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Eckernförder Zeitung

11. Dezember 2017 | 08:57 Uhr

wahlkampfbesuch : Zukunftsperspektiven am Kanal

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Monika Heinold und Joschka Knuth (Bündnis 90/Die Grünen) besuchten das Amt Hüttener Berge. Ernste Themen wurden in freundlicher Atmosphäre behandelt.

Auch an regnerischen Tagen wirkt das Innere des neuen Kanaltreffs mit den Panoramafenstern und dem gemütlichen Dorfladen voller regionaler Produkte einladend. Wer sein Fischbrötchen oder die Currywurst im wechselhaften Aprilwetter nicht auf der weitläufigen Terrasse verspeisen möchte, kann das auch mit einem malerischen Ausblick auf den Nord-Ostsee-Kanal vom Gästeraum aus tun. Die neue Anlage, die im vergangenen Dezember eröffnet wurde, soll vor allem auch ein Ort der Kommunikation sein, so Bürgermeisterin Rita Koop (SPD).

Davon konnten sich vergangene Woche auch die schleswig-holsteinische Finanzministerin Monika Heinold und Landtagskandidat Joschka Knuth (beide Bündnis 90/ Die Grünen) überzeugen. Sie besuchten das Amt Hüttener Berge und wurden von Amtsvorsteher Gero Neidlinger und Amtsdirektor Andreas Betz im weitläufigen Veranstaltungsraum begrüßt. Bei dem Rundgang, den vor allem Bürgermeisterin Rita Koop moderierte, zeigten sich die Gäste interessiert an den Besonderheiten des Gebäudes, das im Rahmen der LEADER-Initiative der Europäischen Union mit 750  000 Euro gefördert wurde. Der ländliche Raum sei den Grünen und der Landesregierung sehr wichtig, betonte Monika Heinold. „In diesem Kontext spielen natürlich auch Einrichtungen wie der Markttreff mit den regionalen Angeboten und der gemeinschaftlichen Atmosphäre eine wichtige Rolle“, sagte sie. Nicht nur die Einkaufsmöglichkeit vor Ort mache sie attraktiv, sondern auch der zwischenmenschliche Kontakt, der vor allem auch für ältere Bürger in ihrem Alltag immer wichtiger werde.

Im Anschluss an die Führung zeigten Andreas Betz und Gero Neidlinger gemeinsam mit Stefan Borgmann von der Lokalen Tourismus-Organisation (LTO) Eckernförder Bucht eine Beamer-Präsentation. Der Amtsdirektor und der Amtsvorsteher nutzen die Gelegenheit, um mit den Politikern zwanglos ins Gespräch zu kommen. Auf der Tagesordnung stand unter anderem die Kindertagesstättenfinanzierung, die für viel Diskussionsbedarf sorgte. Anhand des Beispiels der Kita in Ascheffel erläuterte Andreas Betz den deutlichen Anstieg der Kosten, die von den Gemeinen zu tragen sind. Während dieser Anteil im Jahr 2000 noch bei etwa 35 Prozent lag, war er im Jahr 2015 bereits auf über 51 Prozent gestiegen. Ein weiteres Problem sehen er und Gero Neidlinger im Fachkräftemangel. „Um die Schließung von Gruppen langfristig zu vermeiden, ist es wichtig, Hürden abzubauen“, so Andreas Betz. „Es gibt viele Mütter, die für eine Assistenz geeignet wären“, sagte er.

Monika Heinold lobte die umfassende Transparenz, mit der Gero Neidlinger und Andreas Betz die komplexen Zusammenhänge und Faktoren präsentierten und sprach sich für eine grundsätzlich neue Finanzierungsstruktur in diesem Bereich aus. „Bei der Suche nach einer Lösung sollten die Kommunen allerdings auch verstärkt mit den Eltern kooperieren – das habe ich bisher noch nicht feststellen können“, sagte sie. Man müsse außerdem kritisch hinterfragen, ob die Beitragsfreiheit für die Kinderbetreuung zwingend Vorrang haben sollte. Für sie stehe vor allem die Qualitätssicherung im Vordergrund, so Monika Heinold.

Gero Neidlinger sprach sich gegen die Einrichtung von Großgemeinden aus. „Das Amt meistert verwaltungstechnisch alles hervorragend“, betonte er. Durch die gewohnte Organisationsform mit aktuell 16 Gemeindevertretungen und zwei Schulverbänden mit 42 Fachausschüssen sei der direkte Kontakt zu den Menschen in den Gemeinden gewährleistet, so der Amtsvorsteher. Er war sich allerdings mit Joschka Knuth darüber einig, dass freiwillige Zusammenschlüsse von einzelnen Gemeinden in der Zukunft durchaus zu begrüßen seien.

Stefan Borgmann informierte die beiden Gäste über die vielfältigen Tätigkeiten der LTO Eckernförder Bucht, mit denen die Region für Touristen noch attraktiver werden soll. Für das Jahr 2016 könne von einer Wertschöpfung des Tourismus in einer Gesamthöhe von 2,5 Millionen Euro ausgegangen werden.

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