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Elmshorn Steganlage am Steindamm-See wird abgebrochen

Von Carsten Petersen | 06.05.2015, 12:20 Uhr

Nach 27 Jahren muss die Steganlage am Steindamm-See abgebrochen werden. Politiker beraten Alternativen.

Das Problem ist ganz klar zu beziffern: 280.000 Euro. So viel würde es die Stadt nach ersten Schätzungen kosten, die marode Steganlage im Steindammwiesenpark wieder eins zu eins herzustellen. Angesicht der Ebbe in der Stadtkasse, beraten die Politiker jetzt, ob ihnen der Blick vom Steg auf das Wasser so viel Geld wert ist. Sie vertagten am Montagabend während der Sitzung des zuständigen Ausschusses für kommunale Dienstleister eine Entscheidung. Zuvor hatten sie den Beschluss des Bürgermeisters Volker Hatje (parteilos), die Anlage sofort zu sperren, zustimmend zur Kenntnis genommen.

Unstrittig bei den Vertretern aller vier im Rathaus vertretenen Fraktionen ist die Tatsache, dass die etwa 160 Quadratmeter große Steganlage eine beliebte Attraktion im Park ist, die auch häufig genutzt wird. Keine zwei Meinungen gibt es aber auch darüber, dass 280.000 Euro „eine Menge Holz“ für eine neue Anlage ist. Bis zur nächsten Ausschusssitzung im Juli soll deshalb parteiintern die Sache noch beraten werden.

Dass die Holzkonstruktion derart marode ist, mochten selbst die Mitarbeiter im zuständigen Amt für Flächenmanagement gar nicht recht glauben. Doch nach einer zweiten, vertieften Begutachtung stand fest: Die Anlage darf nicht mehr betreten werden, eine Reparatur käme einem Neubau gleich. „Das Gemeine ist, dass die Anlage gut aussieht, aber im Innern ist Fäulnis, die schnell voranschreitet“, erläuterte Gutachter Thomas Iwers und fügte hinzu: „Und der Pilzbefall ist nicht zu unterschätzen, denn der Pilz lebt von dem Holz.“

Die Verwaltung favourisiert denn auch keinen Ersatzbau in Holz (Lebensdauer maximal 30 Jahre; Unterhaltungskosten etwa 8000 Euro pro Jahr), sondern eine Stahl-Verbundkonstruktion. Sie kostet zwar knapp 6000 Euro mehr, hat aber eine Nutzungsdauer von etwa 70 Jahren und schlägt jährlich mit nur 3000 Euro Unterhaltskosten zu Buche.

„Doch ist der Freizeitwert so hoch zu veranschlagen? Ist es uns das wert?“, fragte nicht nur Edgar Konetzny von der CDU. Er brachte eine kleinere Lösung mit einer befestigten Uferkante sowie einem etwa 20 Quadratmeter großen und etwa 50.000 Euro teuren Schwimmsteg aus Aluminium ins Gespräch.

„Wir dürfen nicht verkennen, was für ein Juwel wir da mitten in der Stadt haben“, gab der Ausschussvorsitzende Immo Neufeldt (CDU) zu bedenken. Er hält die Anlagen am See, wie auch Bürgermeister Hatje, „für einen der tollsten Plätze in Elmshorn“. Und über dessen Zukunft müssen die Politiker in den kommenden Wochen eine Entscheidung fällen.