Edle Ritter sterben den „Hitzetod“ : 1000 Besucher beim Hörnerfest in Brande-Hörnerkirchen

Da ging nichts mehr: Hitze und Schwerterkampf erledigten auch diese kampferprobten Kämpfer in Minutenschnelle.
Da ging nichts mehr: Hitze und Schwerterkampf erledigten auch diese kampferprobten Kämpfer in Minutenschnelle.

1000 Besucher feiern bei hochsommerlichen Temperaturen eine friedliche Party. Veranstalter sorgt für Abkühlung.

shz.de von
06. Juli 2015, 12:15 Uhr

Brande-Hörnerkirchen | Ein Sommerfest der Superlative erlebten rund 1000 Mittelalter- und Rockfans an der Schierenhöhe in Brande-Hörnerkirchen während des zehnten Hörnerfests am vergangenen Freitag und Sonnabend. Live-Musik von mehr als 20 Bands aus dem In- und Ausland sorgte zweimal für mitunter sehr dezibellastige Unterhaltung rund um die Uhr. Zu den Highlights gehörten dabei Auftritte von „Feuerschwanz“, „Haggard“, „Hasenscheisse“ und „Cultus ferox“ oder auch den „Black Magic Fools“, die als erste Gruppe die altehrwürdige Bühne im Innenhof des ehemaligen Bauernhofs von Veranstalter Thomas Tegelhütter enterten.

Aber auch was neben der Hauptbühne alles so passierte, war überaus bemerkenswert. Die „Ritter der Kokusnuss“ präsentierten historische Gerichtsspiele und demonstrierten sehr anschaulich den Umgang mit mittelalterlichen Waffen. Allerdings konnten die Akteure mit Helm und authentischem Kettenhemd ihre Schaukämpfe zeitlich nur sehr begrenzt den Festivalbesuchern näher bringen. Zu sehr wirkten die hohen Temperaturen an beiden Tagen, und die vor allem auch am Sonnabend herrschende hohe Luftfeuchtigkeit rasch auf die Kräfte der Kämpfer ein. Die edlen Ritter starben nach erfolgtem Kurzgemetzel nahezu alle den „Hitzetod“. Doch damit nicht genug: Während der Umbaupausen auf der Hauptbühne sorgten die Bands „Varius Coloribus“ und „Black Magic Fools“ sowie der Gaukler ImmerNoch Frank für viel Kurzweiligkeit auf der kleinen Marktbühne im offen zugänglichen Bereich des Festivals.

Besucher, die kein Ticket mehr bekommen konnten – die Tageskarten am Sonnabend etwa waren bereits lange ausverkauft – und Interessierte, die „nur mal reinschauen“ wollten, nutzten das Terrain ausgiebig, um ebenfalls Hörnerfest-Atmosphäre schnuppern zu können. Und das lohnte sich, denn allein die beeindruckenden Feuershows am späteren Abend waren „nahezu genial“, wie ein Besucher aus dem Hessischen betonte. Außerdem lud das dortige Mittelalterdorf zum ausgiebigen Bummeln ein, denn die Angebotspalette der dortigen Stände war wieder umfassend: Von Spielzeug-Morgensternen über Schmuck bis hin zu historischen Waffen und Gewändern war alles vorhanden, was der waschechte Hörnerfest-Fan begehrt.

Wesentlich mehr als die vor Ort anwesenden Rettungskräfte des DRK Wilster (etwa 100 Hilfeleistungen/ 20 Krankenhausfahrten) hatten die Mitglieder des Tegelhütter-Teams während dieser sommerlichen Hitzeschlacht zu tun. Kein Wunder, denn die Getränkestände wurden regelrecht belagert und mussten ständig mit Nachschub versorgt werden. Außerdem galt es, mittels Gartenschlauch unzähligen Fans auf Wunsch eine kleine erfrischende Dusche „so zwischendurch“ zu ermöglichen.

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