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Elmshorn Dogus zeigt "Heil Hermann"

Von Uta Robbe | 17.08.2010, 08:12 Uhr

"Gleich kriegst du eins in die Fresse!" "Hermann" hat was gegen Ausländer.

Sie sind der Grund, warum er keinen Arbeitsplatz findet, er stört sich an ihrer Sprache. Überhaupt haben Kümmeltürken und Co. nichts in Deutschland zu suchen, meint er, sondern können sich dahin vom Acker machen, wo sie zu Hause sind - nämlich ganz weit weg.

Seit März probt das acht-Nationen-Theaterensemble des Interkulturellen Theaters Dogus "Heil Hermann!", ein Volksstück von Walter Brunhuber. "Dieses Stück versucht, soziale und psychische Hintergründe aufzuhellen, die junge Erwachsene mit rechtsradikalen Gedanken und Aktionsformen sympathisieren lassen", erklärt Intendant Horst Marn.

Das Stück handelt von Hermann, der aus der Jungen Union ausgetreten ist, "weil es dort nur um Mitgliedsbeiträge geht". Er landet in der "Gruppe Siegfried", einem kleinen neonazistischen Club im Bayerischen. Als Ulli, der Vorsitzende, zu einem Treffen solcher Gruppen nach München fährt, übernimmt Hermann einstweilen die Verantwortung, lässt sich mit "Heil Hermann" grüßen und setzt seine Adresse unter den Text eines Flugblattes, das die Wiederzulassung der NSDAP fordert. Kurz darauf ist er mit von der Partie als ein junger Ausländer zusammengeschlagen wird.

"Es geht um verdrängte Lebensängste, Langeweile, Perpektivenlosigkeit", erklären die zehn jungen Laienschauspieler, die sich für ihre Premiere am 11. September, 20 Uhr, in der EBS, Zum Krückaupark, ein großes Publikum erhoffen.

Der Eintritt beträgt fünf Euro, Ermäßigungen (auch für Schulklassen) sind möglich unter h.marn@teb-e.de.