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Naturschutz : Zurück zur Kernaufgabe Naturschutz

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Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Nabu-Ortsverband Nordschwansen blickt nach Immobilienverkauf positiv in die Zukunft/ Nabu-Naturstation am Schwansener See in der Saison täglich 14 bis 18 Uhr offen.

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erstellt am 04.Feb.2016 | 06:31 Uhr

Dörphof | Auch wenn der Wind ordentlich stürmisch über Schwansen dahin fegt, der Nabu-Ortsverein Nordschwansen befindet sich in ruhiger See. Den Eindruck vermittelt Vorsitzender Karl-Christoph Jensen, der in einem Rückblick sehr froh über die Veränderungen in den Vorjahren ist. „Wir kümmern uns um unsere Kernaufgaben, den Naturschutz und den Schwansener See“, sagt er.

Sichtbares Zeichen für die Veränderung ist die tägliche Besetzung der neuen Nabu-Naturstation am Schwansener See während der Saison. So konnte bereits im Vorjahr das Infozentrum zwischen Mitte April und Mitte Oktober täglich vier Stunden für Besucher offen gehalten werden. Sehr viele Gäste schauten rein und holten sich topaktuelle Informationen über die zu der Zeit in dem Naturschutzgebiet vorhandenen Vögel, so Jensen. Auch in diesem Jahr wird die Hütte wieder zum selben Zeitraum geöffnet sein. Neben Jensen ist dann vor allem wieder Schutzgebietsreferentin Angela Gries im Einsatz, um die Öffnungszeiten zu ermöglichen. Gerade für diese Aufgabe wünscht sich Jensen weitere Interessierte. Dabei hofft er auch auf Interesse aus der inzwischen auf 186 angewachsenen Zahl der Mitglieder. 2009, als Jensen den Vorsitz von Karl Plaumann, der Jahrzehnte lang Schutzgebietsreferent und Motor des Nabus in Nordschwansen war, übernahm, gab es noch 124 Mitglieder.

Positiv stimmt Jensen und seinen Vorstand auch der Verkauf der Nabu-Immobilie in Dörphof Mitte 2014. Auf dem rund 4800 Quadratmeter großen Areal befanden sich neben einem Wohngebäude mit Veranstaltungsräumen, mehreren Ställen und Nebenanlagen auch das von Karl Plaumann begründete Vogelmuseum. Die finanzielle Belastung des Nabu-Ortsvereins durch die gesamte Anlage sei aber über Jahre sehr hoch gewesen, so Jensen. Der Verein habe durch den Unterhalt und Betrieb der Immobilie und des Vogelmuseums jährlich 3500 bis 4000 Euro Kosten gehabt, die nicht mehr gedeckt werden konnten, berichte Jensen. Der Verein habe versucht mit regelmäßigen Flohmärkten, Vorträgen und Veranstaltungen in Dörphof , die Immobilie zu beleben und Einnahmen zu gewinnen. Der Erfolg sei aber nur mäßig gewesen, räumt Jensen ein. Einen weiteren Teil der Kosten konnte über Jahre auch das Mandolinenorchesters „Die Zugvögel“ tragen, die den Verein unterstützten. Zuletzt war das Orchester allerdings nicht mehr so aktiv, was mit dem Gesundheitszustand und Alter von Karl Plaumann (80) als Begründer und Leiter zusammenhing. Inzwischen ist das Orchester aufgelöst (wir berichteten).

Hätte der Verein die Immobilie halten wollen, so stünde er vor einem gewaltiger Investitionsstau, den Jensen auf 250  000 bis 300  000 Euro für unter anderem Heizung, Dach, Türen, Fenster und Wärmeisolierung bezifferte. „Durch den Verkauf der Immobilie konnte der Verein alle Verbindlichkeiten ablösen“, sagt Jensen. Er sei froh über die Entwicklung, auch wenn die Grundidee des Museums sehr gut war. „Aber es lag in Dörphof einfach zu weit weg vom Schwansener See“, stellt Jensen im Rückblick fest. Die Räume für das Museum in der Holzhütte hatte Plaumann in den 80-Jahren zunächst gepachtet und mit Präparaten von Vögeln und Säugetieren aus dem Lebensraum Schwansener See aufgebaut. Um 2000 erwarb der Nabu-Ortsverein dann die Immobilie samt Wohngebäude, berichtet Jensen. Von den rund 600 Tierpräparaten im Museum konnte der Nabu beim Auszug etwa je 20 Stück an zwei Interessenten im Naturschutzbereich abgeben. „Der Rest war leider in sehr schlechtem Zustand, da starker Milbenbefall bestand“, so Jensen. Es wurde überlegt, einen Teil der gut erhalten Objekte in die neue Nabu-Station zu übernehmen, aber der Platz habe nicht gereicht, sagt Jensen. Statt dessen arbeitet der Verein an einer Fotopräsentation der im Naturschutzgebiet lebenden Tiere.

Auch wenn der Verein finanziell nun wieder auf sicheren Beinen steht, so Jensen, so fehle doch das nötige Kapital, um die noch fehlende Aussichtsplattform über der Nabu-Naturstationzu errichten. Der Verein rechnet mit Kosten von rund 15  000 Euro und hofft auf Sponsoren.

Für dieses Jahr hat der Verein wieder Vorträge, Führungen und Abendwanderungen sowie Infostände geplant. Zusätzlich ist die Nabu-Naturstation in der Saison täglich offen.

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