Zwei Sprotten auf Erfolgskurs

Erfolgsduo: Opsteekfru Stine (Christel Fries) und Fischer Fiete (Werner Pötzsch).
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Erfolgsduo: Opsteekfru Stine (Christel Fries) und Fischer Fiete (Werner Pötzsch).

Christel Fries und Werner Pötzsch haben im vergangenen Jahr 60 Führungen als Stine und Fiete absolviert

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13. Januar 2015, 06:29 Uhr

Ihre Holzschuhe müssen sie demnächst dringend zum Schuster bringen, denn die Sohlen sind schon blank gelaufen: Vor knapp zwei Jahren hatten Opsteekfru Stine (Christel Fries) und Fischer Fiete (Werner Pötzsch) ihren ersten Auftritt als Eckernförder Kultfiguren bei einer Stadtführung. Kalt war’s, windig, und der Schneegriesel versuchte sein Bestes, ihnen die Tour zu vermiesen. Doch keine Chance: Die neue Stadtführung, bei der die Figuren aus der Zeit von vor 100 Jahren ihren Alltag erzählen und das Eckernförde von damals wieder auferstehen lassen, wurde sofort zum Erfolg. Das Rezept dazu: die plattdeutsche Sprache und viele lustige Döntjes.

Schon im ersten Jahr stießen die beiden auf eine große Resonanz und dann, 2014, an ihre Grenzen: 60 Führungen mit etwa 700 Leuten zählten die beiden Originale im vergangenen Jahr, und auch Radio und Fernsehen wollten die plattdeutschen Stimmungskanonen annektieren. NDR Nordtour, und NDR Landpartie waren dabei, achtmal sogar das ARD Buffet, zweimal die NDR Welle Nord mit „Binnenland un Waterkant“ und fünfmal der Offene Kanal Kiel. Ob Aalregatta, Welcome-Race, Sprottentage oder Marktfrühstück – Fiete und Stine sind immer dabei. Hinzu kommen ihre Auftritte im karitativen Bereich, ob beim DRK, im Seniorenheim oder Kindergarten. Rund 3000 Euro an Spenden haben sie schon eingenommen – alles für die Arbeit an der künftigen Museumsräucherei.

Die Idee kam den beiden Stadtführern einst bei einem Bier auf der „Capella“. Stichwort war „der Fischer un sien Fru“. Ein Konzept wurde erstellt, das historische Gewand bei einer Schneiderin in Auftrag gegeben und die Touristik als Partner gewonnen. „Aber es würde alles nicht funktionieren, wenn die Fischer nicht mitmachen würden“, sagt Christel Fries. Sie seien es, die schon von Weitem ihre Kommentare abgeben und den Teilnehmern den Unterschied zwischen Scholle und Butt erklären. Das i-Tüpfelchen sind dann noch die Gastronomen, die auch schon Mal einen Schnaps für die ganze Runde ausgegeben haben, und die Bonbonkocherei mit ihren süßen Versuchungen.

Im Mittelpunkt aber steht der Fisch, genauer: die Sprotte, die sie zu vergünstigten Konditionen von Rehbehn und Kruse beziehen. Sie haben die beiden in ihrem Bollerwagen immer dabei, zeigen den Teilnehmern, wie man sie ist: „Koop af, Steert af, Grad rut un af in de Snuut.“ Dazu gibt es einen Schnaps, gesponsert von Behn.

„Man wundert sich, wie oft Leute uns schon im Fernsehen gesehen haben“, sagt Werner Pötzsch. Bei der Aalregatta lief ihnen sogar einmal eine Touristin aus Köln hinterher, um ein Autogramm von ihnen zu ergattern. Und auch die Teilnehmer des Kirchweihfests in Sandhausen bei Heidelberg können von den Ehrengästen gar nicht genug bekommen.

Auch wenn dieses Ehrenamt viel Zeit und Kraft kostet, bereitet es den beiden viel Spaß. In diesem Jahr ist die Unterstützung für die Alte Fischräucherei weiterhin ein wichtiges Ziel. Die beiden werden unter anderem im Mai an der NDR-Landpartie in Boizenburg teilnehmen, und es wird dreimal ein Wiedersehen mit den Handpuppen Baron Waldi von Wels (Sven Wlassack) und Sprottinchen (Stine) geben. Ein Höhepunkt wird die für den 19. Juli geplante Sprotten-Matinee „Echt Eckernför“ mit Musik und „Sprotten-Diplom“ im Kurpark sein. Die traditionellen öffentlichen Stadtführungen „Dörch dat ole Eckernför“ stehen jetzt schon fest im Terminkalender.

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