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Leinen Los in Strande : Zur Frachtersafari hinaus auf die Förde

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Mit der „Feodora II“ geht es erstmals in dieser Saison zwei Mal pro Woche ab Strande auf kleine Seefahrt.

Strande | Ab Strande auf Safari? Ja! Allerdings geht es nicht um Großwild, sondern eher um große und auch kleine Schiffe. Seit Mai dieses Jahres geht die „Nordische Ausflug Schifffahrts GmbH“ (NAS) mit der in Langballigau im Kreis Schleswig-Flensburg beheimateten „Feodora II“ dienstags und mittwochs ab Strande auf Frachtersafari.

Als das Schiff mit rund 100 schon in Laboe zugestiegenen Passagieren in Strande anlegt, warten dort knapp weitere 30 Gäste, bewaffnet mit Kameras und Ferngläsern, um sich auf der eineinhalbstündigen Fahrt, die auf rund zehn Seemeilen um den Kieler Leuchtturm führt, bei idealem Wetter von Kapitän und Reeder Alexander Klein fachkundig über Leuchttürme, entgegenkommende Schiffe oder auch Seefahrt im Allgemeinen informieren zu lassen. Nicht nur Urlauber, auch Einheimische erfahren auf der Fahrt mit Sicherheit Dinge, die sie vorher nicht wussten – wie zum Beispiel die Doppelfunktion des Bülker Leuchtturms, der nicht nur Leuchtfeuer ist, sondern auch Radarstation. Die „Feodora II“ selbst dürfte Fördeanwohnern – zumindest den älteren Jahrgängen - allerdings bekannt vorkommen. 1972 gebaut, fuhr sie bis 1979 als Fördedampfer unter dem Namen „Friedrichsort“ für die damalige Kieler-Verkehrs-AG, bevor sie anschließend als „Sven Johannsen“ für Ausflugsfahrten und Seebestattungen ab Travemünde eingesetzt wurde. 2014 dann kaufte Alexander Klein das Schiff. „Wir haben seitdem auch unser Konzept umgestellt und holen unsere Passagiere an ihrem Urlaubsort ab“, sagt Klein. Statt von einem festen Hafen aus auf Fahrt zu gehen, fährt die NAS im Wechsel ab Laboe/ Strande, ab Eckernförde, Damp sowie Langballigau. Aber nicht nur Ausflugsfahrten, auch Seebestattungen und Sonderfahrten bietet die NAS an.

Neben Kapitän Alexander Klein (r.) und dem 1. Offizier Hendrik Sahner, die ihren Platz auf der Brücke haben, gehört auch Conny Knudsen, die sich unter Deck um das leibliche Wohl der Passagiere kümmert, zur Drei-Mann-Besatzung der „Feodora II“.
Neben Kapitän Alexander Klein (r.) und dem 1. Offizier Hendrik Sahner, die ihren Platz auf der Brücke haben, gehört auch Conny Knudsen, die sich unter Deck um das leibliche Wohl der Passagiere kümmert, zur Drei-Mann-Besatzung der „Feodora II“. Foto: Suhr
 

Während Kapitän Klein – der sein Handwerk von der Pike auf gelernt hat und unter anderem für die Reedereien Hamburg-Süd und TT-Line oder auch als Seenotretter für die DGzRS gefahren ist – seinen Gästen Informationen zum ersten entgegenkommenden Frachter gibt, der unter zypriotischer Flagge fahrenden „Navi Baltic“, die mit Containern auf dem Weg von St. Petersburg via Kanal nach Hamburg unterwegs ist, übernimmt Hendrik Sahner als 1. Offizier das Ruder. Die Daten der Schiffe, über die Klein erzählt, entnimmt er dem „Automatischen Identifikationssystem“ (AIS). Manchmal ist aber auch Spontanität angesagt, wenn etwa ein Lotsenversetzboot mit weißer Gischt vorm Bug an der „Feodora II“ vorbeirauscht oder ein Fischkutter gemächlich Richtung Kieler Bucht fährt. Aber nicht nur über Schiffe, Tonnen und Regeln der Seefahrt lernen die Fahrgäste etwas – auch über die Landschaften Schwansen und Dänischer Wohld sowie über die Vogelarten an dessen Steilküste weiß Klein Wissenswertes zu berichten. Rund um den Kieler Leuchtturm verringert Hendrik Sahner das Tempo, damit seinem Käpt’n genügend Zeit bleibt, die Nutzung des Turms inklusive der dort befindlichen Lotsenstation sowie der am Turm liegenden Lotsenversetzboote näher zu bringen, während im Hintergrund die „Color Fantasy“ Richtung Oslo die Förde verlässt, die in Kleins Repertoire natürlich auch ihren Platz findet. „Die Fahrt ist sehr interessant. Als Landratte habe ich viel über Schiffe und Seefahrt erfahren“, so das Fazit von Evelyn Lorber, die erstmals Urlaub an der Ostsee macht. „Meine Tochter lebt in Hamburg und hat gerade im Herrenhaus Borghorst geheiratet. Da habe ich eine Woche Urlaub in Strande drangehängt“, so die 61-Jährige Aachenerin weiter. Auch wenn die Ostsee für sie, die üblicherweise an der holländischen Nordseeküste ihren Urlaub verbringt, „gewöhnungsbedürftig“ ist, hat es ihr die Gegend doch angetan: „Das ist ein wunderschönes Fleckchen Erde hier.“ Auch ihre Bekannte Christina Blüml aus München, die sie begleitet, genießt die Frachtersafari. „Eine schöne Fahrt, vor allem bei dem sonnigen Wetter“, resümiert die 58-Jährige, die ebenfalls erstmals in Strande weilt.

Evelyn Lorber (r.) aus Aachen hängte nach der Hochzeit ihrer Tochter im Herrenhaus Borghorst mit ihrer guten Bekannten Christina Blüml aus München eine Woche Urlaub in Strande dran – und da gehörte die Frachtersafari dazu.
Evelyn Lorber (r.) aus Aachen hängte nach der Hochzeit ihrer Tochter im Herrenhaus Borghorst mit ihrer guten Bekannten Christina Blüml aus München eine Woche Urlaub in Strande dran – und da gehörte die Frachtersafari dazu. Foto: Suhr
 

Während es langsam diesiger wird und sich der für den Abend vorhergesagte Regen ankündigt, steuert Hendrik Sahner langsam die Strander Mole wieder an. Dann geht es für die Crew, zu der neben Kapitän Klein und Hendrik Sahner auch Conny Knudsen gehört, die unter Deck für das leibliche Wohl der Fahrgäste, sowie für den Verkauf der zollfreien Waren für den Bordverzehr zuständig ist, über Laboe nach Damp. Dort liegt die „Feodora II“ über Nacht, bevor sie am Mittwoch erneut auf Frachtersafari zum Kieler Leuchtturm startet und Alexander Klein Landratten und Sehleuten Schiffe, Leuchttürme und Seefahrt erklärt.

> Karten für die Frachtersafari gibt es bei der Touristinformation in Strande, Infos und Fahrpläne der NAS unter www.nas-feodora.de.

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erstellt am 11.Aug.2015 | 06:00 Uhr

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