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Nach Facebook-Post von Erika Steinbach : 1500 Elmshorner leuchten für Toleranz

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Elmshorn setzt mit einem Meer aus Lichtern ein sichtbares Zeichen gegen Fremdenhass.

shz.de von
erstellt am 07.Dez.2017 | 20:19 Uhr

Elmshorn | 18.02 Uhr. Auf der Bühne auf dem Alten Markt in Elmshorn stimmte der Chor der Elsa-Brändström-Schule den Song „Imagine“ von John Lennon an. In diesem Moment verwandelte sich der Weihnachtsmarkt in ein Lichtermeer. 1500 Elmshorner leuchteten am Mittwochabend in der Elmshorner Innenstadt mit ihren Kerzen, Handys und Taschenlampen für Toleranz, für ein friedliches Miteinander der unterschiedlichen Kulturen und Religionen. Ein Meer aus Lichtern: Der emotionale Höhepunkt der Kundgebung, zu der die Elmshorner Nachrichten aufgerufen hatten, um ein Zeichen gegen Fremdenfeindlichkeit zu setzen.

Das Video zeigt Impressionen und Ausschnitte der Redebeiträge

 

Auslöser war die Facebook-Attacke der ehemaligen CDU-Bundestagsabgeordneten Erika Steinbach auf den Elmshorner Lichtermarkt und den farbigen Weihnachtsengel auf den Werbeplakaten gewesen. Steinbach hatte damit eine ausländerfeindliche Lawine in den sozialen Netzwerken losgetreten. Elmshorns Bürgermeister Volker Hatje erhielt Hass-Mails, wurde sogar persönlich bedroht.

Thomas Bergemann, Propst des Kirchenkreises Rantzau-Münsterdorf, fand klare Worte: „Wir Christen stehen Hand in Hand mit allen Menschen guten Willens, festgefügt, um auf diesem Markt für das Licht und gegen die Finsternis den Mund aufzumachen. Wir lassen uns nicht einschüchtern von jenen Schreihälsen. Nicht in Elmshorn, nicht in Schleswig-Holstein, nirgends. Wir sind die große Mehrheit.“ Jedes kleine Licht sei ein Zeichen für Vielfalt, für ein offenes Miteinander. Beifall brandete auf. Er wurde sogar noch lauter als der gebürtige Nigerianer Festus Anunike über seine Erfahrungen berichtete. Seit sieben Jahren lebt er mit seiner Familie in Elmshorn, arbeitet als Busfahrer. „Niemand von euch muss Angst haben, dass wir eure Kultur kaputt machen wollen“, rief er den 1500 Menschen auf dem Lichtermarkt zu.

Thomas Bergemann, Propst des Kirchenkreises Rantzau-Münsterdorf.

Thomas Bergemann, Propst des Kirchenkreises Rantzau-Münsterdorf.

Foto: Sönke Hoffmann

Elmshorns Bürgervorsteher Karl Holbach (SPD) berichtete von seiner sechs Jahre alten Enkelin, für die Begegnungen mit Kindern unterschiedlichster Herkunft und Hautfarbe durch die Kita selbstverständlich seien. EN-Redaktionsleiter Jan Schönstedt bedankte sich für die großartige Unterstützung: „Der Lichtermarkt unserer Stadt wurde missbraucht, um auf dem Rücken von uns Elmshornern Fremdenhass zu schüren. Das wollten wir uns nicht gefallen lassen.“

Die Elmshorner setzten 50  friedliche Minuten für Toleranz dagegen. Sie sangen mit der Singer-Songwriterin Victoria, den Chören der EBS und Festus Anunike. Sie setzten mit ihrem Kommen und Leuchten ein sichtbares Zeichen.
 

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