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Sanierung der Landesstraße 111 Sperrung zwischen Heede und Hemdingen dauert sechs Wochen länger

Von Michael Bunk | 20.09.2021, 20:00 Uhr

Technische Probleme im Untergrund der Landesstraße sind nach Auskunft des LBV Schleswig-Holstein für die Verzögerung verantwortlich. Anwohner müssen bis Ende November eine lange Umleitung in Kauf nehmen.

Die Sanierung der L111 zwischen Heede und Hemdingen dauert länger als geplant. Die Arbeiten, die in vier Abschnitten vorgenommen werden, lägen etwa sechs Wochen hinter dem ursprünglichen Zeitplan zurück, teilte ein Sprecher des Landesbetriebs Straßenbau und Verkehr (LBV) Schleswig-Holstein auf Nachfrage von shz.de mit. Aktuell wird mit Arbeiten bis zum 30. November gerechnet.

„Und auf einmal standen wir vor der Sperrung.“
Heinke Schultz, Anwohnerin aus Hemdingen

Besonders für Hemdinger Bürger, die in Barmstedt ihren Einkauf erledigen wollen, bedeutet dies, weitere eineinhalb Monate eine lange Umleitung über Bilsen und die B4 in Kauf nehmen zu müssen – oder auf andere Städte auszuweichen. Letzteres hatte Heinke Schultz überlegt, als sie mit ihrem Ehemann Peter Schultz unverrichteter Dinge an der Absperrbake des zweiten Abschnitts umdrehen musste. Eigentlich hätte sie gern die Straße Beim Denkmal in Höhe von Getränke Sass benutzt, um von dort nach Heede (L75) abzubiegen wie es in den ersten Wochen der Sanierung noch möglich gewesen war. „Und auf einmal standen wir vor der Sperrung“, sagt die 80-Jährige. Sie vermisst entsprechende Informationen des LBV.

Verwirrung durch zwei teilweise parallel Umleitungsstrecken

Ein zuviel an Info gebe es hingegen an der Bundesstraße 4 in Bilsen und in Hoffnung. Der Grund: Außer der L111 saniert der LBV zeitgleich auch die L234 zwischen Alveslohe und Ellerau. Die offizielle Umleitungsstrecke führt auch in diesem Fall über die B4. „Da kommen die Leute ganz durcheinander mit den ganzen Umleitungen. Das ist besonders für ältere Leute, die kein Navi haben, schwierig“, findet Heinke Schultz.

„Grundsätzlich weist der LBV.SH nur für die Aufnahme des Verkehrs geeignete Umleitungsstrecken aus und empfiehlt diese zu nutzen.“
Pressesprecher des LBV SH

Der Landesbetrieb hingegen sieht sich gar nicht in der Pflicht, an der L111 in allen Einzelheiten über die verschiedenen Bauabschnitte zu berichten, denn: „Grundsätzlich weist der LBV.SH nur für die Aufnahme des Verkehrs geeignete Umleitungsstrecken aus und empfiehlt diese zu nutzen“, so der Sprecher, der aber betont: „Das Personal auf der Baustelle sowie die Bauleitung steht in regem Kontakt mit den Anwohnenden.“ Probleme in der Kommunikation oder Beschwerden diesbezüglich seien ihm nicht bekannt. Es seien allerdings aufgrund der Verzögerungen nur eher kurzfristige Aussagen zu den Zeiträumen der verschiedenen Sperrungen möglich.

Gegenüber der ursprünglichen Planung befindet sich die Sanierung etwa sechs Wochen im Rückstand. Grund dafür seien verschiedene technische Probleme im Untergrund der Straße – sowohl unter der Fahrbahn als auch unter dem Radweg. „Diese waren bei den Voruntersuchungen nicht ersichtlich und wurden erst nach dem kompletten Rückbau der alten Fahrbahn beziehungsweise des alten Radweges deutlich“, so der LBV. Punktuelle Bohrkerne und Bodenaufschlüsse hätten im Vorwege darüber keinen Aufschluss gegeben. Um eine langlebige Straße zu bauen, mussten zusätzliche Arbeiten zur Beseitigung der aufgedeckten Probleme im Untergrund durchgeführt werden.

Knackpunkt Grundschule Hemdingen

Prekär könnte dies noch an der Grundschule Hemdingen werden. Der Wendeplatz für den Schulbus liegt an der Barmstedter Straße. Daher ist geplant, den Arbeitsschritt in diesem Bereich während der Herbstferien (4. bis 15. Oktober) vorzunehmen. Ob sich dies einhalten lässt, könne noch keine verbindliche gesagt werden. Es werde aber geprüft, ob dieser vierte Bauchabschnitt in dem geplanten Zeitfenster realisiert werden kann.

So oder so: Heinke und Peter Schultz werden also noch bis zum Beginn der Adventszeit den langen Umweg in Kauf nehmen, um in die ehemalige Schusterstadt zu fahren. Alternativen hat Heinke Schultz verworfen, nachdem sich die ersten Emotionen gelegt haben: „Ich finde Barmstedt schöner als Quickborn, weil alles fußläufig zu erreichen ist.“