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ELMSHORN Elmshorns junge grüne Lunge

Von Manfred Kellner | 18.10.2012, 07:13 Uhr

Liether Wald wurde erst vor rund 100 Jahren künstlich angelegt / Stadtwerke nutzen das Gebiet noch heute zur Trinkwassergewinnung

Der Stadtpark in Elmshorn hat eine Reihe von Namen: Liether Wald oder Liether Gehölz wird er genannt, Stadtpark Lieth, Stadtpark "Liether Wald" oder schlicht und einfach Stadtpark heißt das Gebiet am südlichen Stadtrand an der Grenze zu Klein Nordende. Jogger, die hier gern trainieren, wissen genau, warum das Gelände früher den Namen "Liether Dünen" oder "Liether Sandberge" trug: Die wellige Landschaft stellt durchaus eine Herausforderung für die Kondition dar.

Vor 25 Jahren kamen zwei größere Flurstücke zum Stadtpark "Liether Wald" hinzu: Die Stadtwerke kauften damals etwa drei Hektar westlich des Rosengartens und schlossen für knapp sieben Hektar im Südwesten einen Pachtvertrag auf 25 Jahre ab. Inzwischen haben die Stadtwerke auch dieses Gelände gekauft.

Zum Gehölz beziehungsweise zum Wald wurde das Gebiet übrigens erst, nachdem im Jahr 1900 dort das Wasserwerk in Betrieb genommen wurde: Die Wasserwerker forsteten das Gelände nach und nach auf. Der Wald übernahm eine natürliche Schutzfunktion für Boden und Grundwasser. Aus diesem Grund halten die Stadtwerke auch heute noch an ihrem Grundbesitz im Liether Wald fest. Etwa ein Drittel ist in ihrem Besitz, zwei Drittel gehören der Stadt Elmshorn direkt.

Die Stadtwerke betreiben hier zwölf Brunnen, in denen Grundwasser zur Trinkwassergewinnung gefördert wird. Zehn Brunnen reichen 20 bis 30 Meter tief, zwei fördern Wasser aus einer Tiefe von 160 Metern. Die Aufbereitung des Wassers geschieht im Wasserwerk Köhnholz. Natürlich gelten hier inzwischen strenge Vorschriften, da das Gebiet zum Wasserschutzgebiet erklärt wurde. Die Schutzzone 1 umfasst die direkte Umgebung der Brunnen und ist eingezäunt. Die Schutzzone 2 - der größte Teil des Stadtparks - weist strenge Bewirtschaftungsauflagen auf.

Der Liether Wald ist das größte Naherholungsgebiet Elmshorns. Das Areal ist von einem Wegenetz für Spaziergänger durchzogen. Die B 431 von Elmshorn nach Uetersen durchschneidet das Gebiet - die zwei Teile sind durch einen Fußgängertunnel beim Rosengarten verbunden. Wer per Auto kommt, findet Parkplätze in verschiedenen Randgebieten.

Am besten bekannt ist der Stadtpark bei den Elmshornern wohl, weil sich hier die höchste Erhebung der Krückaustadt befindet: der Butterberg mit seinen schwindelerregenden 21,70 Metern Höhe über dem Wasserspiegel des Teiches, der zu seinen Füßen liegt - beziehungsweise 14 Meter über Normalnull. Diese Anhöhe entstand durch den Erdaushub, der Anfang der 1930er-Jahre anfiel, als der Teich angelegt wurde. Teichanlage und Butterberg wurden im Jahr 1932 eingeweiht. In Schnee-Wintern wird das Gehölz hier zur Wintersportregion - zumindest für Kinder und Jugendliche. Sie alle kennen den Butterberg als beliebte Schlittenabfahrt. Inzwischen sind Generationen von Elmshornern mit dieser Abfahrt aufgewachsen, denn auch sie wurde Anfang der 30er-Jahre eingerichtet.

Der Stadtpark bietet eine Reihe von Sehenswürdigkeiten und Freizeiteinrichtungen - so den sehr schön angelegten Rosengarten im westlichen Teil - Schauplatz etwa des jährlichen Musikevents "Jazz and Roses" - und die Hartz’sche Wiese im östlichen Bereich, eine beliebte Spielwiese. Dazu kommen Reitwege, Kinderspielplätze, ein Trimm-Pfad und - als neueste Errungenschaften - Bürgerwald, Hochzeits- und Geburtenwald sowie Klimawald in der Nähe des Rosengartens.