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Elmshorner Nachrichten

18. Oktober 2017 | 01:04 Uhr

125 Jahre lernen in der Hafenstraße

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Über das ältesten noch genutzte Schulgebäude der Stadt, einem modernen Forscherhaus für Kinder, einem Festtag und Katharinensittiche

shz.de von
erstellt am 03.Mai.2014 | 16:00 Uhr

Sie ist 125 Jahre alt, aber frisch und voller Leben wie selten zuvor: Die Schule Hafenstraße auf Klostersande. Die älteste Einrichtung für eine schulische Grundbildung in der Stadt feiert im Sommer das seltene, hohe Jubiläum mit einem großen Fest – im ältesten noch genutzten Schulhaus Elmshorns. Dort stehen am Sonnabend, 14. Juni, die Türen für Besucher offen.

„Alle, die am Schulleben mitgewirkt haben, sind herzlich eingeladen, die Schule zu besuchen“, sagt Lore Sindram. Sie ist seit 22 Jahren Rektorin der Einrichtung, die im Volksmund einfach „Hafenschule“ genannt wird. Sindram und ihre Mitstreiter können dann eine moderne Grundschule präsentieren, die sich gerade in der jüngsten Vergangenheit stark verändert hat – mit Hilfe vieler Mitwirkender.

Grauer Asphalt auf dem Schulhof, das Gebäude mit maroden Fenstern und einem kaputten Dach sowie eine zugige Turnhalle – das waren nur einige der äußeren Eckpunkte der Grundschule vor etwa 20 Jahren. Und heute? Das historische Gebäude ist in einem guten Zustand, die Turnhalle saniert und der Schulhof mit Hilfe vieler Eltern und Sponsoren zu einem abwechslungsreichen Spielplatz für den ganzen Stadtteil geworden.

„Die Stadt hat viel investiert. Es ist ein sehr schönes altes Haus, und es ist toll, dass es so gut von der Stadt erhalten wird“, sagt denn auch die stellvertretende Schulleiterin Gaby Köhling. Doch den beiden Lehrerinnen und ihrem Kollegium sind andere Aspekte des Schullebens genauso wichtig: Seit 1993 gibt es eine Betreuung der Kinder vor und nach dem Unterricht, erst bis 14, heute bis 17 Uhr. Integrationsklassen wurden eingerichtet und Tiere wie Wüstenrennmäuse und Fische kamen ins Haus. Heute steht sogar eine große Vogelvoliere für Katharinensittiche auf dem Schulhof.

Sehr beliebt bei den Schülern ist auch das 2008 eingeweihte Forscherhaus, in dem die Mädchen und Jungen experimentieren und ausprobieren können. „Das Forscherhaus wird auch immer mehr ein Stadtteil-Haus“, berichtet die Schulleiterin. Nach der Schließung des benachbarten Kultur- und Aktionszentrums (KAZ) in der Weberstraße wird das Forscherhaus außerhalb der Unterrichtszeit viel von Gästen genutzt. Die Pfadfinder und die Familienbildungsstätte zählen dazu, auch Lehrerausbildung wird hier betrieben.

„Wir haben auch sonst viele Gäste im Haus“, so Sindram. Selbstverständlich Sportler in der Halle, aber auch die Eisenbahnfreunde und die Band „Schmitz Katze“, die hier probt.

Ganz besonders gefällt es allen Mitwirkenden, dass ihre Schule Hafenstraße so innig mit dem Stadtteil verwurzelt ist. „Wir haben viel Unterstützung in der Nachbarschaft und im Stadtteil“, freut sich die Schulleitung. Ob Nachbarn oder Firmen, für die Hafenschule gebe es immer Unterstützung in vielerlei Hinsicht.

Ist denn nach 125 Jahren in der Hafenstraße alles Friede, Freude, Eierkuchen? Dem ist nicht so. Als Lore Sindram, die noch in diesem Jahr in den Ruhestand geht, 1992 als Schulleiterin begann, wurden 160 bis 170 Kinder in der zweizügigen Schule unterrichtet. Heute ist die Einrichtung dreizügig mit 270 Grundschülern sowie provisorischen Klassenräumen in Containern auf dem Schulhof. „Wir brauchen jede Ecke“, sagt Sindram und sieht nicht ohne Sorge in die Zukunft: Nicht nur an der Wilhelmstraße und auf dem Kibek-Areal entstehen neue Wohnungen im Schulbezirk. „Das muss unbedingt bedacht werden“, mahnt die Schulleiterin.

Allerdings ist das Zukunftsmusik. Vorerst wollen Lehrer, Eltern und Schüler ihre Schule noch weiter herausputzen. Während einer Projektwoche ist das Gelände bereits „aufgeforstet“ worden. Als nächstes soll der alte Schulgarten reaktiviert werden. Auch das Programm für den Festtag steht noch nicht fest. Klar ist bereits, dass parallel zur Feier im nahegelegenen Hafen das Treffen historischer Segler stattfinden wird – ein Grund mehr, einmal in der 125 Jahre alten Schule in der Hafenstraße vorbeizuschauen.


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