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Zum 1. Dezember Mehrkosten von 770 Euro: Stadtwerke Barmstedt erhöhen Preis für Strom um 82 Prozent

Von Christian Uthoff | 22.10.2022, 06:00 Uhr 1 Leserkommentar

Nach Erdgas wird auch der Strom der Stadtwerke Barmstedt deutlich teurer. Auf Haushalte kommen aufs Jahr gerechnet gestiegene Kosten von mehreren hundert Euro zu.

Hunderte Kunden der Stadtwerke Barmstedt haben in den vergangenen Tagen Post bekommen. Inhalt des Schreibens: Wegen stark gestiegener Energiepreise müssen die Stadtwerke die Strompreise in der Grundversorgung massiv anheben. Ab dem 1. Dezember 2022 wird der Arbeitspreis für eine Kilowattstunde bei 56,90 Cent liegen – bisher waren es 31,21 Cent. Der um 25,69 Cent gestiegene Preis entspricht einer Erhöhung um 82 Prozent.

Durchschnitts-Haushalt muss mit 770 Euro mehr rechnen

Für einen Haushaltskunden mit einem Verbrauch von 3000 Kilowattstunden entstünden durch die Erhöhung des Strompreises ab Dezember Mehrkosten in Höhe von 64,22 Euro monatlich, teilte Stadtwerke-Sprecherin Irina Hesselink mit. Aufs Jahr gerechnet müsste ein Haushalt mit Mehrkosten von 770,70 Euro rechnen. Die Abschläge für Kunden sollen in der nächsten Abrechnung neu berechnet werden.

Der Werkausschuss hatte dem neuen Strompreis bereits in seiner jüngsten Sitzung zugestimmt. Die Erhöhung ist laut Hesselink nötig, weil außer den Preisen für Erdgas auch die Einkaufspreise für Strom extrem stark angestiegen seien. „Uns ist bewusst, dass die hohen Energiepreise viele Kunden sehr belasten“, teilte Werkleiter Mathias Stolten mit. „Leider haben wir auf die weitreichenden Folgen des Angriffskriegs gegen die Ukraine keinen Einfluss.“

Stadtwerke: Strompreis hat sich seit Kriegsbeginn verachtfacht

In ihrem Schreiben an die Kunden weisen die Stadtwerke zudem darauf hin, dass sich die Preise für Strom seit dem Kriegsbeginn in der Ukraine im Februar 2022 verachtfacht hätten. Obwohl das Unternehmen langfristig Strom einkaufe, könne man diese Entwicklung nicht mehr abfangen. Der Strompreis hänge stark mit dem Erdgaspreis zusammen. Wegen der geringeren Liefermengen aus Russland und der weltweit angespannten Lage seien auch andere Energieträger teurer geworden.

In den Unterlagen zum Werkausschuss ergänzen die Stadtwerke außerdem, dass wegen der Ereignisse alle Stromversorger über die Jahre ein Anstieg des Portfolio-Preises vermelden müssten. Nur ein deutlicher Abfall der Börsenpreise könne verhindern, dass Endkundenpreise über einem Euro pro Kilowattstunde Strom zukünftig die Regel werden.

1 Kommentar
Torsten Gross
Was steht in dem Artikel, was nicht schon in dem Brief von den Stadtwerken stand?? Wenn man die letzte Preiserhöhung von Feb. 22 dazurechnet, dürfte die Erhöhung 100 % sein. Der Wegfall der EGG Umlage wurde ebenfalls aufgefressen. Es wird seitens der Stadtverwaltung / Werksausschuss und der Stadtwerke keinerlei Perspektive geboten, wie sie gedenken dem ein Einhalt zu gebieten. Oder gibt es einen A...