Gettorfer ohne Internet und Festnetz : Zwischen Verständnis und Wut

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Die meisten Einwohner im Rosen- und Birkenweg mussten von Freitag bis Montag ohne Internet und Festnetztelefon auskommen.
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Die meisten Einwohner im Rosen- und Birkenweg mussten von Freitag bis Montag ohne Internet und Festnetztelefon auskommen.

Einige Gettorfer mussten drei Tage lang ohne Internet und Festnetz auskommen.

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16. April 2019, 15:38 Uhr

Gettorf | Ein Leben ohne Internet und Telefon? Für viele Menschen ist dieses Szenario eine reine Horrorvorstellung. Für etliche Gettorfer war es von Freitag bis Montag bittere Realität. „Ursache für die Störung war ein Defekt an einem Glasfaserkabel, in dessen Folge zwei Verteilerkästen ausgefallen sind“, erklärt Telekom-Sprecherin Katja Werz. „Wir bedauern diesen Vorfall natürlich sehr. Der Technische Service hat die Störung inzwischen behoben. Alle Anschlüsse sollten nun wieder funktionieren.“ Kunden, die weiterhin Schwierigkeiten haben, werden gebeten, ein erneutes Störungsticket aufzugeben, damit der Anschluss noch einmal gesondert geprüft werden kann.

Die meisten Einwohner im Rosen- und Birkenweg mussten von Freitag bis Montag ohne Internet und Festnetztelefon auskommen.
Die meisten Einwohner im Rosen- und Birkenweg mussten von Freitag bis Montag ohne Internet und Festnetztelefon auskommen.
 

Die Eckernförder Zeitung hat sich bei den Anwohnern einmal umgehört, wie sie mit dem Ausfall umgegangen sind. Der 16-jährige Henry wohnt im Rotdornweg (Verlängerung des Birkenwegs) und war ebenfalls von dem Internetausfall betroffen. „Das war schon sehr ärgerlich. Eigentlich hatte ich mich auf den Live-Stream eines Basketballspiels aus der NBA gefreut. Doch daraus wurde leider nichts. Zunächst hatten wir nur phasenweise Zugriff auf das Internet, danach gar nicht mehr. Das ist echt ärgerlich, aber nichts Neues für uns. Vor etwa einem Jahr hatten wir das schon einmal, damals allerdings nicht so lange wie diesmal.“

Gegenseitige Hilfe in der Not

Anke Möller-Kusenberg nahm die Sache etwas lockerer: „So etwas kann immer mal passieren. Menschen machen halt Fehler – ich selbst ja auch. Da es im normalen Fernsehen sonnabends bekanntlich ja nichts wirklich Interessantes gibt, wollte ich mir einen netten Film im Internet ansehen – doch das war ja leider nicht möglich. Ich habe sofort an die Geschäftsleute gedacht, die ja ihre Rechnungen schreiben und abschicken mussten. Für die wäre es wohl richtig kritisch geworden, auch wenn ich gehört habe, dass die weniger betroffen waren. Wir haben uns gegenseitig in der Not geholfen. So ist eine Nachbarin herübergekommen, um über unser Handy telefonieren zu können. Natürlich wollten wir wissen, was los ist, und haben per Smartphone bei der Telekom angerufen, doch dort haben wir nur eine ganz allgemeine Bandansage erreichen können. Das war schon enttäuschend.“

Es ist auch ganz schön, wenn man sich mal mit anderen Dingen beschäftigt. Marlene (20)
 

Marlene (20) war am Freitag nach Hause gekommen und wollte eigentlich ihre Uni-Unterlagen herunterladen – eigentlich. Auch das Herunterladen auf das Smartphone war nicht möglich. „Die Uni-Unterlagen sind schon sehr große Dateien mit oftmals mehr als 100 Seiten“, erklärt sie. Der Ausfall des Festnetzes war weniger dramatisch: „Ich telefoniere ohnehin nicht so viel.“ Marlene nahm die Sondersituation gelassen. „Es ist auch ganz schön, wenn man sich mal mit anderen Dingen beschäftigt. Ich war dann eben einfach unterwegs.“

Nicht alle waren ohne Internet

Jennifer Bukowski aus dem Birkenweg hatte hingegen Internet: „Ich habe von den Problemen nur über Facebook erfahren. Bei uns lief alles normal.“

Kein Internet, kein Alexa, kein Telefon – das ist schon Mist. Udo Sievers (Birkenweg)
 

Mächtig sauer ist Udo Sievers: „Als ich nach Hause kam, hat mein Handy bereits gemeckert, dass ich kein WLan habe“, berichtet er. „Dann wollte ich telefonieren, das ging auch nicht. Kein Internet, kein Alexa, kein Telefon – das ist schon Mist.“ Hinzu kommt bei Sievers, dass das Problem auch gestern noch nicht behoben war. „Da habe ich Urlaub und will schön entspannen – geht nicht. Ich plane, mir bald ein neues Motorrad zuzulegen und wollte mich entsprechend informieren – geht auch nicht. Ich war dann drüben bei meinem Nachbarn. Bei dem hat alles funktioniert.“ Ein Techniker will sich seines Problems heute annehmen. Und was hat er stattdessen in seiner Freizeit getan? „Ich war im Garten und habe die Bäume geschnitten und eine Pumpe eingebaut“, sagt er – und muss dabei lachen.

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