Auszeichnung : Zukunftspreis für die Richard-Vosgerau-Schule

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Borbyer Grundschule kann mit zwei nachhaltigen Projekten punkten: Aufbau eines Schülerparlaments und Wiederansiedlung der Meerforelle im Lachsenbach

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12. Juni 2014, 06:40 Uhr

Zwei Projekte der Richard-Vosgerau-Schule in der Borbyer Bergstraße haben landesweit für Aufmerksamkeit gesorgt und ihr eine Auszeichnung beim Wettbewerb „Zukunftsschule.SH – Jugend engagiert sich heute für morgen!“ eingebracht. Gestern Nachmittag hat das Institut für Qualitätsentwicklung an Schulen Schleswig-Holstein (IQSH) in Flintbek die Auszeichnungen an zwölf Schulen des Kreises verliehen – neben der Richard-Vosgerau-Schule auch an die Grundschule Dänischenhagen aus dem Altkreis Eckernförde. Ausgezeichnet werden Schulen, die in Projekten nachhaltiges Denken und Handeln an den Tag legen und sich Gedanken darüber machen, wie man heute etwas für morgen bewegen kann. Involviert in ist der Leiter der Grundschule Barkelsby, Klaus Düllmann, in seiner Eigenschaft als Kreisfachberater für Natur und Umwelt und „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ (BNE).

Die Richard-Vosgerau-Schule konnte mit zwei Projekten punkten. Zum einem dem Schülerparlament, in dem die Schüler sich aktiv für die Mitgestaltung ihrer Schule einsetzen. Pro Klasse sitzt dort ein Vertreter. Auf Initiative des Schülerparlaments wurde eine Spendengala für die Tsunami-Opfer in Japan durchgeführt, auf diese Weise wurden 1205,44 Euro nach Japan überwiesen.


10 000 Meerforellen für den Lachsenbach


Projekt Nummer zwei ist ein ureigenes Borbyer Projekt: die Unterstützung der Stadt bei der Renaturierung des Lachsenbachs und der Wiederansiedlung von Meerforellen. Der Initiator dieses Projekts ist Junglehrer Ernst Vossen, der erst seit Februar an der Grundschule unterrichtet. Der 27-Jährige hat dort seine erste Stelle angetreten, die allerdings nur bis zum Schuljahresende befristet ist – Zukunft ungewiss, damit teilt Vossen das Schicksal vieler junger Lehrer. Der in Oeversee wohnende Pädagoge ist leidenschaftlicher Angler und Natur- und Landschaftsführer. „Als ich mitgeteilt bekam, dass ich nach Borby soll, habe ich über Google Maps gleich den Lachsenbach entdeckt und mir dieses Projekt überlegt.“ Ein Glücksfall für die Schule und die Schüler der Klasse 3b, die seitdem begeistert an diesem spannenden Großprojekt mitarbeiten. Selbst ein Fischereibiologe konnte dafür gewonnen werden. Nach Begehungen und einer Aufnahme der im Lachsenbach lebenden Tiere steht im Herbst ein Besuch der Fischbrutanstalt Alt Mühlendorf bei Warder auf dem Programm. Sofern die Stadt dem Vorhaben zustimmt, wird der Betreiber Albrecht Hahn der Schule für das Lachsenbachprojekt 10 000 Meerforellen-Brütlinge schenken, die dann als Jungfische im Frühjahr 2015 als „Initialbesatz“ in den Lachsenbach eingesetzt werden sollen. Lehrer Ernst Vossen arbeitet eng mit dem Beauftragten für Naturschutz und Landschaftsplanung der Stadt, Michael Packschies, zusammen. Geplant ist, alle drei bis fünf Jahre nachzubesetzen, um eine Meerforellen-Population aufzubauen. Im Alter von zwei Jahren wandern die ersten Fische in die Ostsee und steigen nach vier bis fünf Jahren im Herbst wieder zum Laichen in den Lachsenbach auf. Wenn die Aktion gelingt und die Meerforellen sich auf natürliche Weise vermehren, müssen die Schüler später nur noch Laichbettpflege betreiben und den Bestand kontrollieren – und die Angler haben einen Grund mehr, nach Eckernförde zu fahren.


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