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Konzept und Werte der EU Der Jugend Europa ans Herz legen

Von Janina Schmidt | 31.01.2017, 10:00 Uhr

In der Beruflichen Schule Elmshorn ist die Europawoche gestartet. Die Lehrer wollen den europäischen Gedanken vermitteln.

In der Beruflichen Schule Elmshorn ist gestern der Startschuss für deren Europawoche gefallen: Landrat Oliver Stolz (parteilos) und Schulleiter Erik Sachse besuchten eine der ersten Veranstaltungen der Woche mit dem Thema „Wer wird Europameister“ und begrüßten die etwa 150 teilnehmenden Schüler.

Als zertifizierte Europaschule hat die Berufliche Schule Elmshorn zahlreiche europäische Projekte durchgeführt. Vom 30. Januar bis zum 3. Februar berichten Schüler von ihren Erfahrungen, die sie im Rahmen dieser Projekten gesammelt haben. Dazu gehörten Austausche mit Schulen in Spanien, Frankreich, Polen, Malta und Dänemark. Ziel der Woche ist es, jungen Menschen das Konzept und den Wert Europas spürbar zu machen, damit diese daran auch künftig festhalten.

Stolz legte den Schülern die Errungenschaft Europa ans Herz: „Die Union ist ein Konstrukt für Frieden und Sicherheit. Es geht nicht darum, kurzfristige Vorteile zu erzielen. Europa bedeutet Kompromisse, aber sie lohnen sich.“ Er ermunterte die Jugendlichen, trotz europäischer Krise durch den Brexit an dem Konzept festzuhalten. „Die jungen Menschen kennen das Europa der Grenzen nicht mehr“, erläuterte Schulleiter Sachse das Vorhaben der Europawoche. „Unaufgeklärter Populismus bringt unsere Errungenschaften zunehmend in Gefahr. Wir wollen dagegen kämpfen.“

Deswegen hat sich die Berufliche Schule Elmshorn erfolgreich um das Zertifikat Europaschule beworben. Engagiert ist auch Peter Schenk, Lehrer und Vositzender des Europateams: „Nationalismus, Populismus und Protektionismus bringen uns Zeiten zurück, in denen ich nicht mehr leben möchte. Ich kämpfe hier als Lehrer an meinem Platz für den Frieden und gegen die Vereinzelung der Nationen“, sagte er.

Zum Programm der Europaschule gehört, den Schülern mit Partnerschulen oder dem Erasmus-Austausch Auslandserfahrungen zu ermöglichen und so ein europäisches Gemeinschaftsgefühl zu entwickeln. Am Eröffnungstag zeigte eine Gruppe angehender Hotelfachwirte ihre Präsentation eines zweiwöchigen Arbeitsaufenthalts auf Malta. „Ich habe mir zuvor kaum Gedanken über Europa gemacht“, sagte Mareike Ahrens (20). „Aber durch den Austausch habe ich festgestellt, welche Möglichkeit dadurch bestehen.“ Und das Selbstvertrauen ist gewachsen. „Ich könnte mir nach der ersten Erfahrung vorstellen, nochmal ins Ausland zu gehen“, fügt die Schülerin hinzu. Auch für Jonas Straske haben sich durch den Blick über den nationalen Tellerrand neue Möglichkeiten ergeben. Der Betrieb auf Malta sprach ihn an, nach seiner Ausbildung wiederzukommen. „Wahrscheinlich werde ich dort sechs bis zwölf Monate arbeiten“, sagte er. Das Konzept scheint zu fruchten.