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Eckernförder Zeitung

24. September 2017 | 05:25 Uhr

Beeindruckend : Zwei Ozeanriesen im Vergleich

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Viele Gemeinsamkeiten zwischen der Titanic und der Queen Mary 2 – einst weltgrößte Schiffe

„Wäre die Titanic nicht gesunken, würde heute vermutlich keiner über sie reden, denn bis zu ihrem Untergang stand sie im Schatten ihres Schwesterschiffs, der RMS Olympic“, sagte Malte Fiebing-Petersen, Vorsitzender des Deutschen Titanic-Vereins bei seinem Vortrag in der Reihe Talk vor Ort am Dienstag in Binges Gasthof. Auf den Tag genau 102 Jahre zuvor, in der Nacht vom 14. auf den 15. April 1912, sank das Schiff während seiner Jungfernfahrt vom englischen Southampton nach New York nach einer Kollision mit einem Eisberg und riss rund 1500 Menschen in den Tod. In seinem Vortrag zeigte Fiebing-Petersen sowohl Parallelen als auch Unterschiede zwischen der ‚Titanic‘ und der 2004 in Dienst gestellten Queen Mary 2, kurz QM2 auf.

So war die Titanic zwar kein Kreuzfahrtschiff, sondern ein reines Transportmittel – die Reederei White Star Line wollte an dem seinerzeit blühenden Auswanderergeschäft ein Stück vom Kuchen abhaben. Sie bot aber für damalige Verhältnisse schon ausgesprochenen Luxus: An Bord befanden sich ein französisches à la carte-Restaurant, ein Swimmingpool, Aufzüge und ein Wellnessbereich. Ebenso übernachteten die Passagiere der dritten Klasse nicht mehr in Schlafsälen, sondern in Kabinen. Beide Schiffe, sowohl die Titanic als auch die QM2, galten bei ihrer Indienststellung als größte Schiffe weltweit, wurden aber kurz darauf diesen Titel wieder los, da noch größere gebaut wurden. Auch bei den Baukosten gibt es Gemeinsamkeiten: Die Titanic kostete seinerzeit 1,5 Millionen britische Pfund, was auf heutige Zeit umgerechnet in etwa 937 500 000 Euro entspricht. Die QM2 lag mit 870 000 000 Euro knapp darunter. Bei Größe und technischen Daten, inklusive der Motorenleistung, übertrumpft die QM2 die Titanic zwar, wohingegen sich bei der Reisegeschwindigkeit und der Zahl der Passagiere und Besatzungsmitglieder beide Schiffe wieder näherkommen. Schon bei der Titanic war man bemüht, bei den Passagieren den Eindruck zu erwecken, dass man sich eher in einem Gebäude denn auf einem Schiff auf dem Atlantik befindet. Und auch kleine Einkäufe konnten die Reisenden tätigen, wenn auch nicht in dem Ausmaß wie auf heutigen Kreuzfahrern. Als weitere Gemeinsamkeiten nannte Fiebing-Petersen die geschwungenen Treppen, die hölzernen Deck-Chairs, die Teak-Holz-Decks oder auch die spitz zulaufenden Wellenbrecher auf dem Vordeck. Am auffälligsten dürfte die Übereinstimmung bei der Farbgebung sein: Beide Schiffe haben den schwarzen Rumpf und darüber die weißen Decks. Denn die ursprünglich härtesten Konkurrenten, die White Star Line und die Reederei Cunard, wurden Ende der 1920er Jahre von Großbritannien zwangsfusioniert und sind seit 1935 ein Unternehmen. Aus diesem Grunde, wohl der Tradition verpflichtet, legte man beim Bau der QM2 auch Wert darauf, dass das Schiff als Nachfolgerin der Queen Elizabeth 2 eine eher klassische Linienführung aufweist, im Gegensatz zu den meisten heute gebauten Kreuzfahrtschiffen. Ebenfalls der Tradition folgend fährt sie von Zeit zu Zeit auch von Southampton nach New York – jene Route, auf der die Titanic ihr Schicksal ereilte.

Die Faszination für die Titanic entstand bei Malte Fiebing-Petersen sowohl durch den Modellbau als auch durch Bücher. „1994 hatte ich das erste Modell der Titanic gebaut und viel zum Thema gelesen, seit dem lässt mich das Schiff nicht mehr los“, so der 29-jährige Lehrer aus Schwedeneck. Damit die Besucher seines Vortrags, den er schon auf Einladung der Cunard-Reederei an Bord der QM2 auf dem Weg nach New York gehalten hat, einen Eindruck von den beiden Schiffen bekommen konnten, hatte er zwei Modelle, jeweils im Maßstab 1:400, mit im Gepäck sowie eine Reedereiflagge der White Star Line. Und wenn es Wirklichkeit werden sollte, können Vergleiche vielleicht sogar irgendwann real gezogen werden. Der australische Multimillionär Clive Palme hat vor, die Titanic als Titanic II nachbauen zu lassen. Ob das allerdings Realität wird, weiß niemand so recht. „Ursprünglich sollte das Schiff 2016 fertig sein. Der Termin wird aber wohl nicht gehalten werden. Bislang wurde mit dem Bau noch nicht einmal begonnen“, so Fiebing-Petersen.

> www.titanicverein.de


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