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Wiedersehen in Eckernförde : Zwei Freundinnen finden sich nach 35 Jahren wieder

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Versetzung, Heirat, Umzug – zwei Freundinnen aus Eckernförde verloren sich aus den Augen. Eine SMS brachte sie jetzt wieder zusammen.

Eckernförde | So sieht echtes Glück aus: Nach 35 Jahren „aus den Augen, aus dem Sinn“ hat Margret Kloth die SMS-Frage ihrer früheren Arbeitskollegin und Freundin Sigrid mit einer herzlichen Umarmung und ohne große Worte beantwortet: Ich bin es!

„Bist du die Margret, die Ende der 70er-Jahre eine Sigrid gekannt hat? Wenn ja, ich bin Sigrid. Alles Liebe.“ Mit gesundem Misstrauen wollte Margret Kloth diese SMS sofort löschen. Eine unbekannte Nummer – warum gibt es nicht mehr Informationen zu der Frage? Margret Kloth reagierte und stellte Sigrid per SMS einige Fragen, die nur sie beantworten konnte – und sie konnte. Damit war alle Skepsis überwunden, Neugierde und schöne Erinnerungen an die frühere Arbeitskollegin Sigrid aus der gemeinsamen Zeit im Grundbuchamt des Amtsgerichts Eckernförde siegten.

Schon damals nahmen die beiden Freundinnen vorab, was man heute überall in der Öffentlichkeit erleben kann: Pausenloses Telefonieren, noch von zu Hause. „Kaum waren wir daheim, ging das Telefon, und wir sprachen wieder lange miteinander. Wir trafen uns in der Freizeit, teilten Freud und Leid.“

Bis zu Sigrids Versetzung nach Flensburg und ihrer Heirat. Name und Ort gewechselt, bald lebte sie in Berlin. Die Kontakte schliefen um 1981 ein. Weil sie den Geschäftsleiter Hans Günter Kloth vom Amtsgericht Eckernförde geheiratet hatte, wurde Margret nach Rendsburg versetzt (damals war es noch unmöglich, dass der Chef und seine Ehefrau im selben Amtsgericht tätig waren). Die Freundschaft zu Sigrid schlief ein, das Leben nahm seinen Lauf: Sigrids Ehe wurde geschieden, sie heiratete später erneut. Günter Kloth starb im Dezember 2010.

Kein Kontakt mehr bis zur ominösen SMS. Die Handynummer ihrer alten Freundin hatte Sigrid aus dem Internet. Ihren „neuen“ Nachnamen hatte sie schon vor 14 Jahren von einer Bekannten erfahren. Doch erst, als sie bei ihrem 40. Dienstjubiläum alte Fotos durchblätterte, fasste sie den Entschluss, endlich wieder Kontakt aufzunehmen.

Als wären mehr als drei Jahrzehnte Pause nicht gewesen, verstanden sich die beiden aufs Neue. „Es gab viel zu erzählen, viele Übereinstimmungen im Gespräch, aber auch Unterschiede in Sichtweisen und Eindrücken“, erzählt Margret Kloth. „Es ist anders, als in jungen Jahren. Aber das Lachen, die Stimme, die Art von Humor taten gut. Gleichzeitig tat es weh zu spüren, wie viele Jahre schon ins Land gegangen sind.“

Nach 35 Jahren trafen sich beide Freundinnen - Margret mittlerweile mit 61, Sigrid mit 58 Jahren, am Haupteingang des Amtsgerichts. Ihre eigene Geschichte und ihre Lebenswege sind nicht ganz spurlos an ihnen vorübergegangen – dennoch wirken beide jugendlich und stark. Sportlich und frisch verkörpern beide das Bild aktiver Frauen, die auf der Sonnenseite des Lebens angekommen sind. Und die immer noch für eine Überraschung gut sind – wie die von Margret Kloth arrangierte Verabredung mit dem Ex-Kollegen Peter Reimer zum Bratwurstessen auf dem Eckernförder Wochenmarkt.
 

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erstellt am 22.Sep.2014 | 05:30 Uhr

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