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Eckernförder Zeitung

22. September 2017 | 08:33 Uhr

Zwei Millionen Euro für die Feuerwehr

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Kreis erstellt erstmals einen Fünf-Jahres-Finanzplan für den Brandschutz / Technische Zentrale in Rendsburg erhält den Löwenanteil

shz.de von
erstellt am 05.Jun.2015 | 07:02 Uhr

Donnerstag und Freitag sind die Waschtage in der Kreisfeuerwehrzentrale – an diesen Tagen werden jede Woche bis zu 200 Schläuche der freiwilligen Wehren durch die Waschanlage in dem Gebäude mit dem markanten Turm an der Berliner Straße in Rendsburg gezogen. Übers Wochenende werden sie zum Trocknen in den Turm gehängt. Doch das ist nicht die einzige Aufgabe der fünf Mitarbeiter. „Ohne die Zentrale wären die 186 Wehren im Kreis nicht arbeitsfähig“, sagt Dr. Thilo Rohlfs, Fachbereichsleiter für das Ordnungswesen in der Verwaltung. Das ist wohl auch der Grund, weshalb sie von den Brandschutzmitteln mit knapp 750  000 Euro den größten Anteil bekommt.

Der Kreis stellt bis 2020 insgesamt rund zwei Millionen Euro dafür zur Verfügung. Für die Mittelvergabe wurde jetzt erstmals ein Fünf-Jahres-Plan erstellt. „Bislang haben wir uns jedes Jahr aufs Neue verständigt, welche Investitionen nötig sind“, sagte Rohlfs. Neben den Mitteln für die Zentrale will der Kreis noch 480  000 Euro in den Gefahrgut-Löschzug und 470  000 Euro in das Jugendfeuerwehrzentrum stecken. Außerdem stehen noch 220  000 Euro für die Einführung des Digitalfunks auf dem Investitionsplan. Darauf hat sich der Feuerwehrausschuss unter Vorsitz von Jörg Hollmann (CDU) mit dem Verband von Kreiswehrführer Mathias Schütte geeinigt. „Für mich als Finanzausschussvorsitzenden ist es wichtig, dass eine Leitlinie vorhanden ist“, sagte Hollmann. Auf diese Weise werden die jährlichen Diskussionen um die Kreis-Mittel vermieden, sind sich alle einig. Im Herbst soll das Konzept dem Kreistag vorgelegt werden. Danach können die Mittel Jahr für Jahr im Kreishaushalt berücksichtigt werden, so Thilo Rohlfs.

„Dem Fünf-Jahres-Plan liegt kein Wunschkonzert zugrunde, sondern die Frage, was dringend notwendig ist“, sagte Schütte. Ihm sei ein Stein vom Herzen gefallen, als nach der Begehung klar wurde, dass alle Gerätehäuser in so einem guten Zustand seien, dass keine Investitionen nötig seien.

Stattdessen stehen ein Tanklösch- und ein Mehrzweckfahrzeug für den Gefahrgut-Löschzug, Schutzkleidung sowie ein Einsatzleitwagen und ein Kompressor für die Jugendfeuerwehrzentrale auf der Bestellliste. Für die Kreisfeuerwehrzentrale gibt es neben einem Kommandowagen und einem Löschfahrzeug eine echte Neuerung: Ein 426  000 Euro teurer Lastwagen, mit dem sich ein ganzer Container voller Nachschubmaterial transportieren lässt. Denn die Zentrale stellt sicher, dass den Wehren vor Ort bei Großbränden genug Schläuche, Atemluftflaschen, Löschschaum und weitere Ausrüstung zur Verfügung stehen. Der Laster soll bereits im kommenden Jahr gekauft werden. Wenn dann Nachschub angefordert wird, kann der Container einfach am Brandort abgestellt werden, damit sich die Kameraden daraus bedienen. Das gebrauchte Material wird später wieder darin verstaut und abgeholt. In der Zentrale an der Berliner Straße machen sich die Mitarbeiter dann nicht nur an die Schläuche, sondern befüllen auch die Atemluftflaschen, reinigen und desinfizieren die Masken und Lungenautomaten.

45 Mal wurde der Bereitschaftsdienst der Feuerwehrzentrale im vergangenen Jahr angefordert. Mitarbeiter Ulrich Kaiser schätzt, dass jährlich 8000 bis 14  000 Schläuche gewaschen und zum Teil repariert werden. Zudem übernehmen er und seine Kollegen die Codierung der digitalen Meldeempfänger für die 7000 freiwilligen Feuerwehrleute im Kreis.

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