Standort gesichert : Zulassungsstelle Eckernförde bleibt erhalten

Die Zulassungsstelle in der Rendsburger Straße in Eckernförde bleibt bestehen.
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Die Zulassungsstelle in der Rendsburger Straße in Eckernförde bleibt bestehen.

Die Kreisverwaltung will die vier Außenstellen der Kraftfahrzeug-Zulassungsbehörde nicht schließen. In der kommenden Woche stimmen die Kreis-Politiker darüber ab.

shz.de von
22. März 2017, 04:36 Uhr

Die Verwaltung des Kreises Rendsburg-Eckernförde will keinen der vier Standorte ihrer Kraftfahrzeug-Zulassungsbehörde schließen. Zu diesem Ergebnis kommt sie nach einer Wirtschaftlichkeitsprüfung, die der Hauptausschuss des Kreises im vergangenen Jahr in Auftrag gegeben hatte (wir berichteten). Das Gremium muss nun entscheiden, ob es der Empfehlung folgen will, die Filialen in Eckernförde, Hohenwestedt und Altenholz sowie die Hauptstelle im Rendsburger Kreishaus trotz höherer Kosten in der bisherigen Form zu betreiben. Die Prüfung ergab, dass die Behörde hochprofitabel ist.

Das landesweit einmalige Modell mit vier Standorten steht seit eineinhalb Jahren auf der Kippe, weil es bei einem Leistungsvergleich unter allen elf Kreisen den letzten Platz belegte – zu unwirtschaftlich. Hintergrund der dezentralen Struktur ist Bürgernähe: Damit niemand weite Wege in Kauf nehmen muss, ein Auto, einen Lastwagen oder ein Motorrad anzumelden, war seinerzeit entschieden worden, mehrere Filialen zu betreiben. Alle anderen Kreise unterhalten eine oder höchstens zwei dieser Einrichtungen.

Die Kundenfreundlichkeit ist der Verwaltung weiterhin wichtig. Die maximale Entfernung zur nächsten Zulassungsstelle beträgt nur 27 Kilometer. Barbara Rennekamp, Fachdienstleiterin Allgemeine Ordnungsverwaltung und Verkehr, begründet ihre Empfehlung zudem damit, dass das Verkehrsaufkommen entlastet bleibt, vor allem mit Blick auf die Tunnelbaustelle und den Neubau der Rader Hochbrücke.

Denn die Zahlen der An-, Ab- und Ummeldungen von Fahrzeugen sind erheblich: Im vergangenen Jahr bearbeitete die Behörde an allen Standorten insgesamt rund 115  000 Geschäftsvorfälle. Der Fahrzeugbestand im Kreis steigerte sich von 2015 auf 2016 von rund 232  300 auf 237  300 Fahrzeuge. Die Zahl der Mitarbeiter in der Zulassungsbehörde reduzierte sich – gemessen in Vollzeitstellen – von 25,09 (2013) auf 22,47 im vergangenen Jahr. Die Erträge durch Gebühren lagen 2016 bei mehr als 2,7 Millionen Euro und überstiegen die Kosten für Personal, Gebäude und Ausstattung (rund 1,6 Millionen Euro). Der Überschuss betrug im vergangenen Jahr damit knapp 1,1 Millionen Euro.

Ein weiterer Grund für den Erhalt aller Standorte sieht Barbara Rennekamp darin, dass es erst vor einigen Monaten Umstellungen innerhalb der Behörde gegeben habe, um die Kundenströme besser zu lenken. Das Herzstück: Seit Januar können Kunden der Hauptstelle in Rendsburg vor ihrem Besuch über das Internet einen Termin vereinbaren. Dadurch wird vermieden, dass alle eine Nummer ziehen und im schlechtesten Fall bis zu eineinhalb Stunden Wartezeit in Kauf nehmen müssen.

Die Online-Terminvergabe mit einer durchschnittlichen Wartezeit von fünf Minuten wird vom Publikum akzeptiert: Während im Januar 15 Kunden von der Möglichkeit Gebrauch machten, waren es im Februar bereits fast 240. Ohne Termin kamen hingegen noch 2400 Kunden in die Zulassungsstelle.

An den anderen Standorten sollen die Online-Termine noch in diesem Jahr ebenfalls eingeführt werden. Wenn sich dieses Vorgehen als Erfolg erweist, werde laut Wirtschaftlichkeitsbericht geprüft, ob es in Eckernförde möglich ist, ausschließlich vereinbarte Termine anzubieten. Die Außenstelle könne dann mit zwei Mitarbeitern im Gebäude der Kreisverwaltung an der Schleswiger Straße 18 betrieben werden. Voraussetzung sei dafür aber auch, dass die Zahlung ausschließlich per EC-Karte abgewickelt werde, so Rennekamp. „Unter den derzeitigen Umständen ist es nicht möglich, eine Filiale mit nur zwei Mitarbeitern zu führen, weil Krankheitsausfälle nicht aufgefangen werden können“, sagte sie zur Eckernförder Zeitung.

Ob die Filiale in Eckernförde umzieht, ist der Fachdienstleiterin zufolge jedoch nur eine Option, die auch von den künftigen Kundenströmen abhängt und nicht innerhalb der nächsten zwei Jahre auf der Agenda steht. Der Hauptausschuss entscheidet über die Pläne während seiner öffentlichen Sitzung am Donnerstag, 30. März, um 17 Uhr in Raum 169 des Kreishauses an der Kaiserstraße 8 in Rendsburg.

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