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Bühnenshow : Zwei Powerfrauen raufen sich zusammen

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Gelungenes Musical mit Ines Barber und Claudia Piehl

Haby | Das letzte Wort hatte das Publikum am Freitagabend im „Haby-Krog“, das zwei großartige Künstlerinnen mit Blumen und viel Beifall überschüttete. Mit dem wohl kleinsten Musical der Welt „Ich schmeiß mich wech!“ in zwei Akten unterhielten Ines Barber (Plattdüütsch) und Claudia Piehl (Gesang) mit kleinen Sketches das Publikum im ausverkauften Haus.

Wer eine plattdeutsche Lesung mit musikalischer Einlage erwartet hatte, wurde enttäuscht, angenehm enttäuscht, denn was die lokalen Showgrößen Ines Barber und Claudia Piehl choreografisch in Perfektion auf der kleinen Bühne boten, sucht seinesgleichen und hätte durchaus auf großen Bühnen seine Berechtigung gehabt. Beide Frauen blicken auf rund 20-jährige Erfahrung zurück, die sich in ihren professionellen Darbietungen widerspiegelt, und sind das Beste, was der Norden zu bieten hat. De een‘, Ines Barber (Rendsborg), is as dörch un dörch plattdüütsche Vertellerin un Bookautorin de Nummer Een in Sleswig-Holsteen, und die andere führt auf dem Gebiet Musical-Shows die Rangliste im nördlichsten Bundesland an – die „Silberne Stimme“ aus dem Ostseebad Eckernförde, Claudia Piehl.

Beide erzählten einen ganzen, kurzweiligen Abend lang, wie sie das Programm ihrer Premiere „Ich schmeiß mich wech“ in die richtigen Bahnen einordnen wollen. Das ist der Beginn der scheinbar unüberwindbaren, mit herzerfrischender Komik vorgetragenen Komplikationen.

Ines und Claudia stehen vor der Premiere im „Haby-Krog“ und wissen nicht, was sie dazu anziehen sollen. Auch kommen beide mit den Ausführungen des anderen zunächst nicht so zurecht. „Die Grünkohl-Vorleserin mit der komischen Sprache Plattdeutsch, während ich mit Musicals von der großen Showbühne komme“ provoziert Claudia ihre Partnerin, und bietet ihr drei Vertellen zum Vortragen an, während sie für sich 16 Songs eingeplant hat. Daraufhin kontert Ines: „Weetst du, wat dor steiht? Dor steiht Barber … un Piehl! Un ik segg di, ik fang jümmers an - avers segg mal, wat schüllt wi antrecken?“

So also setzten die zwei in ihrem Genre hochklassigen Powerfrauen, die zunächst unterschiedlicher nicht sein können, im steten Wechsel ihre immer besser werdenden Darbietungen fort, um sich für eine gemeinsame Show zusammenzuraufen, wobei auch zwischenzeitlich das Publikum mit eingebunden wurde – Klasse! Einziger Wermutstropfen war der Part mit unangebrachten Kraftausdrücken, die im Plattdeutschen entschärft klingen sollen – hier könnte noch nachgebessert werden. Am Ende überraschten beide nach Einnahme von Wundertropfen, die dazu führten, dass Ines mit brillanter Singstimme „Seemann, lass das Träumen“ (1960, Lolita) schmetterte und Claudia plötzlich des Plattdeutschen mächtig war. 

>Aufgrund der großen Nachfrage wurde ein Zusatztermin im „Haby-Krog“ vereinbart: Freitag, 5 Juni, um 20 Uhr. Karten unter Tel. 0177-598 598 5



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