Zwei Wochen Wald erleben pur

Felix Komolong (14, l.) hatte die weiteste Anreise. Er lebt in Papua-Neuguinea und besucht seine Cousins bei der Familie Beyer in Hütten. Nach 2009 sein zweiter Besuch im Jugendwaldlager. Foto: ame
1 von 2
Felix Komolong (14, l.) hatte die weiteste Anreise. Er lebt in Papua-Neuguinea und besucht seine Cousins bei der Familie Beyer in Hütten. Nach 2009 sein zweiter Besuch im Jugendwaldlager. Foto: ame

43 Mädchen und Jungen zwischen zehn und 14 Jahren im Offenen Jugendwaldlager im Hüttener Forst

shz.de von
10. August 2011, 05:29 Uhr

Hütten | Wer Urlaub im Jugendwaldlager im Hüttener Forst macht, der muss auch richtig anpacken. Die Erfahrung machten auch in dieser Woche auch die beiden Bad Doberaner Max und Arne. Sie steckten einige Zentimeter tief im Schlamm, um den kleinen Bach auf der Orchideenwiese auszuheben. Rund zwei Tonnen Schlamm holten die Jungs gemeinsam mit dem Groß Wittenseer Jasper und Marie heraus. "Dadurch wird die Fließgeschwindigkeit erhöht", sagte Jacob Schumacher, der gemeinsam mit Malte Lafrenz Jugendwaldlager leitet.

43 Mädchen und Jungen sind es in diesem Jahr, die zwei Wochen im Wald verbringen. Betreut werden sie von 20 erfahrenen Mitgliedern der Waldjugend, die in der Küche, als Leiter der Arbeitsgemeinschaften und Hausmeister mit dabei sind. Aber auch Forstarbeiter und Förster Thomas Kahn begleiten die jungen Waldbewohner, für die auch ein Besuch im Erlebnispark Trappenkamp und mehrere Wettbewerbe auf dem Programm stehen. Die Sieger erhalten am Freitag beim Abschlussabend ihre Preise.

Der Aushub des Bachlaufs ist nur einer von zahlreichen Forsteinsätzen, die auf dem Programm stehen. Im Kanalgehege in Sehestedt werden junge Eichen von Gras und Bewuchs befreit, die Obstbaumwiese muss gemäht und kleine Bäume gefällt werden.

Am Nachmittag beginnen die Arbeitsgemeinschaften. Die Jugendlichen können sich als Handwerker versuchen und Holzklappstühle bauen, in einem Überlebenstraining lernen, wie Fährten gelesen werden, Kerzen ziehen, Windlichter bauen, Freundschaftsbänder knüpfen und Schatzkisten herstellen. Aus Kokosnüssen entstehen Behälter für Wasser und kleine Leckereien, so genannte Bombilas.

Kim Noak transportiert in ihrem Bombila Eistee. Sie nimmt zum ersten Mal am Offenen Waldjugendlager teil. "Ich habe schon viele Freunde kennen gelernt", sagte die neun Jahre alte Campteilnehmerin aus Bad Oldesloe..

Das Werken mit Palmenfrüchten ist auch für einen anderen Zeitvertreib praktisch: "Wenn eine Kokosnuss kaputt geht, können wir daraus noch Anhänger für Ketten basteln", sagte Malte Lafrenz. Denn auch gebastelt wird im Hüttener Forst viel. Vor allem Filzmäuse. Auch Anikke Lauritzen hat so ein Tier gefertigt. Für die Elfjährige ist es das erste Jugendwaldlager und ihr gefällt es. Besonders aufregend sei es, im Wald zu schlafen: "In meinem Zimmer höre ich keine Geräusche. Hier zwitschern die Vögel und man hört den Regen." Über alles, was sonst Aufregendes im Camp passiert, berichten die Reporter der Lagerzeitung - auch in dieser Arbeitsgemeinschaft können die Kinder aktiv werden.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen