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Grillfest der Dittchenbühne : 1000 Portionen Pfingstochse

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Fest Das große Grillfest der Dittchenbühne hat zahlreiche Besucher angelockt. Für gute Stimmung sorgten der Shanty Chor und ein Leierkastenmann. Etwa 1000 Portionen Pfingstochse landeten auf den Tellern.

shz.de von
erstellt am 06.Jun.2017 | 16:30 Uhr

Elmshorn | „Zart, guter Geschmack“, urteilt Daniela Ginnut aus Kölln-Reisiek. „Richtig lecker“ findet Sylvia Willms aus Uetersen den Pfingstochsen. Ihre Mutter war lange Stammgast beim großen Grillen an der Dittchenbühne, inzwischen kann sie nicht mehr kommen, ihre Tochter nimmt zum zweiten Mal ihren Platz ein. Ihr Mann Bernd sitzt neben ihr an dem kleinen Holztisch im Freien und lobt das Fleisch ebenfalls: „sehr gut“.

Der große Pfingstausflug zum Ochsen am Spieß mit Musik und großem Flohmarkt – diese Tradition pflegt die Elmshorner Dittchenbühne seit vielen Jahren. Geschätzte 1000 Portionen Ochsenfleisch mit Sauerkraut und Soße wurden am Sonntag verkauft, gleichzeitig lagen 1000 Würstchen zum Grillen bereit. Die Feuerwehrkapelle aus Seestermühe musizierte, der Elmshorner Shantychor „Elveshörn maritim“ sang. Tische und Stühle waren gut besetzt, drinnen gab es zum Nachtisch Kaffee und Kuchen.

Schlachtermeister Harald Klafack war in diesem Jahr zum ersten Mal für das Gelingen des Hauptdarstellers zuständig. Am Vorabend hatte er das Tier, das lebendig um die 600 Kilo gewogen hatte, mit Helfern in den großen Gasgrill bugsiert und auf dem Spieß befestigt. Morgens um sechs fielen die Hinterkeulen vom Spieß, der Helfer der Nachtwache habe geheult, berichtete Klafack. Für ihn war das kein Drama: „Dafür haben wir das Schneiden gelernt“. Pinnebergs Landrat Oliver Stolz setzte als Ehrengast das Messer für die ersten Schnitte an, dann übernahmen die Fachleute und zerteilten das Tier. „Was für Filet“, schwärmte Klafack.

Der Start verlief bei bedecktem Himmel mit Schauern zögerlich, aber mittags riss es auf, der Hof füllte sich und die 60 Helfer hatten alle Hände voll zu tun. Im Kindergarten der Dittchenbühne, dem Storchennest, wurden Waffeln aus dem Fenster verkauft, das Bier vom Fass floss reichlich und Leierkastenmann Erwin Kröger sorgte für nostalgische Unterhaltung.

„Die Leute amüsieren sich, und das ist die Hauptsache“, befand Martin Mertens. Er hockte mit Pickelhaube und blauem Uniformrock in einem schwarz-weiß gestreiften Häuschen mit spitzem Dach und verkaufte Bons für Portionen vom Ochsen. Mertens arbeitet ehrenamtlich bei der Dittchenbühne mit, sein Kostüm hatte er noch aus seiner Rolle im „Hauptmann von Köpenick“, der einmal von der Theatergruppe aufgeführt wurde.

„Was hier geschaffen worden ist, ist einmalig“, lobte Schlachter Klafack die Arbeit der Dittchenbühne samt Forum Baltikum. Darum sagte der Rellinger auch zu, als ein Freund aus dem Forum anfragte, ob er den Ochsen zubereiten wolle.

Vorher hatte das 14 Jahre lang Schlachter Detlev Timm aus Münsterdorf gemacht, der in diesem Jahr aus Altersgründen ausschied. „Das ist der Neffe von meinem Lehrmeister“, freute sich Klafack über das Wiedersehen am Grillspieß.

Auf dem Parkplatz vor der Dittchenbühne und den umliegenden Straßen war ein großer Flohmarkt aufgebaut. Viele Auffahrten und Carports in der Wohngegend boten Platz für Stände. „Je mehr das machen, desto größer wird die Geschichte“, freute sich Dittchenbühnen-Chef Raimar Neufeldt über die Beteiligung seiner Nachbarn.


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