Wildtiere in Not : 130.000 Euro Spende für die Wildtierstation Klein Offenseth-Sparrieshoop

Drei Waschbären bewohnen zur Zeit ein eigenes Gehege in der Wildtierstation in Klein Offenseth-Sparrieshoop. Die putzigen Tiere sind im Winter hellwach.
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Drei Waschbären bewohnen zur Zeit ein eigenes Gehege in der Wildtierstation in Klein Offenseth-Sparrieshoop. Die putzigen Tiere sind im Winter hellwach.

Die Stiftung Vier Pfoten übergibt einen Scheck an die Station Hamburg/Schleswig-Holstein.

shz.de von
11. Januar 2018, 10:00 Uhr

Klein Offenseth-Sparrieshoop | Eichhörnchen werden bei Baumfällarbeiten verletzt, Greifvögel bleiben im Stacheldraht hängen, Rehkitze und Frischlinge verlieren ihre Mütter bei Autounfällen. Immer wieder geraten heimische Wildtiere in Not – weil der Mensch in ihren Lebensraum eingreift.  

Die Mitarbeiter der Wildtierstation Hamburg/Schleswig-Holstein helfen diesen Tieren. Sie pflegen jährlich rund 1500 kranke und verletzte Wildtiere gesund und ziehen verwaiste Jungtiere auf. „Sobald die Schützlinge alleine zurecht kommen, werden sie wieder in die Freiheit entlassen. Und wenn dies mal nicht möglich ist, finden sie neues Zuhause in Wildtierparks oder aber bleiben bei uns“, erklärt Christian Erdmann, Geschäftsführer der Wildtierstation. Und er fügt hinzu: „Wir möchten aber in erster Linie eine Zwischenstation für die Wildtiere sein. Daher sind die schönsten Momente für mich, wenn wir unsere Patienten wieder in die Freiheit entlassen können. Denn das ist schließlich das Ziel unserer Arbeit.“

Der Spendenscheck über 130  000 Euro wurde von Rüdiger Jürgensen, Geschäftsleiter von Vier Pfoten Deutschland, an den Geschäftsführer der Wildtierstation, Christian Erdmann, übergeben.
Foto: Holger Bass
Der Spendenscheck über 130.000 Euro wurde von Rüdiger Jürgensen, Geschäftsleiter von Vier Pfoten Deutschland, an den Geschäftsführer der Wildtierstation, Christian Erdmann, übergeben.
 

Doch leider ist eine Auswilderung nicht immer möglich, wie zum Beispiel bei der „Waschbärenbande“, die ihr eigenes Gehege auf dem abgelegenen Gelände der Wildtierstation hat. Ihre Mutter wurde in Ostholstein auf der Autobahn überfahren. Und Erdmann gibt ihnen jetzt ein lebenslanges Zuhause. Denn es ist in Deutschland gesetzlich verboten, Waschbären auszuwildern. So ein Engagement kostet natürlich Geld. Nicht nur Futter, Medikamente kosten Geld, sondern natürlich auch Tierarztrechnungen und allgemeine Betriebskosten müssen gesichert sein. Vier Pfoten ist als Kooperationspartner und Sponsor daher für Erdmann besonders wichtig. Weil es mit ausschließlich ehrenamtlicher Arbeit, Privatspenden und engagierten Praktikanten natürlich nur beschränkt arbeiten lässt. Daher ist der gebürtige Bremer, der sich seit 30 Jahren in der Wildtierstation mit Herzblut und einem pragmatischen Realitätssinn engagiert, froh, Vier Pfoten an seiner Seite zu haben.

Ein schweinisches Duo  guckt, was los ist. Tiffi (links) und Oskar leben zwar zusammen, gehen aber oft getrennte Wege.
Foto: Holger Bass
Ein schweinisches Duo guckt, was los ist. Tiffi (links) und Oskar leben zwar zusammen, gehen aber oft getrennte Wege.
 

„Unsere Zusammenarbeit hat vor genau zehn Jahren begonnen und heute können wir die Arbeit, die auch die Information der Öffentlichkeit im Umgang mit Wildtieren einschließt, mit 130.000 Euro unterstützen. Wir sind mit der Arbeit des Teams sehr zufrieden und haben mit Christian Erdmann und seinen Mitstreitern Partner, die vorbildliche Arbeit leisten“, betont Rüdiger Jürgensen, Geschäftsleiter von Vier Pfoten Deutschland.

Die Spende ist nicht zweckgebunden, sondern soll flexibel für die tägliche Arbeit eingesetzt werden. Denn bald beginnt wieder die Hochsaison in der Wildtierstation. „Von April bis September sind wir regelmäßig voll besetzt. In dieser Zeit erblickt der tierische Nachwuchs das Licht der Welt und es kommt verstärkt zu Wildunfällen“, so Erdmann. Aber nicht nur einheimische Wildtierarten werden in Klein Offenseth-Sparrieshoop abgegeben, auch beschlagnahmte Exoten wie Schlangen und Echsen und vernachlässigte Schweine, Schafe oder Ziegen bekommen Asyl.

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