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Eckernförder Zeitung

22. Oktober 2017 | 22:09 Uhr

Neue Pastorin : Zuhause in zehn Gemeinden

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Brigitte Gottuk ist die neue Vertretungspastorin für die Kirchengemeinden in Schwansen und den Hüttener Berge. Am Sonntag wird sie in der Siesebyer Kirche in einem Festgottesdienst in ihr Amt eingeführt.

von
erstellt am 04.Jan.2014 | 06:00 Uhr

An Schlei und Ostsee kennt sich Brigitte Gottuk (47) schon aus. Seit dem 1. November hat die Pastorin eine 75-Prozent-Stelle des Kirchenkreises für Vertretungsdienste in den Regionen Schwansen und Hüttener Berge übernommen. Morgen wird sie um 19 Uhr in einem Festgottesdienst in der Siesebyer Kirche in ihr Amt offiziell eingeführt. Sie übernimmt damit die Nachfolge von Pastor Hans Baron.

Zuletzt war Gottuk, verheiratet und Mutter dreier jugendlicher Kinder (18, 16 und 13 Jahre), fünf Jahre in der Kirchengemeinde Borby in Eckernförde tätig. Die neue Stelle bezeichnet sie als Herausforderung und große Chance zugleich. Insgesamt zehn Kirchengemeinden (Karby, Waabs, Sieseby, Rieseby, Kosel, Borby-Land, Sehestedt, Bünsdorf, Hütten und Owschlag) gehören zu ihrem Bereich. Ihre Hauptaufgabe wird es sein, die vorhandenen Gemeindepastoren zu vertreten, und von ihnen Amtshandlungen zu übernehmen. In fast allen Gemeinden war sie schon, und sei überall sehr nett von den Pastoren empfangen worden. „Ich habe gespürt, wie groß die Wertschätzung hier ist.“ Zugleich setze ihre Arbeit ein hohes Maß an Flexibilität voraus. Der Aufbau von persönlichen Bindungen in die Gemeinden werde schwer sein, aber vielleicht sei auch genau das die Chance, die ein weiterer Pastor habe, um Menschen zu ereichen.

Neben ihren festen Vertretungen wird sie die Freiheit haben, Neues anzustoßen. Ganz klar sei es ihr Ziel, Dinge zu ändern, Dinge anzustoßen, um Menschen für Kirche zu interessieren, die bisher entfernt von ihr seien. Menschen sollen sich in der Kirche zu Hause fühlen, denn die Sehnsucht nach einem Glauben sei groß bei den Menschen.

Gute Erfahrungen hat sie mit neu gestalteten Gottesdiensten gemacht und auch in der geistlichen Begleitung von Menschen. So bot sie Exerzitien und Angebote für Frauen an, um die Menschen ein Stück Weges zu begleiten. Hier versucht sie, auch eine Brücke zum Katholizismus zu schlagen und Ökumene an der Basis zu wagen. Verheiratet mit einem Mann katholischen Glaubens sieht sie viel gemeinsames bei den Menschen. Das Gemeinsame zu fördern verbinde den christlichen Glauben der Kirchen.

Ihr Weg zur Pastorin war lang. In Oststeinbek im Kreis Lauenburg und ein halbes Jahr auf Jamaika aufgewachsen machte sie nach dem Abitur eine Banklehre. Doch schnell war ihr klar, dass dies nicht ihr Ziel war. Sie beendete die Lehre, „wenn ich etwas anfange, dann bringe ich es zu Ende“, bevor sie in Bethel, Tübingen und Hamburg Theologie studierte. Nach dem Vikariat in Hamburg folgten zahlreiche zeitlich befristete Anstellungen in Kirchengemeinden. Und sie verbrachte mehrere Monate in Hongkong und China.

In der Zeit beschäftigte sich Gottuk auch mit dem Thema Zirkus. Sie machte einen Übungsleiterschein für Zirkusarbeit und gründete in Oststeinbek einen Kinderzirkus. Über das Medium Zirkus würden Menschen, vor allem Kinder, mit ganz unterschiedlichen Voraussetzungen, mit einander in Kontakt kommen. Der Kopf werde beim Zirkus ausgeschaltet, die Stärken eines jeden Mitglieds der Gemeinschaft würden diese tragen, so Gottuk. Kinder würden gemeinsam Spaß haben und durch fordern gefördert. Neben der Fantasie würden vor allem die Sozialkompetenzen verbessert.

Dank ihrer Stelle verfüge sich nun über etwas mehr Freiheit, und so würde sie sehr gerne eine Zirkusfreizeit für Kinder anbieten. Wann und wo sei offen und hänge vor allem von einem geeigneten Gebäude ab. Auch die Ausbildung von Teamern, Jugendlichen nach der Konfirmation, hat sie gerne gemacht. Dabei konnte sie bei vielen Jugendlichen eigene Ideen wecken, die diese ganz unabhängig realisierten und so für eine bunte Vielfalt in den Kirchengemeinden sorgten.

Kraft schöpft Gottuk auch aus der Liebe zum Theaterspielen und aus ihrer Tätigkeit als freie Autorin. In Borby hatte sich mit weiteren Frauen die Gruppe „Literatten“ gegründet. Noch heute treffen sie sich regelmäßig und arbeiten an Texten. Mitglied ist sie im Arbeitskreis Reformationsjubiläum 2017 des Kirchenkreises. Dort werden Ideen entwickelt, Angebote für die Jahre 2014-2017 zu planen. Gemeinden und Pastoren könnten sie nutzen, um zum Reformationstag etwas zu machen

Gottuk hat viele Ideen. Zunächst will sie aber die verschiedenen Gemeinden und Menschen kennen lernen, und vielleicht ergäben sich daraus neue Ansätze. Oft gingen Türen auf, durch die man nur ungern gehe, weil der Kopf Sicherheit festhalten wolle. Aber nur durch Veränderung könne Neues entstehen. Sie freue sich auf ihre neue Aufgabe und wohne in Kochendorf zentral zwischen den Hüttener Bergen und Schwansen.

 

 

 

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