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Konzert in der Stadthalle : Zwei Könner und eine Entdeckung

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Mit Sabine Meyer, Nils Mönkemeyer und William Youn spielte ein hochkarätiges Trio auf Einladung der Konzertreihe in der Stadthalle. Werke von Bruch, Mozart und Schumann.

Beim jüngsten Festabend der Konzertreihe Eckernförde war der Ansturm der Besucher so groß, dass die Sitze im Saal der Stadthalle auf über 700 erweitert werden mussten. Und nahezu jeder Platz war besetzt! Kein Wunder, denn Namen wie Sabine Meyer (Klarinette) und Nils Mönkemeyer (Bratsche) sind natürlich zugkräftig. Aber auch den Namen William Youn wird man sich merken müssen, denn der junge Pianist hat eine großartige Technik und ein sicheres Gespür für musikalische Nuancen.

Das Konzert brachte Musik von drei bekannten Komponisten: Max Bruch (1838–1920), Robert Schumann (1810–1856) und Wolfgang Amadeus Mozart (1756–1793). Das Trio spielte zu Beginn aus den „Acht Stücken für Klarinette, Viola und Klavier, op. 83“ von Bruch die drei Teile: Allegro con moto, Nachtgesang – Andante und Allegro vivace. Der romantische Charakter der Musik kam schon im ersten Teil zum Ausdruck: weich, schmelzend und melodiös, mit viel Ausdruck. Der Nachtgesang erklang elegisch und mit herausgearbeiteten Höhepunkten. Schon hier wurde deutlich, dass der Pianist den beiden bekannten Künstlern in nichts nachstand. Vor allem war seine Fingertechnik phänomenal! Der sonore Ton der Bratsche setzte sich auch im dritten Teil „Vivace“ fort, der von den drei Künstlern heiter, fast ausgelassen gestaltet wurde.

Mozart hat für eine damals bekannte Sopranistin eine Arie geschrieben, die hier von der Klarinettistin Sabine Meyer – mit Klavierbegleitung – hervorragend wiedergegeben wurde. Geläufig, mit einer wunderschönen Solo-Kadenz kam diese kleine Komposition bei den Zuhörern bestens an.

Mit acht Jahre hat Mozart eine Sonate in C–Dur für Viola und Klavier geschrieben; sie trägt die KV-Nummer 14. Nils Mönkemeyer und William Youn brachten das Werk im ersten Satz heiter und flott, mit einer ausdrucksvollen Viola und mit Tönen im Klavier, die wie gestochen wirkten. Der 2. Satz kam zurückhaltend und sehr melodiös. Das Finale bestand aus zwei Menuetten, wobei das zweite die Besonderheit hatte, dass der Pianist im höchsten Diskant spielte, während der Bratschist nur pizzicato musizierte.

Drei Fantasiestücke op. 73 für Klarinette und Klavier von Schumann fanden in Sabine Meyer und William Youn hervorragende Interpreten. Zart im Ausdruck, elegisch anrührend, dann lebhaft, wobei das Klavier höchst geschwinde Passagen hatte – alles wurde makellos dargeboten. Auch der Satz „Rasch und mit Feuer“ kam großartig, in phänomenalem Zusammenspiel der beiden Instrumente.

Mit Robert Schumann ging es nach der Pause weiter: 4 Sätze „Märchenbilder“ op. 113 für Viola und Klavier. Die Bratsche von Nils Mönkemeyer klang oft wie erzählend, dabei ausdrucksvoll und absolut sauber! Bisweilen wirkte sein Spiel, als ob ein Reisender begeistert von seinen Erlebnissen berichtete – eine großartige Leistung der beiden Künstler, zumal manche Passagen wahnsinnig schwer zu spielen waren. Der langsame, gesangliche Schluss krönte diese Wiedergabe.

Mozarts „Kegelstatt–Trio“, das am Ende des Konzertes stand, hat seinen Namen daher, dass der 30-jährige Komponist das Stück – der Legende nach – beim „Kegelschieben“ geschrieben haben soll. Das Andante kam sehr harmonisch und melodisch in den drei Instrumenten – wieder stach der Pianist hervor. Aber jeder der drei Künstler konnte mehrfach in den musikalischen Vordergrund treten, um dann wieder zum gemeinsamen Musizieren zu gelangen. Das Final–Rondo bewies einmal mehr: die drei Künstler sind ein bestens eingespieltes Trio, bei dem sich jeder auf die beiden anderen verlassen kann!

Der brausende Beifall – mit sechs „Vorhängen“ – führte zu einer Zugabe: ein „kleines Stück“ von Mozart.


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