100 Jahre Erfolgsgeschichte

Als Vertreterin der Ernst-Hermann-Kölln Stiftung ließ sich Lilly Kölln (von links) von den Erfahrungen der Stipendiatinnen Franca Klein und Stella Duge berichten. Schulleiter Peter Rosteck berichtete anlässlich des hunderjährigen Bestehens von der Entstehung der Stiftung.
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Als Vertreterin der Ernst-Hermann-Kölln Stiftung ließ sich Lilly Kölln (von links) von den Erfahrungen der Stipendiatinnen Franca Klein und Stella Duge berichten. Schulleiter Peter Rosteck berichtete anlässlich des hunderjährigen Bestehens von der Entstehung der Stiftung.

1918 wurde die Ernst-Hermann-Kölln-Stiftung gegründet / Unterstützung für leistungsstarke Schüler der Bismarck-Schule

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17. März 2018, 16:00 Uhr

Die Geschichte, die Peter Rosteck erzählt, handelt von dem jungen Elmshorner Ernst-Hermann Kölln, der 1914 in den Ersten Weltkrieg zieht. Wenige Monate zuvor hatte er an der heute von Rosteck geleiteten Bismarck Schule sein Abitur abgelegt. Wie so üblich zu der Zeit, möchte der 18-Jährige für sein Vaterland kämpfen. Doch der Sohn des  Mühlenbesitzers Peter Kölln kommt nicht zurück, er stirbt 1916 auf einem Schlachtfeld nördlich von Paris. Um ihren Sohn zu ehren, beschließen die Eltern des Gefallenen, eine Stiftung in seinem Namen zu gründen.

Das angestrebte Gründungsdatum sollte der 27. Oktober 1916 sein, das Geburtsdatum Ernst-Hermann Köllns. Rechtliche Schwierigkeiten verhindern dies. Weil der damalige Regierungspräsident nicht wollte, dass „durch die Errichtung der Stiftung eine neue juristische Person ins Leben geworfen“ wird, bindet die Familie Kölln die Stiftung an die ehemalige Schule des Verstorbenen. Im Februar 1918 bewilligt der Minister schlussendlich die Schenkung. Seit nunmehr 100 Jahre unterstützt die Ernst-Hermann-Kölln-Stiftung begabte und fleißige Schüler des Gymnasiums.

Während Rosteck die Geschichte der Stiftung erzählt, wirft er Bilder von alten Dokumenten an die Wand. „An dieser Schule wurde ja noch nie etwas weggeschmissen, deshalb haben wir immer noch all diese Papiere“, fügt er schmunzelnd hinzu. Neben der Gründungs-Urkunde, zeigt er das Abiturzeugnis von Ernst-Hermann Kölln, die notwendigen Schreiben für den Eintritt ins Militär und eine Bekanntmachung der Stiftung in den Elmshorner Nachrichten vom 13. April 1918.

Auch das 1917 eingerichtete Protokollbuch gibt es noch. Darin erstattet der Schulleiter der Familie Kölln jährlich Bericht über die geförderten Schüler: 256 sind es in den vergangenen 100 Jahren gewesen.

Jahrzehntelang erhielten die von den Lehrern vorgeschlagenen Stipendiaten Buchpreise für ihre schulischen Leistungen. Seit 1987 ermöglicht die Stiftung Schülern Einblicke ins Berufsleben in Form von Praktika in den Bereichen Kunst und Naturwissenschaften. Dafür bewerben sich die Jugendlichen bei dem Stiftungsvorstand. Voraussetzungen dafür sind gute Noten – vor allem in den Fächern Physik, Chemie und Musik – den Lieblingsfächern Ernst-Hermann Köllns.

Die Stipendiaten des derzeitigen Schuljahrs sind Franca Klein und Stella Duge. Von ihren Erfahrungen berichteten sie gestern den Stiftungs-Vertretern im Anschluss an den Vortrag Rostecks. Klein bekam einen zweiwöchigen Einblick in die Arbeit der Howoge Wärme GmbH, ein Tochterunternehmen der Berliner Wohnungsbaugesellschaft. Duge besuchte für eine Woche das Audi-Werk in Neckarsulm. Nach dem Aufenthalt ist sie sich sicher: „Das Praktikum hat mich auf den richtigen Kurs gebracht.“ Für die Zeit nach dem anstehenden Abitur plant sie einen Auslandsaufenthalt, danach möchte sie Maschinenbau studieren. Stiftungs-Vorsitzender Ernsthermann Kölln (kleines Foto) konnte an der Veranstaltung aus gesundheitlichen Gründen nicht teilnehmen. Der Senior der Kölln-Werke ist der Neffe des Stiftungs-Namensgebers und machte 1941 selbst am Bismarck-Gymnasium Abitur. Am nächsten Sonnabend wird er 95 Jahre alt.

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