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Herbstversammlung der Heimatgemeinschaft : Zwei Vorträge und sieben Exkursionen

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Die Herbstversammlung der Heimatgemeinschaft Eckernförde hat den 200 Gästen ein Intensiv-Programm geboten: Interessante Vorträge im Carls, sieben Exkursionen durch Eckernförde.

Eckernförde | Bis auf den letzten Platz füllte sich der Saal im Carls Showpalast am Sonnabendnachmittag. Rund 200 Mitglieder und Gäste nahmen an der Herbstversammlung der Heimatgemeinschaft Eckernförde teil. Es sind die interessanten Themen, Vorträge und die Gemeinschaft, die die über 3000 Mitglieder immer wieder aufs Neue locken. Die Vorsitzende Dr. Telse Stoy freute sich über die große Teilnahme: „Seit vielen Jahren ist es gute Sitte, dass alle fünf Jahre eine Versammlung der Heimatgemeinschaft in Eckernförde stattfindet. Die Verbundenheit zu Eckernförde ist natürlich besonders groß, zum einen trägt unser Verein den Namen Eckernförde, gemeint ist aber hier eigentlich der Altkreis Eckernförde, Schwansen, Hütten, Dänischer Wohld, zum anderen haben wir hier unseren Dienstsitz und beschäftigen uns in der täglichen Arbeit sehr intensiv mit der Stadt. Natürlich sind uns die umgebenden Landschaften ebenso wichtig.“ Grußworte des Landes und Kreises überbrachte der stellvertretende Landrat Jens Kolls. Er würdigte die auch qualitativ sehr hochwertige Arbeit der Heimatgemeinschaft. Bürgermeister Jörg Sibbel bedankte sich ebenfalls für die vielfältigen Aktivitäten, die für die Stadt und das Umland wichtig seien.

Mucksmäuschenstill war es beim Vortrag von Dr. Heinrich Mehl über Lorenz von Stein (1815-1890), der als gebürtiger Borbyer nicht nur für Eckernförde eine bedeutende Persönlichkeit ist, sondern als Nationalökonom und Staatsrechtslehrer weltweite Anerkennung erfuhr und vielfach für seine wissenschaftliche Arbeiten ausgezeichnet wurde. Der Referent nahm die Zuhörer mit auf die Lebensreise des Borbyers ,der in der Bergstraße 12 – das Gebäude wirkt heute etwas baufällig – aufwuchs, im Christians Pflegeheim zur Schule ging, in Flensburg sein Abitur machte und dann in Kiel Rechtswissenschaften und Philosophie studierte. Mehl zeichnete das Leben von Steins und sein 35-jähriges Wirken in Wien nach. Lorenz von Stein erfreue sich in Japan, auch heute noch, wegen seiner von ihm Mitte des 19. Jahrhunderts am Hofe des Kaisers erdachten und umgesetzten Staats- und Verfassungsform modernsten Zuschnitts höchster Anerkennung, berichtete Heinrich Mehl. Preußen wurde, nicht zuletzt durch die Beratung Lorenz von Steins, ein politischer Verbündeter Japans. Mit dem autoritären Schulterschluss sei Preußen ab 1880 der wichtigste Lehrmeister Japans in politisch-strukturellen Aufbaufragen geworden. Am 23. September 1890 endete das wirkungsvolle Leben Lorenz von Steins in Wien. Im Museum Eckernförde ist dem bedeutenden Staatswissenschaftler eine kleine Abteilung gewidmet. Im Jahrbuch 2015 der Heimatgemeinschaft, das im November erscheint, hat Heinrich Mehl eine umfangreiche Abhandlung über den bedeutenden Sohn der Stadt verfasst.

Anschließend stellte Dr. Uwe-Jens Müll-enhof den Bildhauer Manfred Sihle-Wissel aus Brammer bei Nortorf vor, der Lorenz von Stein porträtierte. In anschaulicher Weise wurde gezeigt, wie die hoch gehandelten Büsten des Künstlers entstehen. Rudolf Klinge fasste es für viele Teilnehmer in Worte: „Vieles habe ich gar nicht gewusst, spannend und informativ, dass wir eine solche Persönlichkeit hier in Eckernförde-Borby hatten und durch das Erbe immer noch haben.“

Während der Kaffeetafel hatten die Mitglieder und Gäste Zeit sich auszutauschen. Dann ging es auf die sieben Exkursionen: Bürgermeister Sibbel leitete eine Rundfahrt mit dem Bus durch Eckernförde. Rund 70 Teilnehmer nahmen das Rundsilo in Visier, fachkundig übermittelte Fritz Blaas die ehemalige Funktion des Getreidespeichers. 40 Teilnehmer begaben sich mit Fischer Fiete un Opsteekfru dörch dat ole Eckernför. Mit Stadtführer Hans Willomitzer ging es auf einen Rundgang durch Borby, Dr. Heiner Mehl führte mit Dr. Uwe Beitz durchs Museum, mit Joachim Sebastian ging es ins OIC, mit Manfred Trettow zum Kranzfelder Hafen und bei einem Rundgang mit Wolfgang Greifenberg über das Carlshöhe Gelände konnten sich die Exkursionsteilnehmer informieren. Die Teilnehmer der Hebsttagung hatten die Qual der Wahl. Die Exkursionen seien einfach super, wann bekomme man schon einmal solch ein Angebot?, hieß es immer wieder.

> www.heimatgemeinschaft-eckernfoerde.de



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