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Eckernförder Zeitung

17. August 2017 | 00:33 Uhr

Zweite Heimat im Wohnwagen

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Teil 3 der Camping-Serie: Langjährige Camper genießen Nachbarschaft auf dem Campingplatz Damp-Dorotheenthal

Die Ostseeküste entlang der Eckernförder Bucht ist bei Urlaubern beliebt. Besonders der Campingtourismus hat eine lange Tradition auf der Halbinsel Schwansen. Jeder der 13 Plätze ist in der Saison ein Dorf für sich, mit besonderen Menschen und Angeboten. In einer Serie stellt die EZ verschiedene Plätze vor. Heute der Campingplatz Damp-Dorotheenthal in Damp.

So lange er denken kann, ist Andreas Eggers schon auf dem Campingplatz Damp-Dorotheenthal zu Hause. In der dritten Generation betreibt seine Familie Dauercamping auf dem Platz bei Familie Tramm. Mit seinen Großeltern war der heute 48-Jährige als Kind oft in Damp. Er sei quasi auf dem Platz groß geworden, sagt er. Seine Eltern wurden ebenso heimisch wie er selber. „Sobald ich hier draußen bin, ist Urlaub“, schwärmt er.

Eine Erfahrung, die viele der Dauercamper auf dem Platz machen. So gehört Rentner Werner Eggers aus Hamburg, nicht verwandt mit Andreas Eggers, zu den allertreuesten Campern der ersten Stunde in Damp. Er schlug schon bei den Eltern von Platzinhaber Peter Tramm 1964 sein Zelt auf einer Wiese auf. „Damals gab es noch keinen Campingplatz“, erinnert er sich. Wasser musste mit einer Handpumpe gefördert werden.

Offiziell beginnt die Geschichte des Platzes erst Anfang der 70er-Jahre. „Zu der Zeit standen die Zelte noch parallel zur Ostsee hinter dem Deich“, erzählt Peter Tramm. Erst etwa 1973 wird der Platz so eingerichtet, wie er sich heute präsentiert. Zwischen Reiterhof und Ostsee erstreckt sich der Platz nun in Ost-Westausrichtung, erläutert Geschäftsführer Torsten Denker. Für Klaus Reich war der Platz in Damp eine Liebe auf den ersten Blick. Der Rentner aus der Nordheide erlebte mit Freunden 1975 bei einem Vatertagsausflug den Campingplatz. Noch bevor er einen Wohnwagen hatte, hatte er sich einen Dauerstellplatz gesichert. Früher seien sie sehr oft, auch für wenige Tage oder das Wochenende, angereist. Heute aber blieben sie lieber mehrere Wochen am Stück, ergänzt seine Frau Christa. Durch den Dauerstau auf der A 7 sei ihnen die Fahrt zu ihren Wohnwagen an der Ostsee zu lang. Dann würden sie alternativ zu ihrem zweiten Wohnwagen in der Heide fahren. Dort, wie an der Ostsee, fühlen sie sich sehr wohl.

Auch für Frührentnerin Sabine Flöcks, sie kommt aus Koblenz, fing alles ohne Wohnwagen an. Sie lernte die Schwansener Küste bei einem Aufenthalt in der Damper Rehaklinik kennen. Als sie dann noch einen Strandkorb ersteigerte, stand der als Erstes auf ihrem Dauercamperplatz. Erst danach kam der Wagen. Seit 2010 ist sie im Sommer mehrere Wochen in Damp-Dorotheenthal. Gerne würde sie ganz in den Norden ziehen, die Fahrt aus Koblenz sei auf Dauer einfach zu lang. Früher habe sie immer gesagt, „Camping ist nichts für mich“ lächelt sie. Da hatte sie mit Onkel und Tante erste Campingerfahrung gesammelt und fand das Camperleben gar nicht so schön. Inzwischen könne sie es sich nicht mehr anders vorstellen. Die Hilfe, die sie als Alleinstehende auf dem Platz von den Mitcampern erhielt, sei einfach klasse gewesen. Das hat auch Renate Bestmann aus Hessen erfahren. Sie ist seit 1994 in Damp zu Hause. Inzwischen sind auch ihre Geschwister mit Familien auf dem Platz zu Hause. „Die Landschaft hier ist einfach herrlich“, sagt sie. Selbst wenn es regnet, dann gäbe es viel zu erleben. So würde sie auch ins benachbarte Ostseebad gehen, um dort beispielsweise Wellnessangebote zu nutzen. Die Nähe zu Damp und die medizinischen Angebote schätzen Werner Eggers und Klaus Reich. „Für alle Fälle ist das gut“, stellen sie fest. Sie lieben in Damp vor allem, wenn sie mit ihren Booten raus auf die Ostsee fahren können. Angeln ist ihr Hobby.

Das Zusammengehörigkeitsgefühl der Camper ist groß, wobei auf dem Platz eben nicht die typischen Klischees gelten, wie Andreas Eggers betont. „Sportsocken, Ballonseidenanzug und Badelatschen findet man hier nicht“, sagt er. Für ihn fängt der Urlaub in Damp mit den Vorbereitungen und dem Einkauf zu Hause an. Und wenn der Padenstedter dann auf den Platz fährt, macht er alle Fenster im Auto auf und atmet tief durch.

„Das sind alles tolle Camper“, erzählt Torsten Denker, der das Miteinander auf dem Platz mag. In viel Eigenregie und Eigeninitiative organisieren die Camper im Sommer für Kinder Spiele und Aktionen oder laden im Februar zum gemeinsamen Grünkohlessen auf den Platz ein. „Das ist hier wie eine große Familie“, stellt Sabine Flöcks fest und genießt ihr zweites Zuhause im Wohnwagen.


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erstellt am 17.Jun.2017 | 06:00 Uhr

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