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Eckernförder Zeitung

17. November 2017 | 20:44 Uhr

Neue Wege : Zwei Vereine – doppelte Vielfalt

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

VfL Damp-Vogelsang und TSV Waabs begründen Kooperation für alle Breitensportangebote / Ziel ist der Erhalt der Sportangebote in der Region

von
erstellt am 16.Apr.2014 | 06:00 Uhr

Die Mitgliederzahlen sinken, die Kosten und der Aufwand, Übungsleiter zu finden und Sportstätten zu halten, werden immer größer. Sportvereine im ländlichen Raum geraten immer mehr unter Druck, wie sie das angestammte Angebot angesichts des demographischen Wandels erhalten sollen. Ganz neue Wege gehen daher der VfL Damp-Vogelsang und der TSV Waabs. Sie begründen eine Kooperation für alle Breitensportangebote.

Ab dem 15. April beginnt die Zusammenarbeit, die deutlich über das Maaß von Spielgemeinschaften von einzelnen Mannschaften hinausgeht. Beide Vereine öffnen ihre sämtlichen Breitensportangebote, immerhin gut 20 verschiedene Sparten, für die Mitglieder des jeweils anderen Vereins – ohne Doppelmitgliedschaft. Es reiche einfach, sich bei der Leitung zu melden, dann werde das vermerkt, berichtete Christoph Oesterle, Sportwart des VfL.

„Die Zeit ist reif“, berichtete Oesterle weiter von den Erkenntnissen der beiden Vereinsvorstände nach vielen Treffen. Noch seien die Vereine, jeder für sich, in der Lage, ihre Angebote zu stemmen, aber die Zeichen der Zeit dürfe man nicht übersehen. Jetzt mache eine Kooperation noch Sinn, wo alles läuft, und leichter erhalten werden könne, ergänzte Matthias Gronwald, Vorsitzender des TSV.

Ihr Ziel sei ganz klar die Mitgliederzahlen zu halten. Wenn es mehr würden, dann sei das auch sehr erfreulich. „Jeder Verein hat mit ganz ähnlichen Problemen zu kämpfen“, so Gronwald weiter. Früher seien Familien komplett in den Verein eingetreten und selbst, wenn die Kinder nicht mehr aktiv waren, habe man mit seiner passiven Mitgliedschaft den Verein finanziell unterstützt, meinte Eike Engel-Marten, die neue Vorsitzende des VfL. Auch die Doppelmitgliedschaft in verschieden Vereinen gebe es nicht mehr, das Geld sei knapper, so Gronwald. Gravierendster Mangel sei das Fehlen von Mitgliedern gerade in den Altersklassen von 30 bis etwa 50 Jahre. Die fehlten als Mitglieder und als Gruppenleiter.

Für das neue Konzept haben die Vereine ihre Sportangebote gebündelt. Dabei stellten sie fest, dass es bis auf ganz wenige Ausnahmen kaum Überschneidungen gab. So kann der VfL unter anderem Break-Dance, Bogensport und Tanz einbringen, der TSV öffnet Zumba, Selbstverteidigung und Fitnesstraining für Erwachsene. Es mache doch mehr Sinn, ein Angebot mit mehr Teilnehmern stattfinden zu lassen als das jeder Verein eigene, schwachbesetzte, Angebote laufen lässt, so Oesterle. Bei nun gut 1000 Mitgliedern falle es sicher leichter, Gruppen mit ausreichend Teilnehmern zu starten. Und es sei ganz sicher möglich, auch neue Angebot zu etablieren. Die Vereine sind offen für Vorschläge und geeignete Gruppenleiter, die etwas anbieten wollen, meinte Udo Kehrer, Vorstandsmitglied im TSV. Ihm und auch Matthias Gronwald sei es wichtig, dass die Vereine auch in Zukunft aktiv sind und Kinder und Jugendliche auffangen. „Sport ist Sozialarbeit“, sagte Kehrer.

Die erste Idee für eine Kooperation kam vor gut zwei Jahren auf, versiegte aber wieder, so Oesterle. Vor etwa eineinhalb Jahren wurde ein weiterer Versuch gestartet. Seit etwa Januar liefen nun die Verhandlungen der Vorstände sehr intensiv. Auf den Mitgliederversammlungen waren die Ideen vorgestellt und begrüßt worden, berichtete Oesterle. Ein gutes Stück der Vorarbeit hatte Jörg Eckholt, der letzte Vorsitzende des VfL beigetragen. Er sprach auch von einer Vision, dass in vielleicht zehn Jahren die Vereinslandschaft in Schwansen schon ganz anders sei, dass es dann vielleicht nur noch einen Sportverein Schwansen gebe.

Es wurde eine dreimonatige Beobachtungsphase vereinbart, in der man schaue, ob sich die Waabser und Damper Mitglieder beim Besuch der gegenseitigen Angebote in etwa die Waage halten, erklärte Oesterle. Er gehe davon aus, dass es ausgeglichen sei, wenn nicht, sehe die Kooperationsvereinbarung Möglichkeiten eines Ausgleichs vor. Die Vorstände sind zuversichtlich, durch die Kooperation möglicherweise weitere Synergieeffekte durch Kräftebündelung nutzen zu können. Diese könnten auch auf einer Verbesserung der Zusammenarbeit mit Schulen und dem Ausbau der Zusammenarbeit mit Kindertagesstätten fußen, wie Gronwald feststellte.

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