vorweisen kann wie Anders und Bremer, wurden 17 weitere verdienstvolle Ehrenamtler in den Ruhestand verabschiedet.

Es sei ihm bewusst, dass mit einem einfachen Dank nichts von dem wirklich gewürdigt werde, was die Politiker tatsächlich geleistet hätten, sagte Ahrens. „Gleichwohl geht es natürlich auch nicht, Ihre ehrenamtlichen Arbeiten ohne Dank als selbstverständlich hinzunehmen. Denn selbstverständlich ist nichts von dem, was Sie alle tun“, sagte er.

Denn ohne Politiker funktioniere Demokratie nicht, stellte der Kreispräsident klar. „Es ist wichtig, dass Sie die ihnen zustehenden politischen Rechte in unserer freiheitlich-demokratischen Gesellschaftsordnung wahrnehmen“, sagte er. Laut Ahrens haben alle Ausscheidenden als engagierte und meinungsstarke Abgeordnete vorgelebt, was kommunale Selbstverwaltung bedeutet und auf viel Freizeit verzichtet, um den Kreis voranzubringen. „Daher möchte Dank sagen für Ihr Engagement zum Wohle der Bevölkerung im Kreis Pinneberg. Dank sagen für Ihr Engagement zum Wohle der Demokratie“, sagte der Kreispräsident.

Ebenfalls aus dem Kreistag ausgeschieden sind Norbert Bollweg (CDU, fünf Jahre Kreistag), Veit Ghiladi, (CDU, fünf Jahre), Nadine Haartje (SPD, fünf Jahre), Jörn Kruse (CDU, zehn Jahre), Oliver Kusber (CDU, im März 2018 in den Kreistag nachgerückt), Sven Lange (Piraten, fünf Jahre Kreistag), Horst Lichte (SPD, fünf Jahre Kreistag), Philipp Lohse, (CDU, fünf Jahre), Heinke Maschmann, (Grüne, im November 2016 in den Kreistag nachgerückt), Jochen Möller (SPD, fünf Jahre), Nicolai Overbeck (SPD, 15 Jahre), Ulrich Rahnenführer (fünf Jahre), Christian Saborowski (CDU, 10 Jahre), Hans Salwender (zehn Jahre), Erhard Wasmann (CDU, vier Jahre), Gunnar Werner (FDP, zehn Jahre), Niels Wieruch (SPD, 18 Jahre).

Nach wie vor im Kreistag aktiv ist Burkhard E. Tiemann (CDU). Da er aber nach 15  Jahren als Kreispräsident dieses Amt nicht mehr inne hat, wurde er ebenfalls gewürdigt: „Burkhard E. Tiemann hat seinen ,Job’ als Kreispräsident immer als einen ganz besonderen Auftrag verstanden, den er bis heute sehr ernst nimmt und den er mit Leben erfüllt. Lieber Burkhard, der Kreistag dankt dir für 15 Jahre Engagement als Kreispräsident“, so Ahrens.

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