Ausbau : Zwei Mal Asphalt für Neu Seeholz

Die Straße Neu Seeholz soll abgefräst werden und eine neue Trag- und eine neue Deckschicht bekommen. Bürger ziehen diese Lösung einem rund 40  000 Euro teurerem Neuaufbau des Straßenkörpers  bei einer Anliegerversammlung vor.
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Die Straße Neu Seeholz soll abgefräst werden und eine neue Trag- und eine neue Deckschicht bekommen. Bürger ziehen diese Lösung einem rund 40 000 Euro teurerem Neuaufbau des Straßenkörpers bei einer Anliegerversammlung vor.

Anliegerversammlung befürworten einen Teilausbau der Straße Neu Seeholz mit Tragschicht und Deckschicht. Gehwege werden gepflastert, auf eine Verkehrsberuhigung soll verzichtet werden. Grob wird mit rund 240 000 Euro brutto gerechnet.

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21. Juni 2014, 06:00 Uhr

Holzdorf | Die Straße Neu Seeholz muss erneuert werden, jetzt oder später, zu dann aber sicher höheren Kosten, daran ließen Bürgermeister Dirk Radeck und Bauausschussvorsitzender Sönke Röhe (beide Bürger für die Gemeinde Holzdorf, BfH) bei einer öffentlichen Anliegerversammlung Donnerstagabend keinen Zweifel. Rund 25 Bürger und fast alle Gemeindevertreter waren anwesend und bekamen verschiedene Varianten vorgestellt. Dabei sprach sich eine Mehrheit der Bürger gegen einen Vollausbau (rund 280 000 Euro) aus und machte sich für einen Teilausbau mit Erneuerung von Trag- und Deckschicht einschließlich Erneuerung des Bordsteins zum Gehweg (etwa 240 000 Euro) stark.

„Es ist unsere Pflicht, das Gut der Gemeinde in Schuss zu halten“, machte Radeck die Notwendigkeit zum Handeln deutlich. Leicht falle es ihnen nicht, ergänzte Sven Schlömer (BfH), wie er bereits bei der Sitzung des Bauausschusses feststellte, aber die Gemeinde sei gezwungen, die Anlieger am Ausbau der Straße zu beteiligen. Nur eine neue Verschleißdecke aufzutragen, und so die Anlieger von Kosten zu befreien, dafür sei der Zustand der rund 480 Meter langen Straße nicht mehr geeignet. Das belegten Untersuchungen des vorhandenen Straßenaufbaus, der stellenweise nur rund 3,5 Zentimeter Asphalt ergab, berichtete Bauingenieur Alexander Hohmann vom beauftragten Büro Aqua tec. Die Straße werde nicht verbreitert, solle aber neue Hochbordsteine bekommen, um den Fußweg deutlich von der Straße abzutrennen. „Hier geht es um die Sicherheit des Schulweges“, ließ Radeck keinen Zweifel aufkommen, auf diese Variante zu verzichten. Der Gehweg solle, so das mehrheitliche Meinungsbild der Bürger, bunt (rot) gepflastert werden. Das sei mit etwas mehr Pflegeaufwand als bei einer Asphaltierung verbunden, aber eröffne die Möglichkeit nachträglich Leitungen unter die Erde zu bringen. So sollen Leerrohre für eine Breitbandnetzanbindung direkt mit verlegt werden. Um die Anlieger später anzuschließen, müssten die Gehwege dafür geöffnet werden.

Ein deutliches Nein gab es, bei dennoch geringer Zustimmung weniger Anlieger, zum Einbau von Straßenverengungen zur Geschwindigkeitsreduzierung. Sie verursachten zusätzliche Kosten, lösten mehr Lärm beim Abbremsen und Beschleunigen aus und würden vor allem nichts am Problem, dass Fahrzeuge über 3,5 Tonnen, die zulässig sind, die Abkürzung zwischen B 203 und K 60 nutzen, ändern. Zudem gelte Tempo 30 in der nur für Anlieger freigegeben Straße. Hier helfe es nur, die betreffenden Fahrzeugführer samt Fahrzeug zu fotografieren und anzuzeigen, riet Radeck. An der Beschilderung der Straße solle sich nichts ändern, versicherten Radeck und Röhe. Zugleich führe diese Verkehrseinschränkung nicht zu einer anderen Einstufung der Straße, erklärte Jan Andresen von der Bauabteilung des Amtes Schlei-Ostsee. Die Straße werde sehr wahrscheinlich weiterhin als Haupterschließungsstraße charakterisiert und nicht als Anliegerstraße, womit der Anliegeranteil nach vorläufigem Entwurf der Straßenausbaubeitragssatzung von 50 auf dann 70 Prozent steigen würde. Zu den bisher grob geschätzten Kosten kämen noch die für neue LED-Straßenlaternen hinzu.

Die Kosten des Ausbaus könnten durch Zuschüsse des Landes oder der EU reduziert werden, so Andresen. Wenn es Bundesgeld gebe, reduziere dies nur den Gemeindeanteil, wenn es EU-Mittel gebe, reduziere dies den Anliegeranteil. Ob es Geld gebe sei aber offen. Die jetzt gestartete Vorplanung sei allerdings notwendig, um überhaupt Anträge einzureichen.

Von all dem wollte Anlieger Hennig Jeß nichts wissen. Er plädierte für die Nulllösung. „Wir können die Straße jetzt ganz platt fahren und dann immer noch neu bauen“, schlug er vor. Vom Prinzip her schon, aber es werde mit Sicherheit teurer, auch für die Anlieger, stellte Röhe fest. Es gebe einen Investitionsstau, was Straßenneubauten angehe. Die Gemeinde müsse diesen zügig abbauen und könnte über kurz oder lang gezwungen sein, die Anliegersätze bis zum Höchstmaß anzuheben, bei Anliegerstraße auf maximal 85 Prozent (Entwurf 70 Prozent) und bei Haupterschließungsstraßen auf 60 Prozent (Entwurf 50 Prozent). Abgesehen davon koste das jährliche Flicken der Straße auch viel Gemeindegeld, was aber nach jedem Winter verloren sei, warf Bauingenieur Alexander Hohmann ein.

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