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Ortstermin des Bauauschuss : Zwei Bauprojekte für den Pferdemarkt

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Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Der Bauausschuss informierte sich am Dienstagnachmittag auf einem Ortstermin über die geplanten neuen Wohngebiete. Im Pferdemarkt sind zwei Wohnprojekte geplant. Einigen Anwohner gefällt das gar nicht.

shz.de von
erstellt am 27.Aug.2013 | 19:49 Uhr

Der Pferdemarkt ist eine kleinteilige, sehr unterschiedlich bebaute und stark frequentierte Straße zwischen Hafen und Grund- und Gemeinschaftsschule. Aus städteplanerischer Sicht eine typische Stadtsiedlung mit hohem Wohnwert, die in ihrer Eigenart und Funktion unbedingt zu erhalten ist, wie Stadtplaner Stefan Escosura gestern Nachmittag beim Ortstermin des Bauausschusses im Beisein vieler Anwohner ausführte. Anlass der Ortsbegehung unter Leitung des Bauausschussvorsitzenden Micha Bund (Bürger-Forum) sind zwei neue Wohngebiete.

Eines ist bereits in der Realisierung: der Wohnkomplex vor der Schule direkt an der ehemaligen Kleinbahntrasse (heute Gehweg). Dort werden die zwölf Wohnungen saniert, im hinteren Gartenbereich bis zum Schutzstreifen vor dem eiszeitlichen Hang zum Mühlenbergfriedhof soll ein etwa 20 Meter breites Baufeld ermöglicht werden. Wie die Sprecherin der Eigentümergemeinschaft, Birgitta Reimers, erläuterte soll die bestehende Bausubstanz saniert werden und die zum Teil langjährigen Mieter auch in ihren Wohnungen bleiben können. Wunsch der Eigentümergemeinschaft sei es, dort über mehrere Jahre ein generationenübergreifendes, familienfreundliches Wohnprojekt wachsen zu lassen. Man werde auch versuchen, die Mieter dafür zu interessieren, Miteigentümer zu werden. Für das Baufenster im heutigen Gartenbereich gebe es noch keine konkrete Bebauungsplanung, sondern bislang nur die Idee eines u-förmigen Wohngebäudes mit Innenhof. Auf dem Gelände direkt unterhalb des Gehweges sollen bis zu 20 überdachte Stellplätze mit begrünten Dächern entstehen. Marion Hofer vom Bauamt der Stadt und Stadtplaner wiesen mehrfach darauf hin, dass es sich um einen Angebots-B-Plan handele, der in der bislang vorliegenden Form nicht ausgeführt werden müsse, den Eigentümern gleichwohl aber die Möglichkeiten eröffne. Der B-Plan mit der Möglichkeit, im hinteren Bereich zu bauen, erstreckt sich auch über die sechs benachbarten Reihenhäuser, die jedoch nicht Bestandteil des Wohnprojekts sind.

Das zweite geplante Bauprojekt liegt etwa 200 Meter stadteinwärts zwischen den Bestandsgebäuden und Friedhof, ist nur über eine schmale Erschließungsstraße zwischen den Häusern Pferdemarkt 22 und 18 erreichbar und birgt aufgrund der Lage und Zuwegung mehr Konfliktpotenzial. Der Bauingenieur Carsten Schröder aus Heide hat das Grundstück gekauft und plant auf dem rückwärtigen, derzeit zugewucherten Grundstück zwischen Pferdemarkt und Friedhof den Bau von zehn Wohneinheiten, mindestens zwei davon würden als Einfamilienhäuser ausgeführt. Auch wenn die Zahl der Häuser deutlich geringer ist als die 2007 auf dem Gelände geplanten 18 Wohneinheiten, sind die direkten Anwohner von dem Vorhaben nicht begeistert. „Wir haben extreme Angst um unser Haus“, sagt Anwohner Jörn Dobratz aus Nr. 18. Er berichtete, das schon einmal ein Lkw beim Rangieren in seine Hauswand gefahren sei und der starke Verkehr im Pferdemarkt zu Rissbildungen in den Wänden führe. Er bezweifelte zudem die gemessene Breite zur Zufahrt.

Der neue Eigentümer erklärte, dass die Zuwegung durch einen Tauschvertrag mit einem anderen Anwohner rechtlich gesichert sei. Die Zufahrt sei mit drei Metern und 2,94 Metern an der engsten Stelle zwar „relativ schmal“, aber ausreichend. Selbst der Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr hätte ihm gegenüber schriftlich erklärt, dass die Breite für die Einsatzfahrzeuge ausreichend sei. Schröder versicherte, dass die Häuser der Anwohner vor und nach der Baumaßnahme begutachtet würden, um eventuell aufgetretene Schäden regulieren zu können.

Bürgermeister Jörg Sibbel betonte, dass man das „Maß der baulichen Nutzung“ durch entsprechende Vorgaben begrenzen werde.

>Mehr dazu in der morgigen Ausgabe

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