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Bienenschutz : Zuhause aus zweiter Hand für Bienen

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Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Der Bund-Landesverband stellt dank finanzieller Projektförderung durch die Förde Sparkasse der Schlei-Schule und der Schulgarten-AG ein Insektenhotel zur Verfügung.

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erstellt am 29.Okt.2013 | 06:00 Uhr

Wildbienen brauchen Quartiere und sie brauchen ein breites Nahrungsangebot. Für Ersatzquartiere wird jetzt an der Schleischule Rieseby gesorgt, wo der Bund für Umwelt und Naturschutz (Bund) in Zusammenarbeit mit der Förde Sparkasse ein Bienenhotel aufgestellt hat. Insektenhotel-Projektleiter Dieter Gruhl vom Bund Kiel und die hauptamtliche Diplom Biologin Birte Pankau als Projektleiterin für Naturschutz in den Gemeinden, übergaben das Hotel gestern an Bürgermeister Jens Kolls, Schulleiter Ulrich Barkholz und stellvertretend für alle Schüler an die vierte Klasse.

„Der Schulgarten ist ein idealer Standort für ein Insektenhotel“, erklärte Pankau, die froh ist, dass der Bund dank der Förderung der Förde Sparkasse über 15 000 Euro das Projekt in die Kreise Rendsburg-Eckernförde, Plön und nach Kiel bringen kann. Insgesamt 30 Insektenhotels wurden in verschiedenen Größen hergestellt, zudem wurde die Broschüre „Wildbienen schützen“ in einer neuen Auflage von 4000 Stück gedruckt. „Die Nachfrage war bundesweit so groß, dass es jetzt keine gedruckten Exemplare mehr gibt“, berichtete Gruhl. Über die Bund-Homepage ist ein Download möglich.

Dass die Schleischule Rieseby das letzte der 30 Insektenhotels bekam, war dem direkten Draht von Bürgermeister Jens Kolls zum Bund zu verdanken. Bei der Dorfwoche kam er mit dem Bund ins Gespräch – nach den Sommerferien war die Zusage perfekt. Er freue sich für die Schule, die nun ihr Projekt Schulgarten um eine spannende Komponente erweitern könne. Das sieht auch Schulleiter Barkholz so, der die Garten-AG sehr lobte. In diesem Jahr sei besonders die Kartoffelernte gut gewesen, und es habe Bratkartoffel gegeben. Durch den Garten würden die Kinder den Jahreszyklus der Natur im Lauf der Sonne ganz praktisch erfahren. Über die Einbindung der Schule als Zukunftsschule stehe man zudem im regen Austausch mit anderen Schulen. „Das ist auf jeden Fall eine Bereicherung für die Schule“, so Barkholz.

Angesichts der aktiven Garten-AG, die die Pädagoginnen Birte Franke und Andrea Hethey betreuen, gab sich die Bund-Biologin zuversichtlich, dass das Insektenhotel sehr schnell belebt werde. Jetzt sei es schon recht spät im Jahr, aber im Frühjahr werde es richtig losgehen. Und ein paar Käfer oder Fliegen würden sicher auch jetzt schon überwintern, ergänzte Gruhl. Ziel des Projektes sei es, neben der praktischen Hilfe für das Überleben der Wildbienen mehr Verständnis bei den Schülern zu wecken, so Pankau.

Der Kreislauf von Wachsen, Bestäuben und Ernten sei ohne Bienen stark eingeschränkt, warf Gruhl ein. 30 Prozent der weltweiten Nahrungsmittelproduktion sei abhängig von blütenbesuchenden Insekten. „Diese Dimension wollen wir den Kindern deutlich machen“, erklärte Pankau. Ihre Hoffnung sei, dass Kinder in der Schule durch praktische Erfahrungen und Beobachtungen die Zusammenhänge verstehen.

Bennet und Mike (9 Jahre) haben die Zusammenhänge verstanden. Die beiden Viertklässler waren zuletzt in der Garten-AG aktiv. Kurz nach den Herbstferien fand das letzte Treffen vor der Winterpause des Gartens statt. Sie würden auch zu Hause im Garten helfen und hätten viel Spaß an der AG. Schule sei nicht, waren sie sich sicher. Sie seien schon gespannt, welche Insekten sich einstellen würden.

Weitere Insektenhotels konnte der Bund unter anderem in Schinkel, in Neuwittenbek, in Windeby und Gettorf aufstellen, berichtete Pankau. Wer Fragen zu den Angeboten hat oder im kommenden Jahr etwas mehr über die beheimateten Insekten wissen möchte, wende sich an den Bund.

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