Ambulante Pflege braucht Zeit : Zwei Minuten geschenkte Zeit

Präsentieren die neuen Flyer vor einem der Einsatzfahrzeuge der Diakonie-Sozialstation St. Martin (v. l.): Jan Podgorski , Propst Sönke Funck und Claudia Burkowski.
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Präsentieren die neuen Flyer vor einem der Einsatzfahrzeuge der Diakonie-Sozialstation St. Martin (v. l.): Jan Podgorski , Propst Sönke Funck und Claudia Burkowski.

Der Förderverein für die Diakonie-Sozialstation St. Martin bringt einen neuen Flyer heraus. Rund 150 Stammspender gibt es in Eckernförde.

shz.de von
30. Mai 2018, 05:30 Uhr

„Manchmal sind es genau die zwei Minuten geschenkte Zeit, die so wichtig sind“, weiß Claudia Burkowski, Pflegedienstleitung für die Ambulante Pflege der Diakonie-Sozialstation St. Martin. Denn die Zeit eines jeden Mitarbeiters sei genau getaktet – 13 bis 14 Kunden in einer Schicht sind keine Seltenheit. Da gilt es, Verbände zu wechseln, Blutdruck zu messen, Spritzen zu geben. Menschliche Zuwendungen in Form von Gesprächen bleiben da oftmals auf der Strecke. Hier springt der Förderverein für die Diakonie-Sozialstation St. Martin ein. Ziel des Vereins ist die Unterstützung der ambulanten Krankenpflege, die sich nicht durch Beiträge der Krankenkasse oder Pflegekasse finanziert. „Diese Lücke wollen wir durch ein breites finanzielles Fundament füllen“, erklärt Propst Sönke Funck, Vorsitzender des Fördervereins, „wir möchten den Mitarbeitern Zeit an die Hand geben.“

Zweck des Vereins, dem acht Mitglieder angehören, ist das Generieren von Spenden. Pro Jahr betrage das Spendenaufkommen 1000 bis 3000 Euro, Tendenz abnehmend. Nur dank einer Rücklage habe man in diesem Jahr der Ambulanten Pflege noch 4000 Euro zukommen lassen können – für 2019 und 2020 seien 3000 Euro eingeplant, so Funck. Mithilfe eines neuen Flyers unter dem Motto „Pflege braucht Zeit“ möchte der Förderverein jetzt verstärkt über seine beziehungsweise die Arbeit der Ambulanten Pflege informieren. „Das Geld wird in Zeit umgesetzt“, sagt Claudia Burkowski. Das könne zum Beispiel die Begleitung eines alleinlebenden Kunden zum Arzt sein. „Es handelt sich immer um Menschen, die Betreuung brauchen“, erklärt die Pflegedienstleiterin. „Der Ambulante Pflegedienst ist oftmals die einzige Kontaktperson nach außen“, weiß Jan Podgorski, Geschäftsführer im Unternehmensverbund der Stiftung Diakoniewerk Kropp. Die Unterstützung durch die Spende erlaube den Mitarbeitern, auf ein Gehetze von einem zum nächsten Kunden zu verzichten – das wirke sich positiv auf die Mitarbeiter aus. Die Wurzeln des Fördervereins reichen bis in das Jahr 1902 zurück. Ein Verein für die Gemeindeschwesternstation, der damals noch ohne kirchliche Beteiligung arbeitete, unterstützte die Gemeindekrankenpflege. „Bürger halfen Bürgern“, erzählt Propst Funck. Seit den 1960er-Jahren nimmt die Gemeindediakonie der Kirchengemeinden Borby und St. Nicolai die Pflegeaufgaben wahr. „Die Diakonie-Sozialstation ist sozusagen die Nahtstelle zwischen christlichem Engagement und Bürgerengagement“, so Funck.

Der neue Flyer wird in den Kirchengemeinden in und um Eckernförde sowie im Altenhilfe-Diakonie-Zentrum St. Martin ausgelegt.

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