Zwischen „wildem Mix“ und Konzept aus einem Guss

Fraktionen beraten im Bauausschuss weiteres Vorgehen bei der Entwicklung des Bahnhofareals

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23. März 2017, 14:53 Uhr

Der Bahnhof wird die nächste große Baustelle in Eckernförde. Ein Großprojekt, für das der Vorsitzende des Bauausschusses, Thorsten Peuster (SSW) einen Zeithorizont von 10 bis 15 Jahren vorgab. Auf dem Tisch der Politiker liegt eine Machbarkeitsstudie des Kappelner Stadtentwicklers Gregor Sunder-Plassmann mit neun verschiedenen Varianten. Die Fraktionen haben sich damit beschäftigt und am Mittwochabend im Bauausschuss erste Rückmeldungen gegeben.

Und die kamen und waren sehr unterschiedlich. „Nichts überstürzen“, sagte SSW-Fraktionschef Rainer Bosse. „Wir wissen noch gar nicht, was wir alles brauchen.“ Er plädierte dafür, zunächst Gleis als Parkfläche herzurichten und eventuell auch eine Fläche für ein Kino vorzuhalten, falls es mit Sky in der Gartenstraße nichts werde.

Georg Bicker (CDU) äußerte seine persönliche, nicht mit der Fraktion abgestimmte Meinung und möchte keiner der neun Varianten folgen. Vermutlich werde es am Ende ein „wilder Mix“ von Maßnahmen und Projekten aus allen Varianten werden, vermutete Bicker. Das zeige, „dass überhaupt kein Bebauungsplan notwendig ist, das geht super mit Paragraph 34“ (Orientierung an der Umgebungsbebauung, die Red.). Für Dirk Willi Möller (CDU) stehen das Parken und der Einzelhandel nach dem Weggang von Aldi (ab April geschlossen) und Markant ganz oben auf der Liste der Notwendigkeiten im Bahnhofsareal.

Sören Vollert von den Grünen warnte vor zu kurz greifenden Konzepten und übereilten Beschlüssen: „Hier haben wir die einmalige Chance, ein komplexes städtebauliches Konzept ohne Zeitdruck zu entwickeln.“ Beim Gleis 3 gebe es einen Konflikt zwischen dem Bau von über 200 Parkplätzen und dem Baumbestand, diesen gelte es zu lösen, eventuell mit einer Aufstockung der Parkfläche und einer Querung über die Bahngleise, die es an „mindestens drei Stellen“ geben müsse, so Vollert.

Frauke Piechatzek (SPD) mahnte ebenfalls ein konzeptionelles Vorgehen an, man könne sich nicht einfach einzelne Maßnahmen wie Gleis 3 herauspicken und drauflos planen. Das meint auch Rainer Beuthel (Die Linke), der ein „Konzept aus einem Guss forderte. Jürgen Neumann (SPD) meinte, der B-Plan Nr. 69 „Bahnhofsaeral und Umgebung“ müsse wegen der Komplexität bei jeder Bauausschusssitzung auf die Tagesordnung.

Mathias Huber (Bürger-Forum) forderte ein anderes Vorgehen als beim Streit um die wasserseitige Bebauung der Gaehtjestraße. „Wir sollten mit einer Ideensammlung anfangen, diese öffentlich in einer Einwohnerversammlung diskutieren und dann in die politische Diskussion geben.“ Dem stimmte Ausschussvorsitzender Peuster ausdrücklich zu, die Bürger müssten früh beispielsweise durch Workshops beteiligt werden, „bevor wir Dinge festnageln“. Katharina Heldt (CDU) kritisierte, das man mit dem Gutachten (Kosten 50  000 Euro) bereits den zweiten vor dem ersten Schritt gemacht habe.

Für Bürgermeister Jörg Sibbel hat das Bahnhofsprojekt „großes Potenzial für die Stadtentwicklung“. Man könne es nicht „mit den drei Häusern an der Gaehtjestraße“ vergleichen, vielmehr mit dem Gesamtprojekt Nooröffnung. Die Bürger müssten frühzeitig beteiligt werden, ihnen müsse aber schon etwas Greifbares an die Hand gegeben werden. „Wir brauchen am Anfang ein Gesamtkonzept aus einem Guss“, das man dann „modulhaft umsetzen“ könne. Wichtig sei dabei ein breiter Konsens.

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