zur Navigation springen
Eckernförder Zeitung

22. September 2017 | 13:53 Uhr

Zwei Tage ganz im Zeichen Lehmanns

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Morgen beginnen die Wilhelm-Lehmann-Tage mit einer Lesung des Preisträgers Stephan Wackwitz

von
erstellt am 19.Mai.2016 | 06:56 Uhr

Morgen beginnen die Wilhelm-Lehmann-Tage 2016. Auf dem Programm steht die Preisverleihung an Stephan Wackwitz, der morgen Abend um 19 Uhr im Ratssaal aus seinen Werken liest, und ein Vergleich der beiden „Überläufer“-Romane von Wilhelm Lehmann und Siegfried Lenz am Sonnabend um 10 Uhr, ebenfalls im Ratssaal. Die Veranstaltungen sind alle öffentlich und kostenfrei. Dass das literarische Erbe des renommierten Eckernförder Naturlyrikers und Essayisten (geb. 4. Mai 1882 in Puerto Cabello, Venezuela; gest. 17. November 1968 in Eckernförde) wiederentdeckt und vor dem Vergessen bewahrt wurde, ist ein wesentliches Verdienst der 2004 in Eckernförde gegründete Wilhelm-Lehmann-Gesellschaft; sie widmet sich dem Werk des Dichters, Schriftstellers und langjährigen Lehrers an der Jungmannschule und richtet alle zwei Jahre die Wilhelm-Lehmann-Tage aus. 2009 sind auf Initiative der Gesellschaft im Klett-Cotta-Verlag die gesammelten Werke von Wilhelm Lehmann in acht Bänden erschienen. Es bestehen enge Bindungen zu den Schülern der Jungmannschule, die durch verschiedene Projekte den ehemaligen Lehrer der Schule würdigten. Die Wilhelm-Lehmann-Gesellschaft bedankte sich im Gegenzug bei den engagierten Jungmannschülern mit einer beitragsfreien Mitgliedschaft bis zum Ende der Ausbildungszeit. „Es ist wichtig, dass wir junge Menschen für unsere Wilhelm-Lehmann-Gesellschaft interessieren“ sagte Dr. Adolf Nottrodt, Kassenwart der Gesellschaft.

Als ein Höhepunkt im Veranstaltungskalender der Gesellschaft gelten die Wilhelm-Lehmann-Tage im Mai mit der Verleihung des Literaturpreises. In diesem Jahr geht der mit 7500 Euro dotierte Wilhelm-Lehmann-Preis an den deutschen Essayisten Stephan Wackwitz. Sein von der Wilhelm-Lehmann-Gesellschaft preisgekrönter Prosa-Band „Die Bilder meiner Mutter“ zeigt autobiografische Züge. Wackwitz, der am Goethe-Institut im georgischen Tbilissi tätig ist, schildert gut lesbar und lehrreich anhand der Lebensgeschichte seiner Mutter die Entwicklung und Historie der Bundesrepublik Deutschland.

Die Entscheidung der literarischen Jury, den Preis in diesem Jahr einem Essayisten zu verleihen, ist nach Worten der Vorsitzenden Dr. Beate Kennedy in der Wilhelm-Lehmann-Gesellschaft durchaus kontrovers diskutiert worden. „Es gab Diskussionen um den Preisträger, da einige unserer Mitglieder den Dichter Lehmann in erster Linie als Lyriker sehen.“ Dennoch setzte sich das Wackwitz-Buch durch und Kennedy ergänzte: „Wir würdigen in erster Linie das Buch und den essayistischen Stil von Inhalt und Sprache.“

Interessierte erhalten während der Wilhelm-Lehmann-Tage die Möglichkeit, am vor Ort aufgestellten Büchertisch der Buchhandlung am Gänsemarkt, den Band zu kaufen und vom Autor signieren zu lassen, denn Stephan Wackwitz wird sowohl am Freitagabend, 20. Mai um 19 Uhr aus seinem Buch lesen wie auch am Samstag, 21. Mai, den Preis selbst entgegennehmen. Die Veranstaltungen während der Wilhelm-Lehmann-Tage sind für jeden offen, der Eintritt ist frei.

Übrigens: Der diesjährige Abiturjahrgang der Jungmannschule porträtierte Wilhelm Lehmann in einem Kurzfilm, der Interviews von Zeitzeugen und die Eindrücke von Schülern zum Inhalt hat. Der Film wird morgen während der Mitgliederversammlung der Wilhelm-Lehmann-Gesellschaft ab 16 Uhr im Ratssaal vorgeführt. Geplant ist, den Film auch in der „Langen Nacht der Literatur“ am 12. November der breiten Öffentlichkeit zu zeigen.

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen